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Hiesige Bauern rechnen mit einem besseren Ertrag als in den Vorjahren

Wettergott meint es mit Landwirten gut

Rosendahl

Bereits im Frühjahr hat das Wetter ihnen in die Karten gespielt. „Der viele Schnee hat die Getreidepflanzen vor Schäden durch den Frost geschützt. Quasi wie eine Decke“, erklärt Landwirt Hendrik Deitert. Auch im Sommer meint es der Wettergott mit seinem vermehrten Niederschlägen in der warmen Jahreszeit gut mit der hiesigen Landwirtschaft. „Wir sind es schon gar nicht mehr gewohnt, dass es im Sommer regnet. Dieses Jahr ist er dagegen sehr moderat“, staunt Berthold Abbenhaus, erster Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Osterwick (LOV). Das spielt den Bauern in die Karten. „Wir rechnen erntetechnisch mit einem normalen Jahr. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist das aber ein großer Fortschritt“, macht er deutlich.

Von Leon Eggemann

Bisher hatten sie mit dem Wetter in diesem Jahr großes Glück. Berthold Abbenhaus, erster Vorsitzender des LOV Osterwick (links) und Landwirt Hendrik Deitert wollen in der kommenden Woche ihre Weizen-Ernte beginnen, dafür soll es möglichst trocken bleiben. Foto: Foto: Leon Eggemann

Immerhin machten die zuletzt häufiger aufgetretenen Hitzesommer den Landwirten ordentlich zu schaffen. „Die Dürre hat für starke Mindererträge beim Getreide gesorgt, auch das Gras ist zum Großteil verdorrt“, erinnert sich Abbenhaus. Dies hatte zur Folge, dass Landwirte zusätzliches Futter als Ausgleich zum ausgefallenen Gras für ihre Tiere zukauften mussten – was in einem ohnehin finanziell schweren Jahr für weitere Nebenkosten gesorgt hat.

Im Gegensatz dazu steht die bisherige Ernte 2021. „Drei Grasschnitte sind schon eingefahren“, verrät der Osterwicker. Auch die Gerste ist bereits von den Feldern geholt worden, beim Raps befinde man sich auf der Zielgeraden. „Ab nächster Woche folgt dann der Weizen“, ergänzt Deitert.

Dann hoffen die Landwirte, dass es zumindest zeitweise trocken bleibt. Denn so wichtig wie Wasser für die Pflanzen auch ist, beim Ernten ist Regen ganz und gar nicht erwünscht. „Korn ist nicht lagerfähig, wenn es nass ist. Dann würde es anfangen zu schimmeln“, erklärt Abbenhaus. Dementsprechend entscheide aktuell der Blick auf das Regenradar, ob der richtige Moment für die Ernte gekommen ist. Wenn man den aktuellen Wetterprognosen für die kommende Woche Glauben schenkt, sieht es für die Bauern eher schlecht aus. Auch dann soll es nämlich wieder zu Niederschlägen kommen. „Die Wetterlage lässt unser Erntezeitfenster arg kürzer werden“, stellt Deitert fest. Dies hat zur Folge, dass, sollte es mal für mehrere Stunden oder Tage trocken bleiben, zum Teil bis tief in die Nacht gearbeitet wird. „Gerade in der Nacht wollen wir natürlich nicht in der Nähe des Dorfes dreschen. Allerdings wäre es gut, uns jetzt ein wenig Verständnis entgegenzubringen“, hofft er. An der prognostizierten vergleichsweise guten Ernte wird der Regen glücklicherweise wohl nichts ändern. Ebenfalls Glück hatten die hiesigen Landwirte, dass die Wassermassen nicht so immens waren, wie es im Überschwemmungsgebiet der Fall war. „Ansonsten hätten auch wir Probleme bekommen“, weiß Abbenhaus.

Die beiden Landwirte gehen nun mit der Hoffnung auf – zumindest phasenweise – trockenes Wetter in die neue Woche. Sobald der Weizen dann eingeholt ist, wird es zunächst ruhig auf den Rosendahler Ackern. „Aufgrund des kalten Frühjahres hat die Vegetation erst spät eingesetzt. Wir werden also den Mais erst im Oktober ernten“, schaut Abbenhaus bereits voraus. Anschließend startet mit der Vorbereitung für die Ernte 2022 der Jahreskreislauf von vorne. Ob dann auch wieder Schnee als Schutzschild für die jungen Pflanzen dient, zeigt erst das nächste Frühjahr.

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