Hof Wellmann vermarktet jetzt direkt

Aus dem Hühnermobil direkt in den Verkauf

Metelen

Der Hof Wellmann in der Bauerschaft Samberg geht neue Wege beim Verkauf seiner Produkte. In einer kleinen Holzhütte auf dem Hof werden dabei auch Eier angeboten, die von zwei Hundertschaften Hühner gleich ein paar Meter entfernt täglich frisch gelegt werden. 

Dieter Huge sive Huwe

Das Hühnermobil samt Wintergarten steht auf der Wiese des Hofes Wellmann in Samberg, der seit Kurzem seine Produkte direkt vermarktet. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Was für die kleine Paula ein Hauch von Bullerbü ist, bedeutet für den Hof Wellmann an der Leerer Straße den Einstieg in den Hofverkauf landwirtschaftlicher Produkte. Vom Bauernhof direkt an die Kundschaft: Das ist das Konzept, mit dem der Hof vor zwei Monaten gestartet ist – als erster seiner Art in Metelen.

Christian Wellmann betreibt die Hofstelle im Nebenerwerb. Rinderzucht ist das Hauptstandbein des Betriebs. Hier blickt der Hof auch schon auf reichlich Erfahrung mit der Vermarktung an Kunden zurück. „Das machen wir sicherlich schon 30 Jahre lang“, beschreibt Elfriede Wellmann den Direktverkauf an die Kundschaft.

Von dieser Erfahrung soll das neue Segment des Hofes profitieren, denn das Angebot an Rindfleisch aus eigener Haltung ist ebenfalls eine Sparte in dem Konzept, als ihr Sohn Christian Mitte November den Hofverkauf startete. Im Herbst war die Hütte fertig aufgebaut. Und seither gibt es für die Menschen aus Metelen und Umgebung die Möglichkeit, hier landwirtschaftliche Produkte zu kaufen.

Setzen auf ein weiteres Standbeim für den Hof: Christian Wellmann, seine Mutter Elfriede und Töchterchen Paula. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Fleißiges Eierlegen dank Komfort

An erster Stelle stehen dabei natürlich Eier. Landeier eben, die nur ein paar Meter weiter frisch gelegt werden. Und das nicht unter agarindustriellen Vorzeichen, sondern in überschaubarem Rahmen. „Ich hatte mir das schon 2018 angeschaut, bei einer landwirtschaftlichen Messe“, berichtet Christian Wellmann von dem Unternehmen aus Melle bei Osnabrück, das sogenannte Hühnermobile herstellt und vertreibt. Und genau für ein solches entschied sich der Metelener.

Durch die Verfahrbarkeit auf der Wiese findet die gefiederte Belegschaft alle zwei Wochen eine frische Parzelle vor, auf der sie artgerecht gehalten wird – mit viel Auslauf und der Möglichkeit, zu scharren und sich auch mal tief einzugraben. Die zahlreichen Löcher am vorherigen Standort zeigen es an: Die Hühner sind mit ihrem mobilen Zuhause offenbar sehr zufrieden. Auch der „Wintergarten“ ist mehr als ein Marketing-Gag. In den ausziehbaren Anbau können sich die Hühner bei schlechtem Wetter, oder wenn der Habicht über ihrem Stall Kreise zieht, zurückziehen.

Den Komfort honoriert das Federvieh mit fleißigem Eierlegen – Elfriede Wellmann freut sich jeden Tag darüber. Sie sortiert die Eier nach Größe, verpackt sie in Kartons oder bietet sie für die Kundschaft lose in Körben an – zum Selbstauswählen.

Die Wellmanns vertrauen darauf, dass die Kunden ehrlich bezahlen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Denn Selbstbedienung ist ein Teil des Konzepts: Die Menschen, die direkt ab Hof kaufen, sollen die Ware sehen, berühren, einpacken – und natürlich letztlich dann auch bezahlen. Hier bringen die beiden Generationen auf dem Hof Wellmann ihrer Kundschaft viel Vertrauen entgegen. Denn ein klassischer Verkaufsraum ist die Hütte eben nicht. „Wir haben da bisher gute Erfahrungen gemacht“, berichtet Christian Wellmann von ehrlichen Käufern, die den geforderten Obolus in die Blechkassette einzahlen.

Große Resonanz in sozialen Medien

Der Hofverkauf hat eine klare Ausrichtung auf die Produkte vom Hof selber oder aus der Region. Wildwürste etwa liefert ein befreundeter Jäger aus Borghorst, bei dem auch Wildbret-Fleischpakete vorbestellt werden können. Auch der Hof Wellmann selber bietet auf einem Bestellformular Rindfleisch in Kilo-Paketen an – ganz nach Geschmack zerlegt in Steaks, Braten, Rouladen, Suppen- oder Hackfleisch. „Wir arbeiten mit einer Landmetzgerei in Alstätte zusammen“, erläutert Christian Wellmann, dass er das Rind erst dann, wenn alle Bestellungen für eines der Tiere eingegangen sind, zum Schlachten bringt. Und genau dieses Fleisch kann dann eingeschweißt ab Hof abgeholt werden.

Im Kühlschrank werden die Wildprodukte aufbewahrt. Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Wir haben ein neues Standbein für den Hof gesucht und diese Nische gefunden“, freut sich Wellmann auch über die große Resonanz in den sozialen Medien. Eine Webseite ist in Planung, und es gibt schon Ideen, um das Warenangebot auszuweiten – etwa mit Kartoffeln vom eigenen Acker oder auch besonders schmackhaftem Fleisch von ungarischen Magalitza-Schweinen.

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