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Prall gefülltes Festzelt beim bunten Büttabend der Karnevalsgemeinschaft Holtwick

Stars und Sternchen reißen die Hütte ab

Holtwick

Kaum auf der Bühne angekommen, sprach sie gleich aus, was wohl vielen durch den Kopf schwirrte: „Ihr habt lange genug gewartet. Lasst alles raus. Dafür sind wir schließlich da: Um zu feiern“, heizte Komikerin Lisa Feller die Stimmung im prall gefüllten Festzelt am Holtwicker Sportplatz gleich zu Beginn ihres Auftrittes mächtig an. Mit pinker Krawatte und glitzerndem Pailletten-Blazer mischte sie dank ihrer Bühnenpräsenz die bestens gestimmten Jecken mächtig auf – und war damit in bester Gesellschaft. Standen die 22-jährigen Jubiläumsfeierlichkeiten der Karnevalsgemeinschaft Holtwick (KaGeHo) nach der zweijährigen Corona-Zwangspause schließlich unter einem ganz besonderen Hollywood-Stern: Passend zum Motto „Klappe, die 22.“ tummelten sich zahlreiche Stars und Sternchen unter den Narren. Von Harry Potter bis hin zu James Bond schritten die verschiedensten Film- und Fernsehgrößen über den ausgerollten roten Teppich.

Von Leon Eggemann

Lange musste sich das Prinzenpaar gedulden, nun dürfen Prinzessin Carina I. (2. v.l.) und Prinz Dirk I. (3. v.l.) ihr KaGeHo-Gefolge endlich durch die diesjährige Session führen. Beim Büttabend hatten sie bereits alles im Griff. Foto: Fotos: Leon Eggemann

Der große Auftritt gebührte aber zunächst zwei alten KaGeHo-Hasen: Mit Zepter und Krönchen ausgestattet ging es für das Prinzenpaar mit lautstarkem Getöse ihres Gefolges auf die Bühne. „Mamma Mia!“, staunte Prinzessin Carina I. – oder besser gesagt: Carina, Prinzessin Carina – nicht schlecht. Dirk, Prinz Dirk tat es ihr in bester Bond-Manier gleich. „Auch die Drinks mögen wir schön geschüttelt, nicht gerührt“, bediente sich Prinz Dirk I. gleich des nächsten ikonischen Spruches des berühmtesten Geheimagenten der Welt. Das Echo ließ nicht lange auf sich warten. Wie eine Urgewalt schallte ein dreifaches „KaGeHo-Helau“ durch das Festzelt – das die Freude über die Rückkehr des Karnevals aus seinem Corona-Schlaf förmlich spürbar machte. „Das Programm ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man kriegt“, eröffnete die Prinzessin den Büttabend im Anschluss ganz offiziell.

Sie sollte Recht behalten. Immerhin sorgte Zauberer Enrik Thier mit seinem Tricks für mächtig Erstaunen. Mit seinem Kriech-Nutria, einem Nagetier ohne Beine, ließ er die Mundwinkel zudem ein ums andere Mal in die Höhe zucken. Dem setzte Lisa Feller mit ihrem Programm in der Folge die (Prinzessinnen)-Krone auf. Als Mutter von zwei Söhnen hatte die Münsteranerin auch einiges zu erzählen. „Ich bin Single, die Kinder sind noch da, aber den Typen habe ich abgetrieben“, fasste sie ihren Beziehungsstatus kurz und knapp zusammen und hatte noch eine passende Metapher parat. „Auf meinem Highway Richtung Libido mag es das eine oder andere Schlagloch geben, aber er muss nicht vierspurig neu geteert werden.“ Inzwischen sei sie nicht mehr die junge Stute, die die Hengste verrückt macht. „Ich bin aber auch noch nicht kurz vor Lasagne.“ Auf einen jungen Kerl habe sie ohnehin keine Lust. „Dann müsste ich ja morgens noch ein Butterbrot mehr schmieren.“

Wobei auch ihre Kinder sie mächtig ins Schwitzen bringen, wie sie eingestand. Von den körperlichen Nachwehen der Schwangerschaft – „ich muss schon Zahnpasta bei Weight Watchers eintragen“ – bis hin zu präpubertären Fragen ihrer Söhne: Als junge Mutter berichtete sie über das komplette Spektrum des klassischen Alltagswahnsinns. Und verwandelte die jecke Meute immer wieder in ein Meer aus Gelächter. Als Belohnung bekam sie höchstpersönlich vom Prinzenpaar einen Orden überreicht.

Den durften auch die zahlreichen Tanzgarden annehmen, die das Programm mit ihren prima einstudierten Choreografien abrundeten. Auch die Rheumaboys ließen es sich einmal mehr nicht nehmen, das Festzelt zu begeistern. Dieses Mal folgte ein tänzerischer Einblick in die Welt von Harry Potter – so waren etwa Professor Dumbledore, die Dementoren und das Gleis 9 3/4 mit von der Partie.

Mit weiteren Showeinlagen der Tanzgarden, der Pissnelken, dem Chaos-Team und einem obligatorischen Finale ging der Büttabend dann nahtlos in die große After-Show-Party über. Jeckes Treiben bis tief in die Nacht hatte Lisa Feller bereits frühzeitig angekündigt. Wobei Moderator Karsten Boom noch einen Tipp parat hatte: „Beim Abreißen der Hütte kann ich nur davon abraten, auf die Tische zu gehen. Sonst kann es sein, dass man später geknickt nach Hause geht...“

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