1. www.azonline.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Rosendahl
  6. >
  7. Blumen bringen Farbe zurück ins Leben

  8. >

Kinder der Offenen Ganztagsschule in Darfeld führen Theaterprojekt durch

Blumen bringen Farbe zurück ins Leben

Darfeld

Bunt bemalte T-Shirts, jede Menge rotes und grünes Papier, verschiedenste Länderflaggen und sogar Protestschilder fanden sich in dieser Woche in den Räumen der Offenen Ganztagsschule (OGS) in Darfeld und ließen schon erahnen, dass da etwas ganz Besonderes bevorsteht. „Mit insgesamt 20 Kindern bereiten wir gerade alles für unser Theaterstück vor“, enthüllt Marlies Bertels, Teamleiterin der OGS, das Geheimnis.

Von Julia Mühlenkamp

Der rote Klatschmohn bringt Farbe zurück ins Leben – das war für Tanzpädagogin Leah-Sophie Saget ein Bild, das sie zu einem Theaterstück inspirierte. Mit den Kindern der OGS in Darfeld hat sie dieses Stück nun aufgeführt und verfilmt. Darin wird das Thema Corona aufgearbeitet. Foto:

Das Stück „Klatschmohnblüten“ stammt aus der Feder von Leah-Sophie Saget, die in Arnheim Tanzpädagogik studiert und bereits zum dritten Mal mit den Kindern der OGS ein Projekt durchführt. „Die Kinder arbeiten sehr gerne mit Leah und freuen sich riesig, dass sie wieder da ist. Sie kann die Kinder einfach total begeistern“, berichtet Bertels. Als Künstlerin hat Leah-Sophie Saget selbst erfahren, wie stark sich die Einschränkungen der Corona-Pandemie und vor allem der Lockdown auf das eigene Leben auswirkten.

„In meinem Bekanntenkreis gibt es viele, für die diese Zeit eine große Herausforderung war“, erzählt Saget. Als sie im Frühling in der näheren Umgebung Arnheims die ersten Mohnblumen entdeckte, kam ihr die Idee zu dem Theaterstück. „Ich sah die roten Blüten und mir kam der Gedanke, dass die warmen Tage des Lebens zurückkommen und die Idee für das Stück war geboren“, erinnert sich Saget. „Viele Menschen haben viel verloren und ich möchte ein Statement mit dem Stück setzen und besonders den Kindern wieder etwas Mut machen.“

Es sei wichtig, das Thema Corona mit den Kindern aufzugreifen und zu verarbeiten, unterstützt Bertels das Projekt. Da eine Aufführung vor Publikum aufgrund der Corona-Einschränkungen noch nicht möglich ist, wird das Theaterstück gefilmt. „Wir machen dann einen Kino-Nachmittag und schauen uns die fertigen Aufnahmen hier gemeinsam an. Wir haben sogar eine Popcorn-Maschine besorgt“, freut sich Bertels bereits auf das Ergebnis. Im Anschluss bekommen die Kinder das Video ausgehändigt, um es zuhause auch ihren Eltern zeigen zu können.

Das Theaterstück ist in zwei Teile aufgeteilt. „Zuerst geht es um die negativen Emotionen, die zu Beginn der Pandemie aufkamen, zum Beispiel Angst, Abstand, Verzweiflung, Stille. Im nächsten Teil wollen wir Hoffnung machen und zeigen, was trotzdem alles geht. Hier kommen Gefühle wie Mut, Hoffnung und Nähe zum Ausdruck“, beschreibt Saget. Bei den Kindern stößt das Stück auf große Begeisterung. Leonard, der einen Politiker spielt, schwärmt: „Es ist total cool und macht super viel Spaß!“

Einerseits sei es zwar schade, dass eine richtige Aufführung vor Publikum noch nicht umsetzbar sei, andererseits habe so jedes Kind die Chance, sich bestmöglich einzubringen. „Szenen, die nicht beim ersten Mal gelingen, werden dann eben nochmal gefilmt“, erklärt Saget. „Wir können den Kindern mehr zutrauen, als wir meistens denken“, sagt Saget abschließend und muss sich beeilen, mit der Kamera hinter den Kindern herzukommen, die bereits hochmotiviert die nächste Szene spielen.

Startseite