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Holtwicker Frauengemeinschaft veröffentlicht zum runden Jubiläum eine Chronik

Eintauchen in 100 Jahre kfd-Geschichte

Holtwick

Auch wenn die Corona-Pandemie die Euphorie ein wenig bremst, kommt dennoch so langsam Vorfreude auf. „Man wird schließlich nur einmal 100 Jahre alt“, schmunzelt Mechthild Wilde, Teamsprecherin der kfd Holtwick. 1922 noch als katholischer Mütterverein gegründet, kann die katholische Frauengemeinschaft Deutschlands in Holtwick in diesem Jahr auf ein Bestehen über ein ganzes Jahrhundert zurückblicken. Entsprechend soll das runde Jubiläum auch zelebriert werden. „Angesetzt sind die Feierlichkeiten für den 15. Mai. Wir haben also noch etwas Vorlauf, sollte es in Zukunft neue Regelungen geben. Es ist alles noch ein bisschen ungewiss“, erklärt Wilde.

Von Leon Eggemann

Absolute Gewissheit gibt es dagegen darüber, dass die kfd-Frauen im Vorfeld bereits eine Reise durch ein Stück Zeitgeschichte antreten werden. So hat sich eine fünfköpfige Arbeitsgruppe gebildet, die eine Chronik zur 100-jährigen Historie der kfd Holtwick erstellt. „Läuft alles glatt, soll sie Ende Januar bis Mitte Februar in den Druck gehen. Im April wird die Chronik dann veröffentlicht“, verrät Wilde.

Auf diese Idee gekommen ist die Holtwickerin, als sie im ersten Corona-Lockdown durch sämtliche Ordner mit zahlreichen Daten, Fotos und Zeitungsberichten aus 100 Jahren kfd gestöbert hat. „Ich bin seit zwölf Jahren Teamleiterin, da sind einige dicke Ordner zusammengekommen, die mir von Mitgliedern übergeben wurden“, lacht sie. Wirklich gelesen werden solche „Schinken“ allerdings von den wenigsten, eine verkleinerte Rekonstruktion der kfd-Historie sollte her – und schon war die Idee zur Chronik geboren.

Seither gehen die Arbeiten an dieser stetig voran. Gemeinsam mit Waltraud Deiger, Regina Hemsing, Ute Wilde und Iris Fedder ist Mechthild Wilde seit dem Frühjahr 2021 dabei, sämtliche zeitgenössische Aufzeichnungen der vergangenen Jahrzehnte regelrecht zu studieren. Zudem wurden zahlreiche Gespräche mit langjährigen Mitgliedern geführt. „Komprimiert sind all diese Informationen nun auf 31 Din-A4-Seiten. Obendrauf kommen noch einige Fotos“, schildert die kfd-Teamleiterin. Entsprechend rechne sie damit, dass die Chronik, die im Din-A3-Format erscheint, rund 100 Seiten umfassen wird.

Angesichts der vielseitigen Spektren der kfd werden diese auch wohl nötig sein, um das gesamte Gemeinschaftsleben widerzuspiegeln zu können. So umfasst die Chronik unter anderem sämtliche Personen, die die Holtwicker kfd dahin gebracht haben, wo sie heute ist – angefangen mit Maria Stegemann, die von 1922 bis 1953 den Posten der 1. Vorsitzenden übernahm und damit den Grundpfeiler für die folgenden kfd-Generationen bildete.

Doch auch die Hintergründe zur Theatergruppe, die von 1987 bis 2009 einen großen Bestandteil der Gemeinschaft ausmachte, sowie die langjährige Partnerschaft zum Friedensdorf Oberhausen, an das seit 1978 knapp 30 000 Euro über die Jahre gespendet wurde, werden beleuchtet. Hinzu kommen zahlreiche weitere Erinnerungen, wie etwa die 1. Fahrt zu Dr. Oetker nach Bielefeld im Jahr 1966 – das älteste Foto in der Chronik.

Was Mechthild Wilde besonders fasziniert hat, ist der Wandel, den die kfd über Jahrzehnte durchlaufen hat. „Zu Spitzenzeiten im Jahr 1982 hatte die Gemeinschaft stolze 449 Mitglieder. Aktuell sind es circa 170“, nennt sie nur ein Beispiel. Im Gegensatz dazu unternehmen die kfd-Frauen heutzutage allerdings deutlich mehr Aktionen. Auch die Verbundenheit zu den kfd-Ablegern in Osterwick, Darfeld und Höven hat zugenommen. „Nicht zuletzt über die Rosendahler Aktionstage“, betont Wilde. Sie erkennt neben all den Unterschieden zu früher auch eine Eigenschaft, die sich über all die Jahrzehnte nicht geändert hat: „Die treue Seele der kfd sowie die Verbundenheit untereinander sind gleich geblieben.“

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