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Vorplatz des Altenheims in Osterwick ist Treffpunkt für Mensch und Tier

Mit Naturgarten Artenvielfalt fördern

Osterwick

Bereits auf den ersten Blick lassen sich einige Hummeln und Schmetterlinge erkennen, die von Blume zu Blume schwirren. „Genau so soll es auch sein“, freut sich Christoph Klapper, Geschäftsführer des Altenheims in Osterwick. Im Zuge des Anbaus an den bisherigen Gebäudekörper sollte auch der Vorplatz umgestaltet werden. „Zunächst hatten wir an eine Kirschlorbeerhecke gedacht“, verrät Klapper. Als er dann jedoch mit Dr. Detlev Kröger, ehemaliger NABU-Vorsitzender des Kreisverbandes Coesfeld, in Kontakt trat, wurde gemeinsam ein anderer Weg eingeschlagen – so sollte stattdessen etwas für die heimische Natur getan werden.

Von Leon Eggemann

Freuen sich, dass der Naturgarten auf dem Vorplatz des Altenheims von vielen Insekten und Vögeln regelmäßig aufgesucht wird: (v.l.) Pastor Dirk Holtmann, Geschäftsführer Christoph Klapper und Dr. Detlev Kröger, ehemaliger NABU-Vorsitzender des Kreisverbandes Coesfeld. Foto: Foto: Leon Eggemann

Mittlerweile blühen neben dem Naturgarten auf dem Altenheim-Vorplatz auch die Beete rund um das Altenheim-Grundstück in den verschiedensten Farben und Formen. Immerhin hat Dr. Kröger über 200 Arten gepflanzt, die auf verschiedenen Standorten – vollsonnig, Halbschatten, Schatten, Kalkmagerboden oder auch kräftiger Mutterboden – nun prächtig gedeihen. „Als ich im März angefangen habe, lockte das nach kurzer Zeit schon die ersten Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge an“, erzählt er. Aufgelockert werden die Beete von senkrechtem Totholz, Steinhaufen, Steinpyramiden und kleinen Mauern, die sowohl Vögeln als auch Insekten weitere Rückzugsplätze bieten.

Dass sich der Experte für so viele verschiedene Pflanzen-Arten entschieden hat, hat einen ganz bestimmten Grund. „Man kann quasi Insekten pflanzen, denn viele Insekten sind auf bestimmte Arten spezialisiert“, weiß Kröger. „Schmetterlinge nutzen bestimmte Blüten als Nektarquelle, benötigen aber wiederum andere Pflanzen als Futterpflanzen für ihre Nachkommen.“ Weiterer positiver Nebeneffekt des artenreichen Gartens ist, dass der Naturgarten alle 365 Tage im Jahr blüht. Im zeitigen Frühjahr kommen die ersten Frühjahrsblüher wie Krokusse, Küchenschellen und Schlüsselblumen. Dann folgen Barbarakraut, Mohn, Lichtnelken und Mondviole, später Nelken, Kornblumen und Lein. Wenn die Natternköpfe und Königskerzen blühen, dann beginnt der Sommer. „Selbst im Herbst ist noch für ausreichend Blütenzauber gesorgt. Echinacea, Astern und Rudbeckien lassen das Jahr ausklingen“, ergänzt Dr. Detlev Kröger.

Für die Bewohner des Altenheims bietet der Naturgarten also immer Gelegenheit, etwas zu bestaunen. „Bei manchen Bewohnern mussten wir zunächst noch etwas Überzeugungsarbeit leisten“, gibt Klapper zu. Auf den zweiten Blick habe sich mit dem Wissen über den Nutzen des „wilden Gartens“ eine wahre Begeisterung für diesen entwickelt. „Er ist auch eine beliebte Anlaufstelle für Besucher oder Radfahrer, die durch den Ort touren“, freut sich der Geschäftsführer des Altenheims.

Ebenfalls von der Neugestaltung des Vorplatzes profitiert hat der Bildstock, der auf dem Gelände bereits seit 1996 steht. Dieser stellt auf der Vorderseite Mariä Himmelfahrt und auf der Rückseite die Krönung Mariens dar. „War er früher noch etwas übersehbar, bildet er jetzt das Zentrum des Vorplatzes und sticht direkt ins Auge“, kann Pastor Dirk Holtmann der Neugestaltung einiges abgewinnen. Der Bildstock soll als Standort künftig weiter am Palmsonntag für die Palmweihe und an Fronleichnam als letzte Station vor der Rückkehr in die Kirche besucht werden.

„Auch der Nikolaus und St. Martin sollen wieder nach hier kommen“, fügt Klapper hinzu. Letzten Endes ist der neugestaltete Vorplatz nicht nur ein Treffpunkt für die Menschen, auch Insekten und Vögel erfreuen sich ihrem neuen Lebensraum.

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