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Petition an Gemeinde überreicht

439 Stimmen für Erhalt der Bäume

Rosendahl

„Hochleistungsmaschinen“ seien es, die die Ortsdurchfahrt in Holtwick säumen. 40 Linden, die bei ihrer Größe und in ihrem Alter als natürliche Filter wirken, „gerade an der B 474, da der ständige Pkw- und Lkw-Verkehr hohe Abgasbelastungen mit sich bringt“, schildert Marion Eising. Bekanntermaßen soll die Ortsdurchfahrt umgestaltet werden und in diesem Zuge aus Gründen der Verkehrssicherheit alle 40 Bäume gefällt werden. Eising hat vor einigen Wochen eine Petition für den Erhalt dieser gestartet. Die Liste, die 439 Unterschriften zählt, hat sie gestern Vormittag gemeinsam mit Anita Wolthaus an die Gemeindeverwaltung überreicht.

Von Leon Seyock

Marion Eising (2. von rechts) und Anita Wolthaus (rechts) haben gestern Vormittag eine Petition an Bürgermeister Christoph Gottheil und Anne Brodkorb (Fachbereichsleiterin Planen und Bauen) überreicht. 439 Personen unterzeichneten die Aktion. Foto: Foto: Leon Seyock

„Wir sind froh, dass Sie die Liste jetzt erhalten. Sehen Sie die Petition als Rückenwind und Chance an, eine alternative Planung anzugehen, die die Bäume miteinbezieht“, wendet sich Marion Eising an Bürgermeister Christoph Gottheil, als sie ihm die Mappe mit den gesammelten Unterzeichnungen aushändigt. Anita Wolthaus betonte, dass umgehend über eine Planung mit den Bäumen nachgedacht werden müsse, „das klang in der Vergangenheit nicht danach, als wolle man das tun“, argumentiert sie. Laut Gottheil müsse man sich am Ende die Frage stellen, ob die Verkehrssicherheit oder der Baumschutz vorgehe. Bei Erhalt der Bäume sei der geplante kombinierte Geh- und Radweg schlicht zu schmal, „das wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer nur toleriert“, so Gottheil auf Nachfrage zur gegenwärtigen Situation. Zudem würde bei eben solchen Planungen gegen geltende Straßenbaurichtlinien verstoßen werden.

Nochmals weist Gottheil auf die anvisierte Ersatzpflanzung hin, die entlang des Napoleonweges entstehen soll. 123 Bäume sollen dort angepflanzt werden, die in ihrem aktuellen Zustand mit ihrer Leistung der 40 Linden in der Ortsdurchfahrt vergleichbar seien. „Bäume üben allerdings ihre Wirkung dort aus, wo sie stehen“, so Eising. Die Bedeutung der Bäume, die als Allee im Alleenkataster geschützt sind, hätten vor allem aus Umwelt- und Klimaschutzgründen einen „kaum zu ersetzenden Wert“, schreibt sie in einem Brief an Verwaltung und Rat.

Aktuell, informiert der Bürgermeister über den aktuellen Planungsstand, hätte Straßen.NRW als Hauptbetroffener der Straßenbaumaßnahme mit Zustimmung der Gemeinde einen Antrag auf Befreiung dieses Alleen-Schutzes gestellt. Die Entscheidung dafür liege beim Kreis, eine Entscheidung durch unterschiedliche Abteilungen werde im Dezember erwartet.

Die Petition wird in den kommenden Tagen den Ratsmitgliedern zur Verfügung gestellt. In der nächsten Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt wird zudem über einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen diskutiert. Die Fraktion möchte damit eine Alternativplanung mit Erhalt der Bäume erreichen. „Die Petition soll ein zusätzlicher Anreiz dazu sein“, bekräftigt Eising. Stimmt der Ausschuss und am Ende auch der Rat für den Antrag der Grünen, müssten die Ratsmitglieder eine Alternativlösung finden, beschreibt Gottheil den weiteren Vorgang. Sie könnten damit etwa ein Planungsbüro beauftragen. Doch genau an dieser Stelle zweifelt der Bürgermeister und beruft sich auf die Straßenbaurichtlinien, gegen die dieses Planungsbüro verstoßen würde, bezieht es die Linden mit ein. „Das Pendel der Verwaltung schlägt in Richtung Verkehrssicherheit aus“, urteilt Gottheil.

7 Über die Holtwicker Ortsdurchfahrt wird am kommenden Donnerstag (23. 9.) im Fachausschuss diskutiert. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

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