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Konstantin Eierhoff arbeitet nach seinem Abitur im Testzentrum

Ferienjob der etwas anderen Art

Rosendahl

Wie viele Tests er heute schon durchgeführt hat? „30. Das ist nicht viel“, sagt Konstantin Eierhoff mit Blick auf die bereits verwendeten Test-Kits. Manchmal seien es 250 bis 300 Abstrichen an einem Tag, die er abnimmt, an anderen Tagen ist es ruhiger. So wie heute.

Von Leon Seyock

Seit sechs Wochen führt Konstantin Eierhoff Abstriche zum Test auf eine Infektion mit dem Corona-Virus durch. Er arbeitet beim DRK als Springer – er wird also dort eingesetzt, wo Personal gebraucht wird. Auch im Rathaus in Osterwick hat er für einige Wochen gearbeitet. Foto: Foto: Leon Seyock

Vor wenigen Wochen erst hat der 20-Jährige sein Abitur am Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg bestanden. In der freien Zeit, die der Billerbecker nun bis zum Beginn des angestrebten Studiums hat, wollte er sich etwas Geld dazuverdienen. „Meine Alternative wäre die Post gewesen“, erzählt Konstantin. „Das wäre sicherlich abwechslungsreich gewesen, weil man ja viel unterwegs ist“, überlegt er. Doch eine Freundin habe ihn vorher darauf aufmerksam gemacht, dass in den Testzentren des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Personal gesucht werde. „Also habe ich mich da beworben. Mit Erfolg.“

Vor rund sechs Wochen hat Konstantin also seinen Ferienjob der etwas anderen Art begonnen. Anstatt mit Briefen von Haustür zu Haustür zu laufen, führt er nun Abstriche durch. „2000 bis 3000 werden es insgesamt wohl schon gewesen sein“, schätzt er nach kurzem Überlegen. Bevor er mit dem Job starten konnte, wurde Konstantin in einigen Stunden in die Arbeit eingewiesen: das Einchecken, die Hygienebedingungen und natürlich das Durchführen der sogenannten Schnell- und PCR-Tests. „Ich habe zum Beispiel gelernt, dass die Nase sehr komplex ist. Es ist wichtig, den richtigen Gang zu erwischen. Sonst kann es schnell weh tun“, meint der Billerbecker. Für ihn sei das Durchführen der Abstriche aber mittlerweile Routine.

Von Anfang an arbeitet Konstantin als Springer – heißt, er wird dort eingesetzt, wo Personal benötigt wird, „zum Beispiel, wenn Kollegen krankheitsbedingt ausfallen oder im Urlaub sind.“ Die ersten zwei Wochen in seinem neuen Job hat er in der Teststation im Rathaus in Osterwick verbracht. Auch in Olfen und Nordkirchen war er bereits, im Moment führt er Tests in Havixbeck durch. „Das finde ich schöner, als immer nur an einem Ort zu sein“, urteilt Konstantin. Denn so habe er immer wieder mit anderen Menschen zu tun. Auch die teils unterschiedlichen Abläufe in den verschiedenen Zentren bekomme er dadurch gut mit. „Schade ist es natürlich, wenn ich nette Kollegen verlassen muss“, meint er.

Vor jedem Arbeitsbeginn muss sich Konstantin in entsprechende Schutzkleidung werfen. Dazu gehört ein Schutzmantel, eine Maske, ein Visier und doppelte Gummihandschuhe. „Nach jedem Test müssen wir uns die Hände desinfizieren und nach jedem zehnten die Handschuhe wechseln“, erklärt Konstantin. Routine für den angehenden Studenten. Wenn er nicht gerade Abstriche nimmt, sitzt er auch schon mal am Check-In und überprüft den Personalausweis von den angemeldeten Personen. „Damit wechseln wir uns regelmäßig ab. Dann wird es auch nicht langweilig“, ergänzt Konstantin.

Neben dem Verdienen von Geld könnte ihm der Job beim DRK vielleicht auch in Zukunft helfen. Denn der 20-Jährige strebt eine Qualifikation für den Rettungsdienst an, bei dem er bis zum Beginn des Studiums arbeiten möchte. „So kann ich praktische Erfahrungen beim DRK sammeln“, weiß Konstantin. Und die Frage, was er dann im kommenden Jahr studieren möchte, beantwortet sich fast von selbst – nämlich Medizin.

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