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Verwaltung nimmt nochmals Stellung zum geplanten Vorhaben

Bäume sollen Sicherheit im Weg stehen

Holtwick

Seit Wochen ist die Linden-Allee, die die Holtwicker Ortsdurchfahrt an der B 474 schmückt, in aller Munde. Immerhin plant die Gemeindeverwaltung, die knapp 40 Bäume zu fällen. Ob dieses Vorhaben tatsächlich durchgeführt wird, entscheidet sich noch im September. Zunächst wird am 23. September im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss über die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt beraten, in der Ratssitzung eine Woche später eine Entscheidung getroffen.

Von Leon Eggemann

Als Kompensation soll im Bereich des Napoleonsweges eine Allee aus insgesamt 123 Sommerlinden gepflanzt werden. Foto: Grafik: Straßen.NRW

In der nun veröffentlichten Sitzungsvorlage hat die Verwaltung nochmals Stellung zu der geplanten Entfernung der Linden-Allee Stellung genommen. „Im Kern geht es um die Fragestellung: ,Was ist wichtiger, Baumerhalt oder Verkehrssicherheit?’“, fasst es Bürgermeister Christoph Gottheil zusammen. So sei nach Auffassung der Gemeinde letztendlich das Schadensbild, das die Bäume im Bereich von Bürgersteig und Radweg sowie im Erdreich angerichtet haben und noch anrichten werden, ausschlaggebend für die Entfernung des Baumbestandes. „Die Unebenheiten, die aufgrund der Wurzeln entstanden sind, wurden vor drei Jahren bereits ausgebessert. Mittlerweile sind wieder einige Schäden vorhanden“, sieht Anne Brodkorb vom Fachbereich Planen und Bauen solche Sanierungen nur als temporäre Hilfe an. Um Radfahrern und Fußgängern eine verkehrssichere Nutzung der für sie vorgesehenen Wege zu gewährleisten, käme letztlich nur eine Fällung der Allee infrage.

Wie Gottheil betont, mache sich niemand in der Verwaltung und im Rat die Entscheidung leicht, den vorhandenen Baumbestand zu entfernen. „Niemand zweifelt an, dass die Bäume ihren ökologischen und klimatischen Wert haben und durchaus einen ortsbildprägenden Charakter haben“, ergänzt er. Dennoch sehe er keine Möglichkeit, die Verkehrssicherheit und den Erhalt der Lindenallee miteinander zu verknüpfen. Im geplanten Vorhaben wird die Fahrbahn bereits um einen Meter auf 6,50 Meter verengt, um ausreichend Platz für den kombinierten Geh- und Radweg zu schaffen. „Wir reizen damit die geltenden Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen vollkommen aus“, schildert Benjamin Pier von Straßen.NRW. Im Schnitt fehle in der Breite ein Meter, um auch die Bäume zu erhalten.

Ganz ungrün soll die neue Ortsdurchfahrt allerdings nicht aussehen. Straßen.NRW spricht im Antrag an den Kreis Coesfeld davon, dass dort Säuleneichen Verwendung finden sollen. Darüber hinaus soll „im Bereich des Napoleonsweges eine adäquate Neuanlage einer Allee in mehreren Abschnitten vorgenommen werden“, heißt es weiter. Hier sollen insgesamt 123 Sommerlinden gepflanzt werden. „Der Weg wird von vielen Radfahrern benutzt. Hier kann etwas sehr Schönes entstehen“, ist der Bürgermeister von der Kompensations-Allee überzeugt. Ob der Rat ebenso überzeugt ist und diese Planungen mitträgt, wird sich noch in den kommenden zwei Wochen entscheiden.

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