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Therapiehund Liene ist in der Kita Wunderland zu Gast

Filmreife Geschichte aus Hollywood

Osterwick

Es war ein bisschen wie in einer klassischen Hollywood-Romanze. „Als ich mit ihr Gassi gegangen bin, hat sie mich immer zu einem ganz bestimmten Haus gezogen“, lacht Irmhild Nonhoff. So wollte Hunde-Dame Liene immer wieder durch das Fenster der Kita Wunderland in Osterwick nach den Kindern schauen. Immerhin ist die Schafpudel-Hündin seit viereinhalb Jahren ein ausgebildeter Therapiehund – spezialisiert auf die Arbeit mit Kindern. „Von innen waren unser Jungs und Mädchen auch sehr interessiert und haben sich immer, wenn Liene sie wieder besucht hat, sehr gefreut“, muss auch Kita-Leiterin Sylvia Kemper schmunzeln.

Von Leon Eggemann

Endlich vereint: Nach dem monatelangen Warten durften sich Hunde-Dame Liene und die Kinder der Kita Wunderland persönlich kennenlernen. Das freute auch Irmhild Nonhoff (links), die freiberuflich als Tierpsychologin arbeitet, sowie Kita Leiterin Sylvia Kemper (rechts). Foto: Foto: Leon Eggemann

Das Problem: Dass beide Seiten zueinanderfinden, machte die Coronapandemie für schier unzählige Monate unmöglich – ein Drama, das so mancher Regisseur aus Los Angeles sicher in einen Kino-Streifen verwandeln könnte. Mit den zunehmenden Lockerungen war es nun endlich so weit: das erste Aufeinandertreffen, und das ganz ohne trennende Fensterscheibe. So sind von nun an Liene und Besitzerin Irmhild Nonhoff regelmäßig für kleinere Sessions mit den Kindern in der Kita zu Gast. Beim ersten Termin war vor allem bei der Hunde-Dame die Freude riesengroß. „Sie war wirklich sehr aufgeregt. Immerhin war sie durch die Corona-Pandemie gezwungenermaßen lange arbeitslos“, erklärt die freiberufliche Tierpsychologin, die darüber hinaus als Sozialarbeiterin im Jugendamt arbeitet.

Doch nicht nur für Liene war der Tag etwas ganz besonderes, auch Tiora, Emma und Amelie, die als erste Dreier-Gruppe mit den Hund in Kontakt treten durften, war eine gewisse Vorfreude in Verbindung mit leichter Nervosität anzumerken. „Das ist auch gut so, das zeigt, dass die Kinder Respekt gegenüber dem Hund haben“, schildert Nonhoff. Spätestens nach den ersten gemeinsamen Übungen hat sich die Nervosität bei den drei Dreijährigen aber gelegt. So haben sie nicht nur den Körper des Hundes mit ihrem eigenen verglichen, sondern sind auch als Teil einer Vertrauensübung unter den Bauch von Liene gekrochen. Diese hat ihren Einstand nach der langen Arbeitslosigkeit sichtlich genossen. „Hunde sind auch ein Teil der Gesellschaft. Daher ist es wichtig, dass Kinder bereits früh lernen, dass auch Hunde Gefühle haben und wie mit ihnen umzugehen ist“, betont die Osterwicker Tierpsychologin.

Nach dem ersten gemeinsamen Kennenlernen soll es nicht der letzte Besuch der Schafpudel-Hündin in der Kita gewesen sein. „Es folgen noch vier weitere Dreier-Gruppen“, informiert Sylvia Kemper. Diese dürfen sich nach den Sommerferien auf ein gemeinsames Programm mit Liene freuen – dann auch ohne Fensterscheibe. Es scheint, als hätte sich das anfängliche Drama letztendlich doch in eine herzerwärmende Romanze gewandelt. Wie heißt es am Ende von Filmen so schön: Ende gut, alles gut.

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