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Rosendahler helfen vor Ort im Überschwemmungsgebiet

Hand in Hand gegen die Katastrophe

Rosendahl

Zerstörte Möbel auf abgebrochenen Straßen, eingestürzte Brücken, Menschen, die ohne ihr Hab und Gut wie erstarrt auf dem Boden sitzen – Bilder, die einen sprachlos machen. „Hier sieht es aus wie in einem Kriegsgebiet, als wäre eine Bombe eingeschlagen“, schildert Nils Thiemann seine Eindrücke aus dem Überflutungsgebiet. Gemeinsam mit vier weiteren Rosendahlern ist er am Montag nach Marienthal im Kreis Marienthal an der Ahr im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz gereist. „Wenn sich bei uns zu Hause eine solche Katastrophe ereignet hätte, dann würden uns die Menschen auch helfen“, begründet Thiemann die Entscheidung, im Krisengebiet einen Beitrag zu leisten.

Von Leon Eggemann

Bilder, die sprachlos machen: In Marienthal im Kreis Wesel ist die Zerstörung riesig. So sind neben ganzen Hausfassaden... Foto:

Neben ihm haben auch Michel Hülsken, Marcel Hövener, Alexander Pasker und Henrik Laus spontan beschlossen, sich Urlaub zu nehmen und im Überflutungsgebiet mit anzupacken. „Die Anreise über 220 Kilometer hat knapp sechs Stunden gedauert“, informiert Thiemann. Nicht verwunderlich: Immerhin sind die fünf jungen Rosendahler, die zwischen 18 und 28 Jahre alt sind, nicht mit dem Auto, sondern mit ihren landwirtschaftlichen Geräten losgefahren. „Zwei Bagger, ein Radlader, ein Trecker mit Kipper, einen weiteren mit Tieflader und dazu einen Lkw mit Mulde“, zählt der Darfelder auf.

Kaum angekommen, kam das schwere Gerät auch gleich zum Einsatz. „Hauptsächlich räumen wir den Schlamm und all das Überflutete von den Straßen, damit diese ansatzweise wieder befahren werden können“, erklärt Thiemann. Darüber hinaus ermöglichen die Rosendahler aber auch Einheimischen den Zugang zu ihren Häusern, indem sie ihre Grundstücke von den Massen an Dreck und Schlamm befreien. „Teilweise stand die Flut auf Höhe des ersten Stocks. Wenn Menschen im zweiten Stock wohnen, ist es völlig verständlich, dass sie ihr Hab und Gut retten wollen“, ergänzt er.

Wie lange die fünf Helfer vor Ort bleiben, haben sie noch nicht entschieden. „Wir sind ohne großartige Organisation hingefahren, um einfach schnell helfen zu können“, betont Thiemann. Gedanken um einen Schlafplatz sind da eher in den Hintergrund gerückt. „Wir haben einen VW-Bus mit zwei Betten, dort kann dann schichtweise geschlafen werden“, beschreibt Thiemann den provisorischen Schlafplatz der Rosendahler. Gebraucht wurde dieser in der ersten Nacht aber noch nicht. „Tatsächlich haben wir durchgemacht“, verrät er. Damit sind sie in bester Gesellschaft. Immerhin sind auch Mitarbeiter des DRK, THW sowie der Polizei rund um die Uhr im Einsatz, um die Folgen der Katastrophe zu bekämpfen. „Die Dörfer hier sind voller Helfer, es sind extrem viele Bagger und Lkw unterwegs“, berichtet Thiemann von Landwirten und Bauunternehmern, die aus allen Himmelsrichtungen in das Krisengebiet gereist sind. „Hier greifen die Zahnräder ineinander. Alle packen gemeinsam mit an, damit den Menschen vor Ort geholfen wird.“

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