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Stand-Up-Comedian Ingo Oschmann zu Gast in der Osterwicker Zweifachsporthalle

Mix aus Zwerchfellmassage und Staunen

Rosendahl

Wenn Ingo Oschmann die Bühne belebt, ist nicht nur eine erstklassige Zwerchfellmassage garantiert, sondern ebenso verblüfftes Staunen. Dieser Entertainer weiß, wie er sein Publikum begeistern kann. „Ich will hier gar nicht wieder weg“, gestand der Stand-Up-Comedian, der am Freitagabend in der Zweifachturnhalle zu Gast war und vor etwa 150 Gästen spielte, nach zwei vollen Stunden Programm. Hier ist er auch kein Unbekannter, schließlich lieferte er mittlerweile den dritten Auftritt und somit fast schon ein Heimspiel. „Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und bin total nervös, schließlich bin ich ein Dreivierteljahr nicht mehr aufgetreten“, gab er offen und ehrlich zu. Von seiner Familie sei er mit den Worten verabschiedet worden: „Lass’ dir Zeit, brauchst dich mit Wiederkommen nicht beeilen!“.

Von Ulla Wolanewitz

Hatte in der Osterwicker Zweifachturnhalle quasi ein Heimspiel: Immerhin war der Stand-Up-Comedian Ingo Oschmann nun bereits zum dritten Mal in der Gemeinde Rosendahl zu Gast. Foto: Fotos: Ulla Wolanewitz

Den Beweis, dass er nichts verlernt hatte, lieferte er quasi im Handumdrehen, womit der Gute-Laune-Quotient im Saal gleichzeitig rasant anstieg. Wenngleich er sich einen kleinen Seitenhieb auf die münsterländische Frohnatur, die Spaß hat, ohne es sofort zeigen zu müssen, natürlich nicht verkneifen konnte. „Bisschen lange Leitung hier?“.

Der Künstler aus Düsseldorf kam schon gut gelaunt, alldieweil er beim Impftest im Rathaus schon viel Spaß mit den Damen vom DRK hatte, die er dann spontan zum Comedyabend einlud. Auch nahm er sich immer wieder gerne selber aufs Korn. Er gestand freimütig, dass es ihm nicht gelungen sei – ob der Coronaeinschränkung – eine Gewichtszunahme zu verhindern. „Schwere Knochen hatte ich immer schon“, flachste er mit den Händen auf sein „Feinkostgewölbe“. Als er seiner Frau die Frage gestellt habe, ob er zu dick sei, habe die geantwortet: „Kein Problem. Ich komme rum!“. Amüsant schilderte er Umzugs- und Renovierungskapriolen, die Begegnung in einem Düsseldorfer Coiffeur-Salon, stellte sich der „Was-schenke-ich-meiner-Frau-Frage“ und einer Taktik, die Wahrheit zu sagen, ohne zu verletzen. Beispiel: „Statt ‚dumme Sau’ klingt ‚Einer von uns beiden ist klüger als du’ doch wesentlich freundlicher.“

Was die Zauberkunst anbelangt, hatte der Entertainer auch einiges zu bieten. Nottuln-Appelhülsen sei ihm sehr vertraut, alldieweil dort die Stiftung Zauberkunst verortet ist, die er häufig und gerne besucht. Klar, ließ er es sich an diesem Abend nicht nehmen, einige interaktive Spielchen mit seinem geschätzten Publikum zu veranstalten und damit für große Verblüffung zu sorgen. Wie kann es ein, dass 150 Personen, die sich nacheinander einen Städtenamen, einen Beruf, eine Tätigkeit, eine Blume und eine Obstsorte ausdenken und jeweils den nächsten Begriff mit dem letzten Buchstaben des letzten Wortes beginnen, die meisten am Ende „Erdbeere“ als Ergebnis haben? Die Antwort kennt nur der Magier.

Versteht sich von selbst, dass das Publikum, den Comedian nicht ohne Standing Ovation von der Bühne ziehen ließen und danach haute er als „Dankeschön“ nochmal ein Zaubertrick raus. „Wenn es uns gelungen ist, die Sorgen des Alltags hier ein bisschen zu vergessen, dann haben wir doch schon ganz viel gewonnen“, so Ingo Oschmann. Ganz zum Schluss geizte auch er nicht mit Lob und Lorbeeren für das gesamte engagierte Orga-Team mit und um Kulturkoordinatorin Melanie Hinske-Mehlich: „Das ist immer wieder eine super Zusammenarbeit. Das sieht man schon in der Garderobe mit Kaffee, Koks – oder war es Kaffeeweißer? Alles mit viel Liebe und Leidenschaft gemacht. Dankeschön!“

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