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Team der Drive-In-Teststation in Darfeld hat alle Hände voll zu tun

„Der Ansturm reißt nicht ab“

Osterwick

Dass sie sich vor den Weihnachtsfeiertagen und Neujahr für einen Ansturm wappnen müssen, darauf haben sie sich eingestellt. „Wie viele es am Ende dann aber waren, hat uns aber schon sehr überrascht“, erzählt Florian Christaller von der Drive-in-Teststation in Darfeld. Besonders zu Silvester platzte die Teststation-Fläche auf dem Grundstück des Autohauses Voss vor lauter PKW fast aus allen Nähten – so sehr, dass die anliegende Bundesstraße zu Stoßzeiten beinahe von wartenden Autos blockiert wurde. „Knapp 900 Tests haben wir an diesem Tag durchgeführt“, verrät Christaller. Ein Großteil davon, exakt 836 an der Zahl, bis circa 13.45 Uhr. Bis 15 Uhr wurde es dann etwas weniger.

Von Leon Eggemann

Ein ungewohntes Bild: Besonders zu den Feiertagen platzte das Gelände der Drive-In-Teststation in Darfeld nahezu aus allen Nähten. Allein an Silvester wurden knapp 900 Tests durchgeführt.

Und dennoch: Eng getaktet war der Zeitplan allemal. „Im Durchschnitt waren wir bei 22 Sekunden pro Test. Das ist schon eine Ansage“, betont der Inhaber der Oasien-Tagespflege in Billerbeck. Um diesem massiven Andrang Herr zu werden, wurde im Vorfeld ein achtköpfiges Team für die Einsätze vor und an den Feiertagen aufgestellt. „Die einen packen die Tests aus und nummerieren sie, die anderen nehmen die Testungen vor, wieder andere werten sie aus“, zählt er auf.

Wer denkt, dass nach den Feiertagen wieder mehr Ruhe bei der Teststation einkehrt, der hat sich allerdings geirrt. „Der Ansturm reißt nicht ab“, stellt Christaller fest. Immerhin waren es am vorgestrigen Montag weiterhin 600 Tests, die durchgeführt wurden. Zum Vergleich: Noch vor Weihnachten waren es Werktags knapp 300, am Wochenende 450. Gleichbedeutend ist die Steigerung bei der Nachfrage auch mit vermehrt positiven Tests. „Allein bis Dienstag-Mittag haben wir fünf ermittelt“, verrät Christaller. Vor den Feiertagen kam es in der Regel zu einem, vereinzelt sogar zu vier positiven Ergebnissen am Tag. „Wobei wir auch Tage hatten, an denen wir 600 Leute getestet haben und kein einziger Test positiv war“, ergänzt er.

Was die kontinuierlich hohe Nachfrage ebenfalls bedingt, sind längerer Wartezeiten – die bei dem einen oder anderem Autofahrer auf das Gemüt schlagen. „Es ist leider keine Seltenheit mehr, dass so mache Person sehr negativ reagiert“, stellt Christaller fest. Immer wieder komme es zu respektlosen und beleidigenden Äußerungen dem Test-Personal gegenüber. „Wir hatten tatsächlich aber auch schon eine Frau, die nach ihrem Tester geschlagen hat“, berichtet Christaller. Insgesamt sind es sieben Personen, die aufgrund ihres Verhaltens Hausverbot aufgebrummt bekommen haben.

Kurzum: Der Umgangston wird rauer. „Vielen ist der Frust über die aktuelle Situation in der Pandemie anzumerken. Sie sind unzufrieden oder klagen über eine gewisse Perspektivlosigkeit“, wagt Christaller eine kleine Prognose, weshalb es in letzter Zeit des Öfteren zu Zwischenfällen gekommen ist. Gleichzeitig appelliert er daran, dem Test-Personal mit dem nötigen Respekt entgegenzutreten. Letztendlich leiste dieses nämlich einen wichtigen Beitrag zum Kampf gegen das Virus.

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