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Wiebke Schweitzer engagiert sich als Vertrauensperson in der Tagespflege St. Elisabeth

„Ich bin die Kummerkasten-Tante“

Osterwick

Auf die Frage, welche Aufgaben eine Vertrauensperson denn eigentlich hat, muss Wiebke Schweitzer grinsen. „Wenn es Probleme geben sollte, dann bin da. Ich bin quasi die Kummerkasten-Tante“, sagt sie und lacht. Und doch trifft die Beschreibung ziemlich genau auf das zu, was die Osterwickerin seit einigen Wochen ehrenamtlich macht: Sie hört zu, nimmt sich Problemen von Gästen an und vermittelt im Zweifelsfall.

Von Leon Seyock

Wiebke Schweitzer (2. von links) ist sei einigen Wochen als Vertrauensperson in der Tagespflege St. Elisabeth tätig. Aktuell gilt es, die Gruppen kennenzulernen und das Vertrauen der Gäste für sich zu gewinnen. Foto: Fotos: privat

Seit Juni agiert Wiebke Schweitzer als Vertrauensperson in der Tagespflege St. Elisabeth in Osterwick. „Die Leiterinnen kamen eines Tages auf mich zu und fragten mich, ob ich Lust dazu hätte“, berichtet die Familienmutter. Zuerst sei sie von der Anfrage etwas überrascht gewesen, lange überlegen musste sie aber nicht. Denn mit der Tagespflege, die im Februar dieses Jahres an den Start gegangen ist, war sie bereits vertraut, da ihre eigene Mutter die Einrichtung regelmäßig besuche.

Und das sei letztendlich auch der ausschlaggebende Punkt gewesen, weshalb sich die Leitung der Tagespflege für Schweitzer entschieden hat: „Es wurde eine Person gesucht, von der ein Angehöriger in der Tagespflege betreut wird“, sagt sie. Und schnell sei die Entscheidung dann auf Wiebke Schweitzer gefallen, wie Leiterin Annika Alferink berichtet: „Das hat mir einfach mein Bauchgefühl gesagt.“

Mit Freude hat die Osterwickerin nun vor wenigen Wochen das Ehrenamt übernommen. „Seitdem bin ich bereits einige Mal dort gewesen und habe mich beim Kaffeetrinken und Spiele spielen vorgestellt“, erzählt Schweitzer. Die Tagespflege ist an fünf Tagen in der Woche geöffnet, und etwa zehn bis 15 Senioren kommen täglich in den neuen Anbau der Stiftung zu den Heiligen Fabian und Sebastian, um gemeinsam zu spielen, zu singen, den Gottesdienst in der Kapelle zu besuchen oder um zu kochen – kurzum: um Geselligkeit zu genießen. Und zu dieser möchte auch Wiebke Schweitzer beitragen, „ich werde eigene kleine Angebote wie Stuhlgymnastik durchführen, Ausflüge begleiten oder auch mal Feste mitgestalten“, blickt sie bereits voraus.

In Kontakt mit dem Seniorenheim in Osterwick, an das die die Tagespflege St. Elisabeth angekoppelt ist, steht die Osterwickerin schon seit längerer Zeit. Denn das Tanzen ist seit ihrer Kindheit ihre größte Leidenschaft, so hat sie ein eigenes Tanz-Studio am Fabianus-Kirchplatz eröffnet. Schon etliche Male sei die Tanzpädagogin mit verschiedenen Gruppen im Seniorenheim zu Besuch gewesen, „das Zusammensein von Alt und Jung ist eine tolle Symbiose“, findet die neu ernannte Vertrauensperson.

Da es sich bei der Arbeit von Wiebke Schweitzer um ein Ehrenamt handelt, hat sie keine feste Stundenzahl, die sie erreichen muss. „Wir sprechen uns kurz vorher immer ab.“ Bereits jetzt weiß sie allerdings schon, dass sie regelmäßig vor Ort sein wird: „Ich möchte da sein und im Gedächtnis der Leute bleiben“, sagt sie. Denn es brauche Zeit, bis die Gäste der Tagespflege Vertrauen fassen und sie im Problemfall ansprechen würden. Denn genau dafür ist die „Kummerkasten-Tante“ in Person von Wiebke Schweitzer ja schließlich da.

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