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Initiative „Rosendahl for Future“ steckt erste Ziele ab/ Bürgerbegehren geplant

„Wir müssen sofort handeln“

Rosendahl

Sie wollen sich vernetzen und sich gemeinsam für den Umwelt- und Klimaschutz einsetzen. Dazu gab es zahlreiche Vorschläge beim ersten Treffen der Initiative „Rosendahl for Future“ im Torhaus in Holtwick. Rund 20 Interessenten waren der Einladung der Initiatorinnen Anita Wolthaus, Nele Ludvigsen und Mareike Lada gefolgt.

Von Manuela Reher

Die Initiative „Rosendahl for Future“ hat sich bei ihrem ersten Treffen im Torhaus in Holtwick viel vorgenommen. Eingeladen dazu hatten unter anderem Nele Ludvigsen (sitzend links) und Anita Wolthaus (rechts daneben stehend). Erstes Ziel ist es, ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Linden in der Holtwicker Ortsdurchfahrt auf den Weg zu bringen. Foto: Foto: Manuela Reher

Wenngleich sie erste Ziele auf ihre Agenda setzten, brannte den hochmotivierten Teilnehmern ein Thema besonders auf den Nägeln: der Erhalt der Linden in der Holtwicker Ortsdurchfahrt (B 474). „Die Zeit rennt uns weg. Wir müssen sofort handeln“, machte Ralf Steindorf deutlich. Er bot sich an, die notwendigen Vorbereitungen für ein Bürgerbegehren zu treffen, um den Ratsbeschluss zur Abholzung der Bäume vom 30. September aufheben zu können.

Der Kampf um den Erhalt der Bäume war die Initialzündung für die Gründung der Initiative „Rosendahl for future“, die sich nun dauerhaft Themen rund ums Klima und die Umwelt widmen möchte. „Wir müssen auf vielen Ebenen unterwegs sein“, betonte Nele Ludvigsen und appellierte an alle, intensiv die Beratungen in den Fachausschüssen des Gemeinderates als Zuhörer zu verfolgen.

Anregungen für die künftige Arbeit gaben Mitglieder der Initiative „Coesfeld for Future“, die im Torhaus über ihre Erfahrungen berichteten. Wie Heike Engelmann auf Nachfrage des Holtwickers Markus Stroot erläuterte, sei man bewusst kein Verein, sondern eine Gemeinschaft, die auf niedrigschwellige Strukturen setze. Jeder bringe sich mit seinen Fähigkeiten ein.

Jeder Teilnehmer des ersten Treffens im Torhaus hatte Gelegenheit, seine Motivation für sein Engagement für „Rosendahl for Future“ zu schildern. Tobias Konert, Mitglied der Grünen-Fraktion im Rosendahler Gemeinderat, machte deutlich, dass er unabhängig von diesem Gremium für den Umwelt- und Klimaschutz und weitere Themen rund um die Zukunft von Rosendahl aktiv sein möchte. Ratsmitglied Ralf Steindorf vertrat dieselbe Sichtweise. Die Gemeinde verzichte stets auf einen Umweltbericht. Ökonomische Erwägungen seien stets wichtiger als ökologische. Das müsse sich ändern. „Wer nicht kämpft, hat schon verloren“, kommentierte er. Willi Damhus sagte: „Ich bin Aktivist. Notfalls lasse ich mich an Bäume ketten. Es muss etwas passieren.“ Markus Stroot, unter anderem Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Holtwick, freute sich darüber, dass sich viele zugezogene Bürger für den Ort einsetzen würden. Er forderte: „Es muss eine alternative Lösung für die Bäume an der Legdener Straße geben.“

Wolfgang Peters meinte: „Ich habe ein schlechtes Gewissen, was meinen ökologischen Fußabdruck betrifft.“ Er wolle gemeinsam mit Gleichgesinnten nach Möglichkeiten suchen, die Umwelt zu schützen. „Die Baumaktion fand ich harmlos. Wir hätten auf der Straße marschieren sollen“, kommentierte er zur Demo gegen das Abholzen der Bäume am 20. August.

Marion Eising machte deutlich, dass es aus ihrer Sicht wichtig sei, dass „Rosendahl for Future“ mit Aktionen in der Öffentlichkeit präsent sei. Man könne zum Beispiel Kunstwerke aus Kunststoff-Verpackungen herstellen und daran die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt verdeutlichen.

Das fand große Zustimmung. Die Initiative wird nun beim Markt „Klein & Fein“ am 6. und 7. November am Torhaus mit einem Info-Stand vertreten sein. Auch möchte sich „Rosendahl for Future“ am Blog „Wissen macht Klima“ beteiligen und Arbeitsgruppen für einen Klima-Entscheid der Kommune, Gesundheit & Ernährung sowie Landschaft & Begrünung gründen. Das nächste offene Treffen in großer Runde ist Ende November in Osterwick vorgesehen. | Kommentar

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