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Grüne, Wählerinitiative Rosendahl und SPD wollen sich alle Optionen offen halten

Rat kippt (vorerst) Sporthallen-Neubau

Holtwick. In einer hitzen Debatte haben sich die Fraktionen der Grünen, der Wählerinitiative Rosendahl (WIR) und der SPD mehrheitlich vorerst gegen einen Neubau einer Sporthalle in Holtwick entschieden. Stattdessen wollen sich die Fraktionen zunächst alle Optionen offen halten und nicht sofort den Neubau einer Sporthalle beschließen. Damit stemmten sie sich gegen den Beschlussvorschlag aus dem vergangenen Planungs-, Bau- und Umweltausschuss, der dem Gemeinderat einstimmig, bei drei Enthaltungen der WIR-Fraktion den Bau einer neuen Sporthalle an der Holtwicker Grundschule empfahl (wir berichteten).

Leon Eggemann

Noch ist nicht klar, ob die aktuelle Sporthalle an der Holtwicker Grundschule einem Neubau weichen wird. So beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, sich vor einer Entscheidung alle Optionen, also auch eine Sanierung oder eine Kombination aus Sporthalle und OGS-Räumlichkeiten, offen zu halten. Foto: Leon Eggemann

Gleich zu Beginn der Diskussionen machte Winfried Weber, Fraktionsvorsitzender der Grünen, deutlich, dass der Fraktion fundierte Daten zur Grundlage der jetzigen Halle fehlen. Daher könne man noch nicht für einen Neubau stimmen. „Wenn wir nicht wissen, was uns eine Sanierung im Bestand genau kosten würde, können wir noch nicht abwägen“, führte er aus. Ein Antrag, die jetzige Sporthalle zunächst gutachterlich auf Sanierungsmöglichkeiten zu untersuchen, ließ er aber fallen. So hatten sich der Bürgermeister, die CDU-Fraktion in Person von Guido Lembeck sowie die WIR-Fraktion nach Meinung von Hartwig Mensing für Vertrauen in die Kosten-Einschätzung einer Sanierung, die von der Verwaltung mit 800 000 bis 1 000 000 Euro beziffert wurde, ausgesprochen. Trotzdem pochte Weber weiterhin darauf, sich alle Optionen, egal ob Sanierung, Anbau, Neubau oder womöglich ein Gesamtkonzept, das die Sporthalle und neue Räume für die Offene Ganztagsschule (OGS) miteinander kombiniert, offen zu halten. Mögliche Konzepte könnten in einem Architektur-Wettbewerb miteinander verglichen werden.

Kritik erntete Weber seitens der CDU. „Ich kann es nicht nachvollziehen, dass stundenlang im Ausschuss debattiert wird, jetzt plötzlich neue Ideen eingebracht werden und sie vorab noch nicht einmal auf’s Papier gebracht wurden“, erklärte Frederik-Maximilian Lethmate. Noch bevor sich die jeweiligen Fraktionen in einer Sitzungsunterbrechung berieten, formulierte der Grünen-Fraktionsvorsitzende seinen Antrag. So sollen im Verfahren alle Optionen offen bleiben, ein Neubau der Sporthalle, eine Sanierung im Altbestand, eine Kombination aus Sporthalle und OGS oder alleine eine Erweiterung der OGS. Anschließend sollen die nächsten Planungsschritte abgewägt werden.

In einem finalen Statement machte Guido Lembeck nochmals deutlich, dass die CDU ebenso wie die Verwaltung einen Neubau präferiere, um mit diesem einem Mehrwert zu schaffen. „Bei einer Sanierung bleiben alte Probleme, zum Beispiel, dass es nur zwei Umkleidekabinen gibt“, führte der CDU-Fraktionsvorsitzende aus. Franz Schubert (WIR) machte nochmals darauf aufmerksam, dass die Fraktion weiter gegen einen Neubau sei und daher geprüft werden solle, ob andere Optionen möglich seien. „Außerdem glaubt doch keiner, dass wir bei einem Neubau die einkalkulierten Kosten von 2,5 Millionen Euro nicht deutlich übersteigen“, ergänzte er. Letztlich wurde der Antrag dank der zwölf Ja-Stimmen der WIR, Grünen und SPD gegenüber der zehn Nein-Stimmen vonseiten der CDU und Bürgermeister Christoph Gottheil mehrheitlich beschlossen.

Ebenso wurde bei sieben Nein-Stimmen von CDU-Ratsmitgliedern mehrheitlich zugestimmt, dass für die Planungen rund um die Sporthalle und erweiterten OGS-Räume 50 000 Euro außerplanmäßig zur Verfügung gestellt werden. Einig waren sich alle Anwesenden darüber, im kommenden Haushalt Gelder für die Planungskosten der OGS in Darfeld und Osterwick zur Verfügung zu stellen.

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