1. www.azonline.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Rosendahl
  6. >
  7. Riesiges Engagement für den guten Zweck

  8. >

Hövener Kinder sammeln mit Verkaufsstand 800 Euro für Opfer der Flutkatastrophe

Riesiges Engagement für den guten Zweck

Höven

Aus kleinen Ideen können große Gesten werden. Als die junge Hövenerin Hannah gemeinsam mit ihren Eltern in den Nachrichten von den Folgen der Flutkatastrophe gehört hat, kam ihr ein Geistesblitz. Mithilfe eines Spielsachen-Verkaufsstandes sollte möglichst viel gesammeltes Geld ins Krisengebiet geschickt werden. Dafür holte sie sich schnell ihre beiden Freundinnen Jana und Sophia mit ins Boot. Dass ihr Einfall aber so große Kreise ziehen sollte, konnte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Schlussendlich waren nach der einwöchigen Aktion ganze 800 Euro zusammengekommen.

Von Leon Eggemann

Haben gemeinsam mit einem Spielsachen-Stand 800 Euro für die Opfer der Flutkatastrophe gesammelt: (v.l.) Leo Waltering, Jannis Uhling, Keke Waltering, Jana Finke, Luisa Uhling, Sophia Finke, Hannah Terhörst, Antonia Dresmann und Max Eggemann. Foto: Foto: Leon Eggemann

„Der Stand ist von Tag zu Tag weiter gewachsen“, kann sich Hanna noch gut an die ersten Stunden erinnern. Aus zwei kleinen Tischen, die die drei Mädchen auf Höhe des Parkplatzes an der Hövener St.-Marien-Kirche aufgestellt hatten, wurde innerhalb kürzester Zeit ein breites Angebot an Spielzeug. Immerhin hatte sich die Aktion schnell bei den Hövener Freunden und Verwandten herumgesprochen. „Wir haben dann alle bei uns zu Hause ausgemistet und uns angeschlossen“, grinst Max, der mit seinen zwölf Jahren den Alterpräsidenten im Bunde der neun Hövener Spendensammler stellte.

Entsprechend viel Auswahl hatten die zahlreichen Kunden – von Einhorntaschen über Gesellschaftsspiele bis hin zum Verkaufsschlager Puppen boten die Kinder die volle Bandbreite an Spielmaterialien an. „Insgesamt haben wir fast 50 Spielsachen verkauft“, bilanziert Jana.

Dass am Ende der Aktion ein so großer Ertrag zusammengekommen ist, geht vor allem auch auf das aufopferungsvolle Engagement der Kinder zurück. Obwohl sie in ihrer letzten Woche der Sommerferien auch durchaus anderen Beschäftigungen hätten nachgehen können, harrten sie fast tagtäglich am Stand aus. „Morgens um 9.30 Uhr haben wir uns getroffen und den Stand aufgebaut“, erzählt Keke. Die Spielsachen wurden dabei mit den eigenen Kettcars und Anhängern zum Stand verfrachtet. Um bis zum Feierabend, der stets für 19 Uhr angesetzt war, den Stand dauerhaft zu besetzen, tüftelten die Kinder, ebenfalls in Eigenregie, einen Schicht-Plan aus. „Mittags haben wir sogar in Schichten gegessen, damit der Stand nicht leer steht“, verrät Antonia.

Dieses Engagement wurde belohnt: Neben vielen Radfahrern und Spaziergängern hielten auch einige Autofahrer, die durch die Ortschaft fuhren, am Stand an – zum Teil, um Spielzeug zu kaufen, zum Teil, um einfach so zu spenden. Den Vogel abgeschossen haben dabei zwei Personen aus der hiesigen Hövener Siedlung. Sie haben den Kindern jeweils 200 Euro in die Hand gedrückt. Zusammen mit dem restlichen Geld sammelten die Kinder letztlich 800 Euro.

Wie die Summe schnellstmöglich das Krisengebiet erreicht, wissen die jungen Verkäufer bereits. So wird das Geld an Verwandte aus Holtwick gegeben. Diese haben schon vor Ort geholfen und sollen das Geld denjenigen geben, deren Not am größten ist. „Die Aktion hat sich auf jeden Fall gelohnt“, resümiert Hannah – noch immer ein wenig ungläubig, welchen Beitrag sie und die weiteren Hövener Kinder dank ihres Einfalls vor dem Fernseher geleistet haben.

Startseite