Unternehmen reagieren flexibel auf Corona-Einschränkungen

„Das Wir-Gefühl muss erhalten bleiben“

Osterwick. AHA – früher dachte man bei diesen drei Buchstaben an eine norwegische Popband, heute steht die Abkürzung für Abstand halten – Hygiene beachten – im Alltag Maske tragen. Beinahe mantraartig taucht diese Regelung seit gut einem Jahr in jedem Bereich des täglichen Lebens auf, auch in den hiesigen Unternehmen. Um die Hygienemaßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auch im Arbeitsalltag einhalten zu können, müssen Betriebe verschiedene Möglichkeiten schaffen – als Beispiel in der Firma „Wigger Fenster + Fassaden“.

Julia Mühlenkamp

Lukas Winkelmann, Geschäftsführer von „Wigger Fenster + Fassaden“ pocht auf gegenseitige Unterstützung, damit das Wir-Gefühl und die Kommunikation in der Pandemie untereinander nicht verloren geht. Foto: privat

„Auch auf den Baustellen gelten die AHA-Regeln. Wir haben die Montagefahrzeuge mit Wasserkanistern, Seife und Desinfektionsmittel ausgestattet, um auch unterwegs die Möglichkeit zu haben, sich die Hände waschen zu können. Händewaschen ,to go’ sozusagen“, erklärt Lukas Winkelmann, Geschäftsführer der Firma.

Das Tragen einer Maske sei für die Mitarbeiter mittlerweile schon zur Normalität geworden, berichtet er, ebenso wie Bewerbungsgespräche, die per Videokonferenz abgehalten werden. „An vielen Stellen haben wir einen Digitalisierungsschub bekommen, was durchaus positiv zu sehen ist. Auch Fortbildungen oder externe Seminare werden über diesem Weg durchgeführt.“ Das funktioniere gut, wobei sich manche Themen besser im Schulungsraum mit dem Referenten vermitteln lassen würden. „Das Format werden wir sicher nach der Pandemie weiterhin nutzen und so manchen Fahrtkilometer sparen können“, gewinnt Winkelmann der Situation auch etwas Positives ab.

Woran er und seine Mitarbeiter sich bisher noch nicht gewöhnt haben und eigentlich nicht gewöhnen wollen, ist der nötige Abstand zueinander. „Unsere Firma ist nicht nur ein Arbeitsumfeld, sondern ein Lebensraum mit sozialen Kontakten und Freundschaften, die über die Arbeit hinausgehen“, betont Winkelmann. Es werde in Teams gearbeitet, „und wir leben von der Kommunikation mit Kunden und Lieferanten, aber vor allem mit Kolleginnen und Kollegen.“ Durch die Corona-Maßnahmen fehlten jetzt die über die reine Arbeit hinausgehenden sozialen Kontakte. Firmveranstaltungen wie Messen oder Feiern könnten nicht durchgeführt werden und so mancher vermisse das Doppelkopfspielen in der Mittagspause, bedauert Winkelmann. Dass einige Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten, verstärke den Effekt zusätzlich. Dies sei aber notwendig, um gewährleisten zu können, dass das Unternehmen auch im Falle einer auftretenden Infektion arbeitsfähig bleiben kann und nicht komplette Abteilungen oder Teams ausfallen. Die Mitarbeiter würden wochen- und wechselweise ins Home-Office geschickt.

„Wir mussten feststellen, dass die klare Trennung zwischen Arbeitswelt und Privatleben von den meisten Mitarbeitern als angenehmer empfunden wird und sie lieber in die Firma kommen“, sagt Winkelmann. Dennoch stehe die Gesundheit der Mitarbeiter an erster Stelle. Anders als anfangs befürchtet, musste kein Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden und das Unternehmen blieb von den zum Teil verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie weitestgehend verschont. „Wir müssen uns in dieser Zeit gegenseitig unterstützen, damit das Wir-Gefühl erhalten bleibt. Das ist eine wichtige Aufgabe für Führungskräfte, aber auch für jeden einzelnen. Bislang ist uns das gelungen und ich bin zuversichtlich, dass wir diese Zeit gut überstehen“, ist Lukas Winkelmann optimistisch.

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