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Richtfest am Dorfgemeinschaftshaus in Darfeld gefeiert

Giebel ist jetzt um einen Nagel reicher

Darfeld

Wie gut, dass Bürgermeister Christoph Gottheil mit dem Fahrrad anreiste. Vermutlich hatte er schon geahnt, dass ihm beim Richtfest am Dorfgemeinschaftshau am Darfelder Sportplatz eine besondere Aufgabe zugetragen wird. Tatsächlich fand er sich kurzerhand gemeinsam mit Anne Brodkorb, Fachbereichsleiterin Planen und Bauen, sowie mit Johannes Lösing und Annika Löhring von der Zimmerei Lösing aus Legden auf dem Dach des neuen Gebäudes wieder. Ausgestattet mit einem großen Nagel, Hammer und einer Flasche Sassekorn ging es ans Eingemachte.

Von Leon Seyock

Voller Einsatz ist gefragt: Bürgermeister Christoph Gottheil muss nach dem Richtspruch von Johannes Lösing einen langen Nagel in den Giebel des Dorfgemeinschaftshauses schlagen. Foto: Fotos: Leon Seyock

Kurz vorher begrüßt der Bürgermeister eine große Runde – Vertreter aus Rat und Verwaltung, der Bezirksregierung Münster, von Turo Darfeld, des Architekturbüros Bock Neuhaus Partner (Generalplaner) sowie Handwerker sind zu einer Feierstunde zusammengekommen. „Wir stehen hier jetzt im zukünftigen Versammlungsraum“, erklärt Markus Plogmaker, zweiter Vorsitzender von Turo Darfeld. Ein Blick nach oben. Dicke Holzbalken ragen über den Rohbau, das Dach ist bereits halb gedeckt. Mit einem Kran fliegt in diesem Moment eine Krone über das Gebäude – verziert mit roten, weißen und blauen Bändern. „Für Rosendahl ist heute ein denkwürdiger Tag“, leitet Gottheil ein und richtet seinen Dank an die Bezirksregierung, die den Bau mit 1,6 Millionen Euro förderte – immerhin fast 90 Prozent der Gesamtkosten. „Ohne die Fördersumme wären wir das Projekt so nicht angegangen“, macht er klar. Sein Wunsch ist es, dass das Dorfgemeinschaftshaus passend zum 100-jährigen Jubiläum von Turo im kommenden Jahr fertiggestellt wird.

Das wird zwar noch eine Weile dauern, aber immerhin ist der Giebel jetzt um einen Nagel reicher. Gemeinsam mit Bordkorb, Gottheil und seiner Kollegin steigt Johannes Lösing zum Dach herauf. Passend unter der großen Krone stehend bringt der Zimmermann den Richtspruch zum Besten und prostet dabei immer wieder der Gruppe zu, die sich auf dem Kunstrasenplatz versammelt und das Spektakel von unten beobachtet. Aus seiner Tasche zieht er einen rund 20 Zentimeter langen Nagel. „Zehn Schläge, dann einen trinken. Wenn danebengehauen wurde, einen trinken“, lautet die klare Ansage von Lösing an Gottheil. Der Bürgermeister greift zum Hammer und schlägt mit voller Kraft zu. Daneben haut er zwar nicht – aber zehn Schläge sind bei solch einem langen Nagel nicht viel, wie er schnell feststellt. Das führt also zu dem Umstand, dass Johannes Lösing regelmäßig nachschenkt. „Es ist mühsam“, kommentiert Gottheil, der nach einigen Runden plötzlich den Kopf des Nagels abschlägt. Schlaue Sprüche – etwa einfach fester zu schlagen oder zu einem größeren Hammer zu greifen – kommen von unten. Davon lässt sich Gottheil aber nicht abhalten und versenkt den Metallstift schließlich unter Applaus im Giebel. Verdient hat er sich anschließend eine Wurst vom Grill – als Stärkung für die Rückfahrt per Rad.

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