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Initiative Coesfeld for Future feiert einjähriges Bestehen

Zentrale für Klimaschutz im Blick

Coesfeld. Was mit sieben Leuten vor einem Jahr im Extrablatt begonnen hat, ist mittlerweile zu einer Bewegung geworden, für die sich rund 70 Personen stark machen, etwa 15 davon im Planungsteam. Die Initiative Coesfeld for Future freut sich aktuell über ihr einjähriges Bestehen. „Angefangen haben wir damit, bei unseren ersten Treffen eine Demo für Ende November 2019 in Coesfeld zu planen. Innerhalb von sechs Wochen konnten wir 460 Teilnehmer mobilisieren“, so Susanne Keull und betont: „Wir sind aber nicht einfach nur eine Protestbewegung, sondern wollen auch in den Austausch gehen und Lösungen erarbeiten.“

Jessica Demmer

Eine Abordnung der Initiative Coesfeld for Future hat am globalen Klimastreik in Dülmen Ende September teilgenommen.
Eine Abordnung der Initiative Coesfeld for Future hat am globalen Klimastreik in Dülmen Ende September teilgenommen. Foto: Privat

Auch wenn es nach einem Jahr scheinbar etwas leiser um die Initiative geworden ist, untätig waren und sind sie nicht, berichtet Heike Engelmann. „Mittlerweile sind vier Mitglieder im Rat und die Bürgermeisterin stammt aus unseren Reihen. Die Bilanz kann sich sehen lassen“, sagt sie zwinkernd. Natürlich könne jeder etwas im Kleinen bewegen, große Schritte seien aber nur durch die Politik möglich. Dabei seien sie selbst, so Susanne Keull, zwar politisch, aber nicht parteiisch. „Es muss generell ein Wandel stattfinden, deutlich ambitionierter als jetzt, damit dem Klimawandel etwas entgegen gesetzt werden kann.“

Zahlreiche Arbeitsgemeinschaften hätten sich im ersten Jahr laut Heike Engelmann gegründet. „Es war wirklich spannend, das Engagement fürs Klima hat viele Menschen unterschiedlichen Alters bei uns zusammengebracht und wir konnten viel voneinander lernen.“ Die Arbeitsgruppe der Solidarischen Landwirtschaft ist wohl die bekannteste. „Die Gemüsebauern sind gefunden. Wir haben nun Höfe im Blick und wollen 2022 starten. Es wird auf jeden Fall etwas werden, denn wir haben auch einen Plan B.“ In der „Buddelgruppe“ haben sich Personen zusammengefunden, die schon jetzt gemeinsam gärtnern und sich damit für einen nachhaltigen und regionalen Anbau von Gemüse und Obst engagieren. „Wir hoffen, hiermit schon ein Vorbild für manche zu sein.“

Die Skulpturenaktion auf dem Marktplatz, eine Kreideaktion zur Kommunalwahl, eine Diskussion zum Kohleausstieg mit dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann oder die Klima-Demo Ende September in Dülmen waren ebenfalls Höhepunkte des ersten Jahres. Ein wesentlicher Wunsch für die Zukunft ist der eines „Umwelthauses für Coesfeld“. „Es soll eine Zentrale werden für Vereine oder Einzelpersonen, die sich für Ökologie und Klimaschutz engagieren wollen. Wir haben im Frühjahr auch schon ein entsprechendes Konzept bei der Stadt eingereicht. Das Natz-Thier-Haus würde sich dafür eignen“, so Heike Engelmann.

Menschen informieren, Wissen vermitteln, selbst mit Akteuren wie Landwirten und Politikern ins Gespräch kommen, Sachzusammenhänge nachvollziehen, aufklären und motivieren – all das seien Ziele, die sie auch weiterhin verfolgen möchten. „Wir werden Bürgeranträge stellen, möchten auf freien Flächen Bäume pflanzen, ein einheitliches Mehrwegpfandsystem für die Gastronomien anregen und verfolgen vor allem ein Ziel: Coesfeld muss klimaneutral werden.“

Interessierte seien stets willkommen. „Aktuell liegt das Durchschnittsalter eher bei 30 bis 40“, schätzt Stefanie Nienhaus. Daher wollen sie in Zukunft vor allem junge Menschen verstärkt ansprechen. Dies würde auch dem Grundgedanken entsprechen generationsübergreifend zu wirken. Interessierte melden sich per Mail über coesfeld@parentsforfuture.de oder folgen auf Instagram coesfeldforfuture.

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