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Ver- und Entsorgungsausschuss: Verwaltung will Situation in den Griff bekommen

Fremdwasser sorgt für Probleme

Rosendahl

Die Gemeinde Rosendahl hat ein massives Fremdwasser-Problem. Dies haben Vertreter der Gelsenwasser AG im Ver- und Entsorgungsausschuss nochmals deutlich gemacht. So gelange in allen drei Ortsteilen ungewollt Wasser in die Kanalisation, wo es sich mit dem Schmutzwasser vermischt und gemeinsam abfließt.

Von Leon Eggemann

Ein großer Teil des Wassers, das in die Kläranlage in Osterwick gelangt, besteht nach Ausführungen der Gelsenwasser AG aus Fremdwasser. Dies sorgt dafür, dass große Mengen an Energie unnötigerweise verbraucht werden. Foto: Foto: Leon Eggemann

„Bei den letzten Testungen im Jahr 2018 lag der Anteil an Fremdwasser in der Osterwicker Kläranlage teilweise bei 300 Prozent“, schilderte Guido Steinert von der Gelsenwasser AG. Ab über 100 Prozent werde bereits von einem Fremdwasserproblem gesprochen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass mehr als zwei Drittel des Wassers, das in die Kläranlage gelangt, aus Fremdwasser besteht. „Da es sich 2018 um ein Dürre-Jahr handelte, können die Werte sogar noch höher sein“, ergänzte Steinert. Dies führe in der Kläranlage letztlich dazu, dass Unmengen an zusätzlichem Strom verbraucht werden, die bei einer Behebung des Fremdwasser-Problems eingespart werden könnten.

Um diese Problematik in den Griff zu bekommen, will die Verwaltung einen Dienstleister beauftragen, einen Generalentwässerungsplan zu erstellen. In diesem soll unter anderem der aktuelle Zustand des Kanalnetzes der Gemeinde sowie die zugehörige Hydraulik analysiert werden. „Gleichzeitig dient der Generalentwässerungsplan als Basis für die Untersuchung des Fremdwasserproblems“, erklärte Steinert. Wie er anmerkte, könne das Problem nicht innerhalb der nächsten zehn Jahre bewältigt werden. „Es wird aber ein Pfad aufgestellt, längerfristig Fremdwasser zu reduzieren“, beteuerte der Vertreter der Gelsenwasser AG. Geplant sei innerhalb der nächsten zwei Jahre den Generalentwässerungsplan aufzustellen, in dieser Zeit sollen auch in allen drei Ortsteilen Felduntersuchungen zum Fremdwasser-Aufkommen durchgeführt werden. „Diese Maßnahmen münden in einer ersten Empfehlung, wie man das Problem in den Griff bekommen kann“, so Steinert. In Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Münster könne die Gemeindeverwaltung dann Schwerpunkte zur Bekämpfung des Fremdwassers ausarbeiten.

Bürgermeister Christoph Gottheil machte derweil deutlich, dass ein Generalentwässerungsplan auch bei der Aufstellung von Bebauungsplänen nützlich sei. Mit diesem könne automatisiert auf die entsprechende Entwässerungssituation in betroffenen Gebieten geschaut werden. „Externe Aufträge, die Entwässerung prüfen zu lassen, können so vermieden werden“, sagte Gottheil.

Auf Nachfrage von Franz Schubert (WIR) und Klaus-Peter Kreutzfeldt (SPD), wo das viele Fremdwasser bleibe, thematisierte Steinert bereits ein paralleles Drainage-System, das das Fremdwasser wegleiten soll. „Hier braucht es allerdings erst Datenmaterial für konkretere Ansätze“, drückte er auf die Bremse. Ebenfalls noch keine konkreten Zahlen konnte er zu den Energieeinsparungen nennen, die bei einer Reduzierung des Fremdwassers erzielt werden könnten. Hermann Reints (Grüne) bemängelte, dass sich die Gemeinde bereits in der Amtszeit von Franz-Josef Niehues mit der Problematik herumgeschlagen habe. „Anscheinend war diese Mühe wenig von Erfolg gekrönt“, kritisierte er. Allerdings seien frühere Investitionen längst nicht nur in die Fremdwasser-Bekämpfung gesteckt worden, sondern auch in das Kanalnetz, betonte Gottheil. „Ein mäßiger Erfolg beim Fremdwasser ist aber nicht von der Hand zu weisen“, gestand der Bürgermeister ein.

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