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Vorbereitungen am neuen Sandsteinsockel laufen auf Hochtouren

Kiepenkerl-Comeback rückt näher

Osterwick

Ihr jüngstes Projekt gehen sie vor einem breiten Publikum an. Wer zurzeit auf der Osterwicker Hauptstraße unterwegs ist, wird wohl kaum die zahlreichen helfenden Hände des Heimatvereins gegenüber der Pfarrkirche übersehen haben. In dieser Woche sind die Arbeiten am neuen Sandsteinsockel für den Kiepenkerl gestartet. Aktuell ragt ein Konstrukt aus Holz aus dem geöffneten Boden. „Noch...“, wie Gregor Deitert mit Blick auf den vorübergehenden Sockel betont. Dieser soll innerhalb der nächsten zwei Wochen ersetzt werden – mit einem Modell aus Sandstein. „Der gleiche Sandstein wie der an der Kirchenfassade. Der Sockel passt gut ins Bild“, ist der Vorsitzende des Heimatvereins überzeugt. Damit das gelingt, packen die ehrenamtlichen Helfer tagtäglich an, um die vorbereitenden Maßnahmen am Fundament ganz nach Zeitplan abzuschließen.

Der Kiepenkerl in Wachs gegossen bei der Glockenmanufaktur „Petit & Edelbrock“ in Gescher: Hier waren Vertreter des Heimatvereins, um die Form des Kiepenkerls vor dem Bronzeguss abzunehmen.

Doch was wäre ein Sockel ohne entsprechende Statue, die dieser präsentieren kann. „In der vergangenen Woche waren wir zu Gast in der Glockenmanufaktur Petit & Edelbrock in Gescher“, erzählt Deitert. Vor Ort wurde die nachmodellierte Kiepenkerl-Figur aus Wachs begutachtet. „Wir wollten sie schon mitnehmen, so überzeugt waren wir. Dann wäre sie uns im Sommer aber weggelaufen“, schmunzelt Werner Wessels. „Dann lieber doch ein Kiepenkerl aus Bronze.“ Dieser soll in nächster Zeit in der Glockenstadt nachgegossen werden und künftig vorbeifahrende Auto-, Radfahrer und Spaziergängern auf ihren Weg durch den Ort grüßen.

Sein Vorgänger tat dies bereits seit 2003. Das Problem: Im Herbst 2021 war die knapp 200 Kilogramm schwere Bronzefigur plötzlich verschwunden und tauchte bis heute nicht mehr auf. „Wir waren uns schnell einig, dieses Osterwicker Wahrzeichen zurückholen zu wollen“, so Deitert. Dabei sollte auch die Fassade drumherum einen neuen Anstrich bekommen. „Die Holzpfähle rund um den Sockel waren ohnehin stark erneuerungsbedürftig“, ergänzt der Vorsitzende.

3300 Euro schluckt die Beseitigung des vorhandenen Sockels sowie die Erstellung des neuen Fundaments. Damit der Heimatverein die vorbereitenden Maßnahmen stemmen kann, wird die Finanzierung auf mehrere Schultern verteilt. So haben die Rosendahler Bürgerstiftung sowie die Sparkasse Westmünsterland jeweils ihre Unterstützung zugesichert. Einen weiteren Zuschuss in Höhe von 1000 Euro liefert die Gemeinde Rosendahl. Für den Neubau sowie die Herstellung der Bronze-Figur belaufen sich die Kosten auf knapp 23 000 Euro. Dank einer Finanzspritze in Höhe von 16 000 Euro aus dem Leader-Fördertopf und Eigenmitteln von 4000 Euro hat der Heimatverein 20 000 Euro akquirieren können. Darüber hinaus kam bei einer Verdopplungs-Spendenaktion der Sparkasse Westmünsterland Ende vergangenen Jahres einiges für die Wiederbeschaffung des Kiepenkerls zusammen. „Damit werden die restlichen anfallenden Mehrkosten gedeckt“, informiert Erich Gottheil. Ein klares Zeichen dafür, dass die Osterwicker in Zukunft eines ihrer liebgewonnenen Wahrzeichen nicht weiter missen wollen.

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