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Entlassfeier der Paulus-van-Husen-Schule Legden/Rosendahl an der Freilichtbühne in Coesfeld

Durch den Sturm zum Schulabschluss

Rosendahl/Legden

Ein passenderes Lied hätten sie sich wohl kaum aussuchen können. So stand die Entlassfeier der Paulus-van-Husen-Schule Legden/Rosendahl unter dem Motto „Zusammenhalt“. Gleich zu Beginn der Veranstaltung erklang daher „You’ll never walk alone“ (deutsch: Du wirst nie alleine gehen) von „Gerry & the Peacemakers“ aus den Lautsprechern an der Freilichtbühne in Coesfeld. „Ein Lied darüber, dass es schwierige Phasen und Rückschläge im Leben gibt. Und dennoch singt der Sänger, dass man niemals aufgeben sollte und auch nicht alleine durch den Sturm geht“, sprach Lehrerin Sylvia Humpohl über die ahrzehntealte Hymne, die vor allem mit dem Fußball in Verbindung steht. Dabei gelte die Aussage hinter dem Lied längst nicht nur für den Sport, sondern auch für den Alltag. Nicht zuletzt hat die Coronapandemie das Schuljahr des Abschlussjahrgangs wie ein Sturm durchgewirbelt – und dennoch hielten nun 83 Schülerinnen und Schüler nach sechs Jahren an der Paulus-van-Husen-Schule ihr Abschlusszeugnis in der Hand.

Von Leon Eggemann

Nach und nach bekamen die Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrgangs der Paulus-van-Husen-Schule Legden/Rosendahl von ihren jeweiligen Klassenlehrern ihr Abschlusszeugnis überreicht. Foto: Foto: Leon Eggemann

„Im Dschungel von Geboten, Verboten und immer wieder neuen Regelungen könnt ihr euch ruhig auf die Schulter klopfen. Ihr habt all dies mit Bravour gemeistert“, fand Schulleiter Knut Kasche lobende Worte für die Strapazierfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Diese mussten sich immerhin durch ein Wirrwarr aus Online-Unterricht, Coronatests und Maskenpflicht im Wechselunterricht zum Abschluss pauken. Wie sehr die Pandemie das letzte Schuljahr, aber auch den allgemeinen Sprachgebrauch beeinflusst hat, brachte Lehrer Andreas Wellenbüscher auf den Punkt. So dichtete er gleich ein ganzes Corona-ABC. Von A wie Abstandsregel bis Z wie zweite Welle war das gesamte Alphabet gespickt mit den verschiedensten Corona-Begriffen, die wohl jeder Schüler, Lehrer und Elternteil mittlerweile nicht mehr hören kann. Zwischendurch schmetterten die Anwesenden immer wieder die Begriffe „Lernen, Lüften, Hoffen“ – drei Schlagworte, die NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) immer wieder im Umgang mit dem Coronavirus in Schulen predigte und von Wellenbüscher humoristisch parodiert wurden. Abseits davon sorgten Schüllerinnen mit einer Tanzeinlage, Lehrer mit musikalischen Darbietungen sowie von Schülern erzählte Anekdoten aus dem ganz normalen Schulwahnsinn für beste Stimmung.

Auch die Bürgermeister aus Legden und Rosendahl richteten noch Worte an den Abschlussjahrgang. „In einer Zeit, in der man bei einem Test nicht an Mathe oder Deutsch denkt, habt ihr nun euren Abschluss in der Tasche“, freute sich Dieter Berkemeier. Christoph Gottheil gab den ehemaligen Schülerinnen und Schülern noch einen Tipp mit auf dem Weg: „Es ist wichtig, sofort wieder aufzustehen, wenn man auf die Nase fällt.“ Bestes Beispiel sei da seiner Meinung nach Nationalspieler Mats Hummels, der bei der EM-Auftaktniederlage das Eigentor zum 0:1 gegen Frankreich erzielte. „Er hat sich kurz geärgert, ist aufgestanden und wurde sofort von Manuel Neuer unterstützt“, fuhr er fort. Stichwort: You'll never walk alone.

Für die jungen Erwachsenen beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Wie „Gerry & the Peacemakers“ bereits sangen, wartet auf sie nach dem Corona-Sturm nun der „golden sky“ (goldener Himmel).

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