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Ewald Homann und Annette Dülker lösen Roland Wansing und Gizela Rausch als Schiedspersonen ab

Schlichtende Hilfe am Gartenzaun

Rosendahl

Großartig oft Gebrauch gemacht hat er von seinem Rathaus-Schlüssel nicht. „Er ist meistens in der Tasche geblieben“, schmunzelt Roland Wansing. Als Schiedsmann der Gemeinde Rosendahl waren es vor allem die „Tür-und-Angel-Fälle“, die in auf Trab gehalten haben. „Da hat es meistens gereicht, als Ansprechpartner am Gartenzaun die Streitigkeiten von zwei Nachbarn privat aus der Welt zu schaffen“, berichtet er. Offizielle Schiedsverfahren blieben im Vergleich dazu eher Mangelware: Lediglich in fünf Angelegenheiten habe er als Schiedsperson von offizieller Seite aus vermittelt. „Und jetzt wird der Schlüssel schon wieder weitergegeben“, lacht Wansing, der ebenso wie seine Stellvertreterin Gizela Rausch künftig kürzertreten wird. In einer kleinen Feierstunde im Rathaus wurden beide nach ihrer fünfjährigen Tätigkeit als Schiedspersonen verabschiedet.

Von Leon Eggemann

Dank und Anerkennung für die scheidenden und neuen Schiedspersonen: (v.l.) Bürgermeister Christoph Gottheil, Jörg Schneider als Vertreter des Coesfelder Amtsgerichts, die künftigen Schiedspersonen Ewald Homann und Annette Dülker, die bisherigen Schiedspersonen Gizela Rausch und Roland Wansing, Fachbereichsleiter Wolfgang Croner sowie Henning Illerhues vom Fachbereich Ordnung und Soziales. Foto: Foto: Leon Eggemann

„Fünf Jahre lang war die Aufgabe in den besten Händen“, lobt Bürgermeister Christoph Gottheil den ehrenamtlichen Einsatz des scheidenden Duos. Dabei sei es alles andere als selbstverständlich und zum Teil auch nicht einfach, als Schiedsperson zwei zerstrittene Parteien dazu zu bewegen, wieder aufeinander zuzugehen. In die gleiche Kerbe schlug Jörg Schneider, der als Vertreter des Coesfelder Amtsgerichts ebenfalls der Verabschiedung beiwohnte. „Sie haben einen erheblichen Beitrag zum allgemeinen Frieden geleistet“, machte er bei der Übergabe einer Dankesurkunde deutlich. Dabei trüge der Begriff Schiedsperson auf dem ersten Blick ein wenig. „Man ist eher Vermittler als Schiedsrichter“, führte Schneider aus.

Das dürfte sich das ebenfalls anwesende Nachfolger-Duo eingeprägt haben: So werden Ewald Homann und Annette Dülker künftig ihr Bestes geben, um etwaige Streitigkeiten zu schlichten. „Wir konnten uns auch schon mit unseren Vorgängern austauschen. Uns wurden praktische Tipps mit auf den Weg gegeben“, schaut Homann der künftigen Aufgabe positiv entgegen. Übernehmen werden sie eine Gemeinde, „in der es oftmals sehr friedlich zugeht“, wie Wansing versichert. Und falls es dann doch mal zur Sache gehen sollte: Ziel sei es grundsätzlich, eine Einigung zu erreichen, ohne dass ein Prozess notwendig wird. „Beide Parteien wollen schließlich weiterhin vor Ort leben – und das bestenfalls in Frieden“, betont der nun Ex-Schiedsmann. Zumal es vor Gericht – neben den entstehenden Kosten – einen Gewinner und einen Verlierer geben wird. Da ist weiterer Ärger quasi vorprogrammiert.

Genau hier setzen die Schiedspersonen ein, um die Wogen bereits vorab zu glätten. „Entsprechend sind wir froh, zwei qualifizierte Personen gefunden zu haben, die diesen Posten übernehmen“, erklärt Wolfgang Croner, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales. Um bestmöglich die neue Stelle anzutreten, werden Dülker und Homann noch im Juni an Fortbildungen teilnehmen.

Falls es dann mal zu offiziellen Schiedsverfahren kommt und der Rathaus-Schlüssel doch gebracht wird, sind sie gewappnet. „Natürlich werden wir auch am Gartenzaun gerne helfen“, kündigt Homann bereits mit einem Augenzwinkern an.

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