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Die ersten Schultage des Jahres in den Rosendahler Grundschulen

Präsenzunterricht hat höchste Priorität

Rosendahl

Das neue Jahr begann gleich mit einer unerfreulichen Überraschung. „Aufgrund von technischen Schwierigkeiten beim zuständigen Labor wurden uns die Ergebnisse der Pool-Testungen von Montag nicht zugesendet“, berichtet Thomas Middelberg, Leiter der Sebastian-Grundschule in Osterwick. Ursprünglich sollten die Corona-Testergebnisse der einzelnen Schulklassen bereits am Montagabend geliefert werden. Die Übermittlung blieb allerdings aus. Prompt musste der Schulleiter selbst aktiv werden und hat sich telefonisch an das Düsseldorfer Labor gewandt. „Mir wurde versichert, dass keine positiven Ergebnisse festgestellt wurden“, schildert Middelberg.

Von Leon Eggemann

Seit dem vergangenen Montag wird in den Rosendahler Grundschulen wieder fleißig geschrieben. Geht es nach den Schulleitern gilt der Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts die allerhöchste Priorität. Foto: Foto: Archiv

Doch nicht nur in Osterwick wartete man vergeblich auf einen Hinweis aus Düsseldorf. Auch in Darfeld und Holtwick herrschte Funkstille. „Da saß ich schon auf heißen Kohlen, als am Dienstagmorgen immer noch nichts kam. Online konnte dann aber eingesehen werden, dass unsere Befunde negativ ausgefallen sind“, erzählt Claudia Lanca, Leiterin der Nikolaus-Grundschule in Holtwick. Gleiche Situation in Darfeld. Erst kurze Zeit vor Unterrichtsbeginn hieß es online, dass die Testungen der Antonius-Grundschule ebenfalls keine positiven Ergebnisse hervorgerufen haben. „Als Extra-Absicherung haben wir am Montag zusätzlich zu den beiden PCR-Tests noch alle Schülerinnen und Schüler einen Schnelltest durchführen lassen“, ergänzt Schulleiterin Andrea Lyding.

Dass die ersten Minuten des Unterrichts oftmals für das Durchführen der Corona-Tests gebraucht werden, gehört für die Grundschulkinder bereits zum Alltag. So sind auch im neuen Jahr für jede Klasse pro Woche zwei PCR-Pooltests Pflicht. „Das klappt auch immer reibungslos. Trotz ihrer Notwendigkeit sind die Tests allerdings enorme Zeitfresser, die gerne mal die Hälfte der ersten Unterrichtsstunde schlucken“, betont Claudia Lanca. Was ihr zu Beginn des neuen Jahres missfällt, ist die erneute Einführung der durchgängigen Maskenpflicht. Diese war im vergangenen Jahr zumindest zwischenzeitlich für ein paar wenige Wochen ausgesetzt worden. „Da war der Jubel bei den Schülerinnen und Schülern groß“, verrät die Holtwicker Schulleiterin.

Besonders vor dem Hintergrund, dass die Kinder ständig durchgetestet werden, halte sie das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes – zumindest am Sitzplatz in der Klasse – für eine Zumutung den Kindern gegenüber. „Im Kino oder im Restaurant wird die Maske doch auch am Platz abgesetzt. Warum nicht im Schulunterricht?“, schüttelt sie den Kopf.

Und dennoch: die Maskenpflicht gilt, und soll laut Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer als ein Mosaikstück dabei helfen, den Präsenzunterricht weiterhin zu gewährleisten. „Das hat auch allerhöchste Priorität. Dabei hat das gemeinsame Lernen eine ebenso große Bedeutung wie der soziale Kontakt untereinander“, erzählt Lanca. Der Distanzunterricht dagegen sei sowohl für die Kinder, als auch für die Lehrkräfte eine enorme Belastung, wie Andrea Lyding ergänzt. „Darüber hinaus darf man nicht vergessen, dass bei einer Schulschließung trotzdem einige Kinder im Rahmen einer Notbetreuung vor Ort wären“, merkt sie an.

Ebenso wie seine beiden Schulleitungs-Kolleginnen spricht sich Thomas Middelberg dafür aus, den Präsenzunterricht so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. „Man hat schon zuletzt nach dem ersten Homeschooling gemerkt, wie sehr die Kinder darunter gelitten haben. Auch wenn die Eltern ihr Bestes gegeben haben“, sagt er. Zudem wäre eine Entscheidung pro Distanzunterricht vonseiten der Politik seiner Meinung nach kaum damit vereinbar, wenn zugleich Einzelhandel und Gastronomie weiterhin geöffnet bleiben und Sportangebote weiterhin genutzt werden könnten.

Letztendlich, da sind sich alle drei einig, gelte vor allem eines: Geduld. „Die derzeitige Lage ist sehr dynamisch. Egal, was die Politik in Zukunft entscheidet, wir werden bestmöglich auf diese Entwicklungen reagieren“, macht Andrea Lyding deutlich.

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