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Bisher 131 Ukrainer in Rosendahl aufgenommen

Turnhallen bleiben vorläufig tabu

Rosendahl

Gute Nachrichten für alle sportlich Aktiven: Vorläufig bleiben die Turnhallen dem Schul- und Vereinssport vorbehalten und müssen nicht wie andernorts zu Unterkünften für Geflüchtete umfunktioniert werden. Dass das so bleibt, daran arbeitet die Gemeindeverwaltung mit Hochdruck. Diesen Eindruck vermittelte Bürgermeister Christoph Gottheil, als er in der jüngsten Ratssitzung von Ewald Rahsing (CDU) um Stellungnahme zur Unterbringung von Flüchtlingen gebeten wurde. Laut Gottheil werde das DRK-Heim in Holtwick für die Belegung mit 16 Personen hergerichtet. Weitere Mietobjekte, darunter die ehemalige Volksbank, seien in Vorbereitung beziehungsweise im Gespräch. Gottheil freute sich, dass sich nach den jüngsten Hilferufen aus der Verwaltung Bürger mit konkreten Angeboten gemeldet hätten. „Für weitere Angebote sind wir dankbar“, sagte der Bürgermeister, der von einer „aktuell sehr hohen Aufnahmeverpflichtung“ sprach und nicht abschätzen kann, wie sich die Zuweisungen in Zukunft entwickeln. Derzeit kämen nicht nur Ukrainer nach Rosendahl, sondern auch Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Iran kommen in der Gemeinde an (wir berichteten).

Von Christine Tibroni

Das DRK-Heim in Holtwick wird für die Unterbringung von bis zu 16 Geflüchteten hergerichtet. Die Sporthallen bleiben zunächst dem Schul- und Vereinssport vorbehalten, wie Bürgermeister Christoph Gottheil in der vergangenen Ratssitzung informierte. Foto: Foto: Leon Seyock/Archiv

Über die finanziellen Auswirkungen der Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine berichtete die Verwaltung unter einem eigenen Tagesordnungspunkt. Danach wurden bisher insgesamt 131 Ukrainer und Ukrainerinnen in Rosendahl aufgenommen, aktuell leben 109 Personen in der Gemeinde. Die bisher gewährten Sozialleistungen belaufen sich auf 168 000 Euro, die Kosten für die Unterbringungen auf rund 56 000 Euro, und rund 17 000 Euro wurden für Hausrat ausgegeben. Dem stünden Erstattungen nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz in Höhe von 177 000 Euro sowie Bundesmittel in Höhe von rund 89 000 Euro gegenüber. Das Plus, was so manch schneller Kopfrechner im Ratssaal aufleuchten sah, relativierte Kämmerin Anna Nürenberg umgehend. Noch nicht eingerechnet in die Ausgaben seien die Mehrstunden, die in der Verwaltung und von den Hausmeistern geleistet werden sowie die Miete und die Mietnebenkosten für vorübergehend leer stehende Wohnungen. „Das Plus wird es am Jahresende nicht mehr geben“, prophezeite Nürenberg.

Die Personalsituation griff Gottheil noch einmal auf, der berichtete, dass die Mitarbeiter in den Fachbereichen Planen und Bauen sowie Ordnung und Soziales „an ihre Grenzen kommen“ – ein Punkt, der im Zusammenhang mit dem Stellenplan zum Haushaltsplan 2023 noch einmal in den Blick genommen werden müsse.

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