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Fortsetzungstermin mit Urteilsspruch: Darfelderin soll aus fahrendem Auto gestoßen worden sein

"Das ist menschenverachtend"

Rosendahl/Marl. Ein Jahr und fünf Monate Haft auf Bewährung muss ein 24-jähriger Mann aus Marl verbüßen, der vor dem Coesfelder Amtsgericht angeklagt war. Ihm wurde vorgeworfen, im Dezember des vergangenen Jahres eine 33-jährige Darfelderin aus einem fahrenden Auto gestoßen zu haben, sie dadurch mehrfach verletzt und schließlich Fahrerflucht begangen zu haben, ohne dass er sich um die verletzte Frau gekümmert habe. Die Staatsanwaltschaft sprach sich für ein Jahr Haftstrafe auf Bewährung aus, das Plädoyer des Verteidigers lautete Freispruch.

Leon Seyock

Das Urteil in dem Fall ist nun im Coesfelder Amtsgericht gefallen. Foto: Archiv

Der Tat war die Trennung der Frau von ihrem Ehemann vorausgegangen. Deshalb zog sie im vergangenen Jahr von Marl nach Darfeld. Der Ehemann sowie ein Bekannter der beiden – der Angeklagte – haben am Tattag das Auto, welches ihr zugestanden habe, mit einem Zweitschlüssel entwenden wollen. Der Ehemann habe dabei den Wagen des Angeklagten gefahren, dieser wiederum saß in dem Auto der Frau. Als die Frau, die zu der Zeit auf dem Balkon gestanden habe, davon Notiz nahm, sei sie auf die Straße gerannt und habe sich vor ihren Wagen gestellt. Trotzdem habe der Angeklagte den Wagen rollen lassen. Aus Protest habe sie sich auf die Motorhaube gesetzt, das habe den Marler allerdings nicht davon abbringen lassen, weiterhin Gas zu geben. Etwa 50 Meter haben sie so zurückgelegt. Am Darfelder Bahnhof sei es schließlich zu einer Auseinandersetzung vor dem Auto gekommen. Diese Chance habe die Frau nutzen wollen, um selbst auf dem Fahrersitz Platz zu nehmen. Der Angeklagte sei allerdings schneller gewesen und habe schon auf dem Sitz gesessen, als die Frau ihren Fuß zwischen seine Beine stellte. Ihr linker Fuß habe noch auf der Straße gestanden, als der Marler schließlich Gas gegeben haben soll. Die Frau erlitt Rippenbrüche, Verletzungen am Schlüsselbein und an der Lunge sowie starke Schürfwunden.

Richter nach der Verhandlung
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