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Verein „Hilfe für Menschen in Hoima/Uganda e.V.“ zieht positive Bilanz

Wenn aus Büchern Gebäude werden

Rosendahl. Dass ihre Idee in einer kurzen Zeit so Großes bewirken kann, damit hätten sie nie gerechnet. Bei der Gründung des Vereins „Hilfe für Menschen in Hoima/Uganda e.V.“ sollte noch mit vergleichsweise kleineren Aktionen die Lebensperspektive von Kindern des ostafrikanischen Landes verbessert werden. „Zum Beispiel durch neue Bücher für Schüler oder Betten für Krankenhäuser“, erinnert sich Vorsitzender Franz Potthoff. Fast dreieinhalb Jahre später sind aus den angedachten Büchern ganze Gebäude geworden. „Wir wurden dermaßen mit Spenden überrollt, dass damit ein ganzes Internat finanziert werden konnte“, ist der Darfelder überwältigt von der Unterstützung aus der Bevölkerung.

Leon Eggemann

Seit acht Monaten leben insgesamt 50 Mädchen und Jungen in einem Internat in Muhorro. Finanziert wurde der Bau aus gesammelten Spenden des Vereins „„Hilfe für Menschen in Hoima/Uganda e.V.“. Foto: az

Seit mittlerweile acht Monaten haben nun 50 Jungen und Mädchen die Gelegenheit, auf insgesamt 185 Quadratmetern zu lernen und zu leben. Ebenfalls wurde gewährleistet, dass das Areal mit ausreichend und sauberen Wasser versorgt wird. Damit soll aber noch nicht Schluss sein, der Verein hat bereits beim nächsten Projekt große Schritte hin zur finalen Realisierung gemacht. „Im Januar haben die Arbeiten an anliegenden Außenmauern des Gebäudes begonnen. Hier sollen noch ein weiterer Klassenraum sowie ein Lehrerzimmer entstehen“, erzählt Potthoff. Vor knapp einem Monat feierte man bereits das Richtfest. „Wir bekommen regelmäßig Fotos und Videos aus Uganda über den aktuellen Stand zugeschickt“, verrät der Vorsitzende. Sofort werden diese daraufhin auch den 70 Mitgliedern über die eigene Homepage zugespielt. Dass die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Baustein des Vereins ist, davon ist Potthoff überzeugt. „Das Fundament unserer Arbeit beruht letztlich auf Vertrauen unserer Mitglieder und Spender“, betont er. So soll diesen mit aktuellen Aufnahmen gezeigt werden, was sie mit ihrem Geld bewirken können.

Am liebsten würden sich die Mitglieder des Vereins selbst vor Ort ein Bild vom bisher Geleisteten machen. „Die Coronakrise spielt uns dabei aber nicht wirklich in die Karten“, schüttelt Potthoff den Kopf. Gegenseitige Besuche wurden bereits in das nächste Jahr verlegt. Auch über das Reisen hinaus habe der Verein mit der Pandemie zu kämpfen. „Veranstaltungen wie Märkte, Feste oder auch Kirmessen fallen komplett weg. Dort könnten wir uns im persönlichen Gespräch vorstellen“, schildert der Darfelder. Lichtblicke dagegen liefert regelmäßig Father Geoffrey. So unterrichtet der Nachfolger vom verstorbenen Pater Emmanuel immer wieder vom Fortschritt im Hilfsprojekt. Mit der Fertigstellung des zweiten Gebäudes wäre das Gelände vollständig ausgebaut.

Enden soll die Partnerschaft zwischen Verein und Land dann aber nicht. „Ein Jugendzentrum wäre eine Idee für die nächsten Jahre. Damit könnten wir auch abseits des Bildungsbereiches unseren Beitrag leisten“, verrät Potthoff. Entstehen solle dieses in der Bezirkshauptstadt Hoima – unter anderem könne es als Beratungsstelle sowie als offener Treffpunkt für Jugendliche dienen. „Noch sind diese Überlegung aber nicht spruchreif“, tritt Potthoff etwas auf die Bremse. Letztendlich wolle der Verein mit den Planungen zunächst vor allem eines symbolisieren: Die Ideen zur weiteren Unterstützung sind noch lange nicht ausgeschöpft.

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