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Pfarrer em. Otto Banse: Feier am Sonntag (29. 8.) anlässlich Goldenen Priesterjubiläums und 80. Geburtstags

„Unsere Arbeit läuft Hand in Hand“

Rosendahl

1984 war es, als Pfarrer Otto Banse nach Darfeld kam. Seitdem ist er aus der Kirchengemeinde nicht mehr wegzudenken, und auch nach seiner Emeritierung im Jahr 2014 blieb er der Gemeinde weiterhin erhalten. Vor Kurzem standen sein Goldenes Priesterjubiläum und sein 80. Geburtstag ins Haus. Das soll am Sonntag (29. 8.) am Darfelder Bahnhof mit der gesamten Kirchengemeinde gefeiert werden. Im Vorfeld hat unsere Redaktion mit Banse und Pastor Dirk Holtmann als Leitender Pfarrer gesprochen. Banse erzählt, weshalb er zunächst eine Lehre als Bäcker begonnen hat und weshalb für ihn die Freundschaft mit Jesus etwas Besonderes ist.

Von Leon Seyock

Für Pfarrer em. Otto Banse (links) standen in den vergangenen Woche zwei besondere Tage im Kalender: Sein Goldenes Priesterjubiläum und sein 80. Geburtstag. Gefeiert werden soll beides am kommenden Sonntag (29. 8.) mit einem Freiluftgottesdienst unter dem Platanendach am Bahnhof Darfeld (rundes Bild). Gemeinsam mit Dirk Holtmann, Leitender Pfarrer in der Gemeinde Ss. Fabian und Sebastian, blickt Banse auf seine Priesterweihe und die 37 Jahre lange Arbeit in Rosendahl zurück. Foto: Leon Seyock

Herr Banse, am 26. Juni stand Ihr Goldenes Priesterjubiläum ins Haus, und am 4. August feierten Sie Ihren 80. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch dazu! Wie haben Sie beide Tage verbracht?

Pfarrer em. Otto Banse: Vielen Dank! Die Festtage haben wir ganz schlicht verbracht. Es waren viele Leute zu Besuch, mein ganzes Wohnzimmer war voll (lacht). Aber das ist ja nichts gegen ein Fest mit der gesamten Gemeinde.

Das steht für Sonntag im Kalender. Was ist geplant?

Banse: Um 10 Uhr feiern wir gemeinsam einen Open-Air-Gottesdienst am Bahnhof in Darfeld, zu dem Jung und Alt eingeladen sind. Später wird es kühle Getränke und Schnittchen zur Stärkung geben.
Pfarrer Dirk Holtmann: Das Schöne ist, dass wir mit der Markise über den Platanen die Gewissheit haben, dass das Fest bei jedem Wetter stattfinden kann. Es ist ein schöner Ort, und außerdem können wir so coronakonform die Feier begehen. In der Kirche wäre der Platz begrenzt gewesen und es wäre vermutlich sehr eng geworden. Wir sind dankbar für die vielen helfenden Hände, die zum Gelingen des Festes beitragen.

Herr Banse, halten Sie als Jubilar am Sonntag denn die Predigt selbst?

Banse: Ja, das mache ich. Bei anderen ist mir immer zu viel Weihrauch (lacht). Ich werde auf jeden Fall die Kinder miteinbeziehen, zum Beispiel werde ich am Ende des Gottesdienstes meine Mundharmonika zücken und darauf spielen. Dann singen und klatschen wir gemeinsam. Ich kann auch schon verraten, dass es später Süßigkeiten für die Kinder geben wird. Die habe ich auch schon eingekauft. Im Supermarkt gab es große Augen, weil es so viele Tüten waren.

Blicken wir einmal gemeinsam zurück: Wie haben Sie den Tag Ihrer Priesterweihe vor 50 Jahren in Erinnerung?

Banse: Die Gedanken an den Tag sind hellwach geblieben und begleiten mich das ganze Leben lang. Die Weihe hat 1971 in Dom zu Münster stattgefunden. Schade ist, dass bis auf eine Tante niemand von meiner Familie anwesend sein konnte.

Warum?

Banse: Gebürtig stamme ich aus Breitenworbis in Thüringen. Nach dem achten Schuljahr wollte ich die Richtung eines geistlichen Berufes einschlagen. Das war als Katholik in einer atheistisch geprägten Region aber sehr schwierig, weshalb mir der Zugang zur Hochschule verwehrt blieb. Deshalb habe ich erst eine Lehre als Bäcker begonnen. Mit 16 Jahren habe ich dann aber die Zusage einer Schule in Attendorn bekommen. Ich hatte Glück, da der Rektor aus meinem Heimatdorf kam. So habe ich also die Lehre abgebrochen, meine Sachen gepackt und bin umgezogen. Nach meinem Weggang wurde die innerdeutsche Grenze immer dichter, bis schließlich vier Jahre später der Mauerbau begann. Die Studienjahre musste ich also ohne die Hilfe meiner Eltern verbringen, und das war auch der Grund dafür, dass sie nicht bei der Weihe dabei sein konnten. Nur meiner Tante war das Reisen erlaubt, da sie bereits im Rentenalter war. Sie hat den Segen meiner Eltern überbracht.

Dennoch behalten Sie das Fest in guter Erinnerung?

Banse: Auf jeden Fall. Ich hatte und habe viele Freunde, die eingeladen waren. Und später, als auch meine Eltern pensioniert waren, wurde das Reisen über die Grenze einfacher.

50 Jahre sind seit der Weihe nun vergangen, von denen Sie 37 in Rosendahl verbracht haben. Wie hat sich die Kirche im Laufe der Jahrzehnte verändert?

Banse: Als junger Priester waren die Gotteshäuser voll, es gab mindestens vier Messen am Wochenende. Es war die reinste Freude, das zu erleben. Doch das Beheimatetsein in der Kirche hat sich gewandelt. Zum Glück aber ist das aktive Gemeindeleben geblieben.

Was haben Sie speziell in der Kirchengemeinde in Rosendahl verändert?


Banse: In meiner Zeit habe ich unter anderem die Gemeinde-Caritas aufgebaut und mich dafür eingesetzt.
Holtmann: Aber auch besonders die Kinder- und Jugendarbeit lag und liegt ihm am Herzen.
Banse: Das stimmt. Vor meiner Zeit gab es keine Messdienerinnen, das habe ich in meinem ersten Jahr in Rosendahl direkt in Angriff genommen. Einige Jahre später wurden sogar dann gemeinsame Gruppenlager durchgeführt.

Hat Sie während der Arbeit als Pfarrer eine bestimmte Eingebung begleitet?


Banse: Ja, das ist die Freundschaft mit Jesus. Da gehe ich drin auf, denn es ist das Tiefste, was uns Kraft gibt. Es ist ein Geschenk, mit Blick auf Jesu in der Gemeinde handeln zu dürfen. Das Thema Freundschaft wird auch in meiner Predigt am Sonntag eine Rolle spielen.

Herr Holtmann, Sie sind der Leitende Pfarrer in der Kirchengemeinde. Was schätzen Sie an Herrn Banse?

Holtmann: Seine Zuverlässigkeit. Er ist ein guter Mitbruder und ich bin ihm dankbar, dass er sich aktiv am Gemeindeleben beteiligt. Es ist schön, dass er nach seiner Emeritierung im Jahr 2014 in Darfeld geblieben ist. Wir erleben ein wunderbares Miteinander. Banse: Das kann ich bestätigen. Unsere Arbeit läuft Hand in Hand, und das bekommt auch die Gemeinde zu spüren.

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