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Ratsmitglieder stimmen mehrheitlich für das Aus der Lindenallee

Entscheidung gefällt – Bäume bald auch?

Holtwick

Nach abermals langer Diskussion ist es nun beschlossen – der Rat der Gemeinde Rosendahl trägt mehrstimmig das Vorhaben der Verwaltung, im Zuge der Umgestaltung der Holtwicker Ortsdurchfahrt die Linden-Allee zu fällen, mit. Im Zuge einer geheimen Abstimmung, die von Ralf Steindorf (fraktionslos) beantragt wurde, stimmten 14 Ratsmitglieder dafür, den Antrag der Grünen, die eine Alternativplanung mit Erhalt der Bäume anstrebten, abzulehnen. Ein weiterer Antrag, den Wert der Linden mithilfe der sogenannten „Koch-Methode“ zu ermitteln, wurde ebenfalls mit 16 der insgesamt 23 Stimmen mehrheitlich abgelehnt.

Von Leon Eggemann

Nach langen Diskussionen im Gemeinderat und eine Woche zuvor im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss ist nun eine Entscheidung gefällt worden: die Lindenallee in Holtwick soll im Zuge der Umgestaltung der Holtwicker Ortsdurchfahrt entfernt werden. Ob die Maßnahme durchgeführt wird, entscheidet aber der Kreis. Foto:

Sowohl Grünen-Fraktionsvorsitzender Winfried Weber als auch Bürgermeister Christoph Gottheil nutzen das Zusammenkommen des Gemeinderats dafür, in einer Art „Schlussplädoyer“ die Mitglieder von der eigenen Vorgehensweise zu überzeugen (wir berichteten ausführlich über die Argumente beider Seiten). Wie schon im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss eine Woche zuvor warf Weber der Verwaltung vor, dass diese nicht einmal den Versuch unternehme, Verkehrssicherheit und Baumerhalt zu verbinden. „Eine Intention der Gemeinde, die Linden zu erhalten, ist nicht erkennbar, in der Verwaltung gibt es keine grüne Seele“, kritisierte er. Darüber hinaus betonte er, der vehemente Einsatz gelte einer „sauberen Entscheidungsfindung aus einer Abwägung von Möglichkeiten“ – es gehe nicht um den uneingeschränkten Erhalt der Bäume. Bereits vor der eigentlichen Diskussion beantragte Weber, die Entscheidung über die Linden-Allee zu verschieben. Seinen Vorschlag begründete er damit, dass nicht alle Unterlagen, die das Vorhaben betreffen, der Öffentlichkeit zugänglich sind. Der Antrag wurde allerdings mit 16 Nein-Stimmen der CDU und der Wählerinitiative Rosendahl (WIR) abgelehnt.

Unterstützung erhielt der Grünen-Fraktionsvorsitzende von der SPD, aber auch von Ralf Steindorf: „Es gibt keine Gründe, die so stark sind, die Bäume zu fällen.“ Darüber hinaus wolle Steindorf den engagierten Bürgern Mut machen. So könne weiterhin ein Bürgerbegehren gestartet werden, das er selbst unterstützen würde. Auch Alfred Eimers (CDU) sprach sich für die Intention der Grünen aus. „Es gibt eine breite öffentliche Stimmung für den Erhalt der Bäume, trotzdem wird einfach weitergemacht“, schilderte er. Parteikollege Frederik-Maximilian Lethmate plädierte dafür, die Planung von Straßen.NRW auf ihre Plausibilität extern prüfen zu lassen.

Der Bürgermeister hingegen verwies nochmals darauf, „nichts hinter dem Berg gehalten“ zu haben. Zusätzlich verwies er auf die ausführliche Präsentation von Benjamin Pier von Straßen.NRW, der mit dieser deutlich gemacht habe, dass eine alternative Planung nicht möglich sei. Ebenso wie Gottheil wies die Fraktion der WIR den Vorwurf zurück, die Natur nicht wert zu schätzen. In die gleiche Kerbe schlug CDU-Fraktionsvorsitzender Guido Lembeck. „Dass die Allee schön ist, ist unstrittig. Niemand macht sich eine Fällung leicht“, stellte er klar. Dem Erhalt stünden allerdings faktische Belege von zahlreichen Schäden auf dem Geh- und Radweg und an den Leitungen unter der Erde sowie die Ausführungen von Straßen.NRW gegenüber.

Nach zwei Stunden Diskussionen stimmten die Ratsmitglieder letztlich für die Fällung der Bäume. Was jedoch nicht bedeutet, dass die Lindenallee auch verschwinden muss. „Die Entscheidung liegt nicht allein bei uns“, merkte Gottheil an. Das letzte Wort hat der Kreis Coesfeld, der die Planungen der Gemeinde und Straßen.NRW noch absegnen muss.

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