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Dorfgemeinschaftsfest soll frischen Wind in die Kulturlandschaft bringen

Kultureller Wandel ist eingeläutet

Rosendahl

Die Rosendahler Kulturreform nimmt immer konkretere Züge an. Spätestens mit der ersten Konferenz, die die Verwaltung nun mit zahlreichen Vertretern der Rosendahler Vereinslandschaft durchgeführt hat, wurde der kulturelle Wandel in der Gemeinde offiziell eingeläutet. Diese Entwicklung stützt sich auch auf den vorgestellten Ergebnissen aus der repräsentativen Umfrage, die die Gemeinde im Zuge der Kultur-Neuausrichtung in der Bürgerschaft durchgeführt hat. „Es ist an der Zeit, alte Strukturen zu überdenken und neue Wege zu gehen“, sprach sich Melanie Mehlich dafür aus, der hiesigen Kulturlandschaft mit frischem Wind neues Leben einzuhauchen. Gelingen soll das mit einem Dorfgemeinschaftsfest. „Als Leuchtturm könnte dieses in Zukunft unser kulturelles Angebot repräsentieren. Quasi als Marke Rosendahl“, ergänzte die Kulturbeauftragte.

Von Leon Eggemann

Bereits 2023 soll ein Dorfgemeinschaftsfest Premiere feiern. Ersetzen soll dies die bisherigen Veranstaltungen, die in den einzelnen Orten stattfinden – unter anderem den Stoppelmarkt in Darfeld. Foto: Archiv

Noch bevor die Umfrage-Ergebnisse vorgestellt wurden, ging Henning Illerhues, zuständig für Märkte, zunächst auf den Status quo ein. „Wir haben leider extreme Probleme, Schausteller für unsere bisherigen Veranstaltungen zu gewinnen. Das Kartoffelfest in Osterwick ist bereits abgesagt, der Stoppelmarkt steht auf der Kippe“, berichtete er. Noch am besten laufen würde die Kirmes in Holtwick, die jedoch auch immer weiter an Zulauf verliere. Sein Lösungsansatz: „Wir wollen unsere Märkte und Kirmessen nicht sterben lassen, sondern sie aktiv neu ausrichten. Gelingen soll das in einem großen, alles vereinenden Event.“

Eine Neuausrichtung der Rosendahler Kultur befürworten auch 72 Prozent der insgesamt 585 Umfrage-Teilnehmer. Darüber hinaus kündigten 66,7 Prozent an, ein Dorfgemeinschaftsfest besuchen zu wollen. Mit Nein stimmten lediglich 6,2 Prozent, 27,2 Prozent zeigten sich noch unschlüssig. Das Problem: Lediglich 43 Prozent der Umfrage-Teilnehmer würden das Fest auch dann besuchen, wenn es nicht im eigenen, sondern in einem anderen Rosendahler Ortsteil stattfinden würde. 37 Prozent blieben unentschlossen, 19 Prozent stimmten mit Nein. Aufgrund dessen sprachen sich die Anwesenden auch nahezu einstimmig dafür aus, ein Dorfgemeinschaftsfest rotierend auf die Beine zu stellen – also Jahr für Jahr den Ortsteil wechselnd. „Ein Stück weit liegt es auch bei uns als Organisator und den Vereinen, die Leute zu mobilisieren, auch wenn sie aus den anderen Ortsteilen kommen“, so Mehlich.

Was darüber hinaus bei so manchem für Sorgenfalten gesorgt hat, ist die Tatsache, dass 50 Prozent der Umfrage-Teilnehmer nicht auf die derzeitigen Kirmesangebote – also das Kartoffelfest in Osterwick, den Stoppelmarkt in Darfeld sowie die Kirmes in Holtwick, die allesamt federführend von der Gemeinde organisiert werden – verzichten wollen. Dabei ist geplant, dass diese Veranstaltungen und ihr Kerninhalt im Dorfgemeinschaftsfest miteinander vereint und entsprechend ersetzt werden. „Wir sollten jetzt den Schritt wagen, mit frischem Wind einen Neuanfang in unserer Kulturszene zu forcieren, um wieder mehr Leute dafür zu begeistern“, schlug Illerhues vor.

Besonders von Holtwicker Seite aus trat in der anschließenden Beratung der Wunsch auf, die dortige Kirmes noch weiter zu erhalten. Vor allem vor dem Hintergrund, dass diese vergleichsweise noch am besten besucht ist. Eine weitere Sorge: Findet keine Veranstaltung mehr im eigenen Ort statt, wird es schwierig, Kinder für Events in anderen Ortsteilen zu elektrisieren. Diesen Sorgen stellten sich viele Anwesende entgegen: „Das Ortsdenken ist nicht mehr zeitgemäß und wird auf Dauer auch nicht mehr funktionieren. Vielmehr sollten wir gemeinsam an einem Strang ziehen“, machte etwa Markus Plogmaker von Turo Darfeld deutlich.

Schlussendlich konnten sich die Konferenz-Teilnehmer mit eindeutiger Mehrheit auf den Kompromiss einigen, ein Dorfgemeinschaftsfest, das regelmäßig in allen drei Ortsteilen rotiert, ins Auge zu fassen. Dieses soll bereits 2023 seine Premiere feiern. Ein Arbeitskreis bestehend aus Verwaltung und Vereinsvertretern soll sich dieser Aufgabe in naher Zukunft annehmen.

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