Maria Schubert und Melina Herrmann machen ihren Bundesfreiwilligendienst in Osterwick

Nach der Schule ist vor der Schule

Osterwick. Kennen tun sie sich bereits seit einigen Jahren, schließlich haben sie zusammen erst 2020 das Abitur am St.-Pius-Gymnasium abgeschlossen. Dass Maria Schubert und Melina Herrmann auch jetzt noch unter der Woche Schulzeit miteinander verbringen, damit haben sie nicht gerechnet. „Durch Zufall haben wir uns beide für einen Bundesfreiwilligendienst in der Osterwicker Sebastianschule entschieden“, erzählt die 18-jährige Maria. Nach dem Abitur ging es für sie also direkt wieder in den Unterricht – allerdings in der Grundschule.

Leon Eggemann

Haben zusammen im vergangenen Jahr das Abitur gemacht und trafen durch Zufall im Bundesfreiwilligendienst an der Sebastian-Grundschule in Osterwick wieder aufeinander: Melina Herrmann (links) und Maria Schubert. Foto: Leon Eggemann

Obwohl sie den gleichen Weg eingeschlagen haben, waren die Motivationen der zwei „Bufdis“ komplett unterschiedlich. „Ich hatte sowieso schon den Plan gefasst, mal Grundschul-Lehramt zu studieren“, verrät Melina. Die 19-Jährige wollte aber nicht sofort wieder Lernen. „Stattdessen war es mir lieber, erst einmal praktische Erfahrungen in der Grundschule zu machen, um zu schauen, ob der Beruf wirklich etwas für mich ist“, schildert sie. Für Maria waren die Pläne für die Zukunft nach dem erfolgreichen Schulabschluss noch etwas wage. „Ich war mir noch unsicher und wollte mich erst auf mein Abi konzentrieren“, erklärt sie. Nach einer Empfehlung ihrer Cousine sei ihre Entscheidung dann auf den Bundesfreiwilligendienst in der Grundschule gefallen. „Als Messdienerin habe ich schon erste Erfahrung im Umgang mit Kindern gemacht und konnte mir gut vorstellen, später auch in meinem Beruf mit Kindern zu arbeiten“, ergänzt Maria.

Nun sind die beiden jungen Frauen seit Anfang des aktuellen Schuljahres in Osterwick beschäftigt. Sehr zur Freude von Schulleiter Thomas Middelberg. „Ein Bundesfreiwilligendienst bietet natürlich eine beste Möglichkeit, sich in einem Beruf auszutesten“, betont er. Letztendendes seien die praktischen Erfahrungen nicht nur wertvoll für die weitere Laufbahn der „Bufdis“, auch die Kinder profitieren. „Im Unterricht haben sie so noch mehr Personen als Ansprechpartner, was auch die Lehrer entlasten kann“, so Middelberg.

Für Maria und Melina ist die Hilfe im Unterricht bereits Teil ihrer täglichen Arbeit. „Den Großteil verbringen wir bei den Erstklässler“, sagt Melina. Ein Auge haben sie dabei besonders auf sogenannte DaZ-Kinder, die Deutsch als als Zweitsprache lernen. „Ihnen helfen wir, wo wir nur können“, lächelt Maria. Ebenfalls sind sie in der coronabedingt eingerichteten Notbetreuung tätig.

Dass das Schuljahr der beiden von den Auswirkungen der Pandemie geprägt war, trübe ihre Erfahrungen nicht. Im Gegenteil. Trotz einiger Einschränkungen im Schulalltag sind beide gewillt, in Zukunft weiter in der Schule aktiv sein zu wollen. „Die Zeit hier hat meine Idee, Grundschullehramt zu studieren, bestätigt“, strahlt Melina. Ihr Studium will sie nach Abschluss des Bundesfreiwilligendienstes antreten. Auch Maria will den Weg in das Lehramt einschlagen. „Aber ich überlege noch zwischen Grund- und weiterführende Schule“, gibt sie zu. Die Chancen, nach dem gemeinsamen Abitur und Bundesfreiwilligendienst auch noch den gleichen Studiengang zu besuchen, stehen aber gar nicht so schlecht.

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