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Hendrik Vollmer ist mit „Instrumentenservice“ erfolgreich – und organisiert jetzt eine einzigartige Messe

Seine Töne schallen durchs ganze Land

Holtwick/Legden

Er ist ein Macher. Ein Anpacker. Und ein Visionär. „Schon immer hatte ich den Traum, eines Tages ein schickes Ladenlokal zu besitzen, dessen Wände voll mit Instrumenten hängen“, sagt Hendrik Vollmer. Dieses Ziel hat der Holtwicker mit seinem selbstgegründeten „Instrumentenservice“ erreicht – und zeigt damit, dass seine Visionen keinesfalls ferner Natur sind. Auch wenn seine Musik mittlerweile vor allem hinter den Kulissen spielt, „stehe ich immer noch gerne am Packtisch und klebe Pakete selbst zu“, sagt der Unternehmenschef. Nun geht der Holtwicker einen Schritt weiter und veranstaltet erstmalig eine Erlebnis-Messe rund um die Blasmusik im September. „Ich liebe die Herausforderungen“, wird Vollmer später dazu sagen.

Von Leon Seyock

Hendrik Vollmer hat den „Instrumentenservice“ ins Leben gerufen, mit dem er Holz- und Blechblasinstrumente vermietet. Vor allem Corona habe zu einem Boom geführt, sagt der Inhaber. Hinter den Kulissen ist der Diplom-Orchestermusiker vor allem mit der strategischen Entwicklung seines Unternehmens beschäftigt und plant im September eine zweitägige Erlebnis-Messe rund um die Blasmusik. Foto: Leon Seyock

Es war und ist seine Leidenschaft, die Vollmer zum Beruf gemacht hat. In der heimischen Musikkapelle Holtwick hat er Klarinette gelernt, „wie man es auf dem Dorf eben so macht“, lächelt er. Das hat ihm so viel Freude bereitet, dass er Klarinette in Düsseldorf studiert hat. Parallel absolvierte er eine Ausbildung bei der Militärmusik der Bundeswehr. Der Orchestermusiker gehörte in den Jahren danach verschiedensten Musikkorps an. „Ich selbst habe auch viel unterrichtet und immer wieder das gleiche Problem festgestellt: Wenn Kinder ein neues Instrument erlernen, wollen die Eltern verständlicherweise am Anfang noch nicht so viel Geld ausgeben“, erzählt Vollmer. Denn für hochwertige Blechblasinstrumente liegt der Preis schnell im niedrigen vierstelligen Bereich. Damit war die Lücke gefunden, die Hendrik Vollmer seitdem schließt.

„Meine Idee war es, mir einen fixen Satz anzuschaffen und Holz- und Blechblasinstrumente zu vermieten“, berichtet der Diplom-Orchestermusiker vom Stein, der daraufhin ins Rollen kam. Mit vier Instrumenten und unter dem Namen „Instrumentenservice“ begann er 2014, seinen Traum zu leben. Und dieser ging durch die Decke: „Unsere Fläche, damals noch im Ortskern von Holtwick, mussten wir stetig vergrößern, weil immer mehr Instrumente hinzugekommen sind“, blickt Vollmer zurück. Vor zwei Jahren ist das Unternehmen innerhalb des Ortes umgezogen, mittlerweile sind es einige Hundert Blasinstrumente, die Vollmer sein Eigen nennt. Früher sei er für seine Idee belächelt worden und die größte Herausforderung sei zu Beginn gewesen, Vertrauen zu gewinnen und Fuß zu fassen. Wer aber sein Ladenlokal betritt und die zahllosen Instrumente an den Wänden ins Auge fasst, der weiß, welch Einsatz und Fleiß er dafür aufgebracht hat.

Wer ein Instrument mieten möchte, soll in kürzester Zeit Antwort erhalten und innerhalb weniger Tage das verpackte Instrument zuhause in den Händen halten können. „Das ist unser Anspruch“, sagt Vollmer, der 15 Kräfte in seinem Unternehmen angestellt hat. Seine Kunden kommen aus ganz Deutschland und auch aus der Schweiz und den Niederlanden. Vor allem Corona habe zu einem Boom geführt: „Viele Leute hatten Zeit und haben ein Instrument gelernt. Anstatt viel Geld für eines auszugeben, haben sich viele ein Instrument für die Zeit der Pandemie gemietet“, berichtet der Holtwicker. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Musikschulen gehören zu seinem Kundenstamm.

„Es muss jedes Mal ein Erlebnis sein, wenn der Kunde das Paket aufmacht, sich der Koffer vor ihm öffnet und das hochwertige Instrument erscheint“, betont Hendrik Vollmer. Auch das ist ein Ziel, das er von Anfang an angestrebt hat und immer wieder erreichen möchte. Jeden Tag. Ein Visionär eben.

Erlebnis-Messe „Vollesrohr Blasmusik“

„Irrsinnig“ freut sich Hendrik Vollmer auf die Erlebnis-Messe „Vollesrohr Blasmusik“, in deren Vorbereitungen er im Moment mittendrin steckt. Deutschlandweit wird es die nördlichste Messe dieser Art sein, bei der sich alles rund um das Thema Blasmusik und Blasinstrumente drehen wird. „Beim Umzug in unser neues Domizil hatte ich die Idee, eine Hausmesse zu organisieren“, berichtet er. Da die Fläche rund um das Unternehmen aber zu klein sei, hat er mit dem Audimaxx in Legden die richtige Lokalität gefunden. Im März hat Vollmer begonnen, das Konzept zu schreiben, das mittlerweile ausgereift und auf mehrere Jahre angelegt ist, blickt der Musiker voraus. Wichtig ist ihm dabei, dass es keine Messe „zum Durchlaufen“ ist: „Die Besucher sollen etwas erleben und selbst mitmachen.“ Das soll mit einer großen Bühne geschehen, auf denen Musiker kleine Stand-up-Workshops geben, die in kleinen Runden dann vertieft werden können, so das Konzept. Angekündigt haben sich 37 Aussteller – unter ihnen der bekannte Anbieter Yamaha. Das alles zu organisieren sei eine große Aufgabe – „aber ich liebe die Herausforderung“, unterstreicht der Diplom-Orchestermusiker. Das Event sei für alle, vom Laienmusiker bis zum Profi, gedacht. Der Veranstalter hofft, dass er mit der Messe die Lust auf Blasmusik auch im Münsterland verstärken kann.

7 Stattfinden wird die Messe „Vollesrohr Blasmusik“ am 3. September von 13 bis 20 Uhr und am 4. September von 10 bis 17 Uhr im Audimaxx (Dorf Münsterland) in Legden. Tickets gibt es im Vorverkauf ab 12 Euro, an der Tageskasse ab 15 Euro. Weitere Informationen unter:

www.vollesrohr-blasmusik.de

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