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TV-Kritik zum Münster-Tatort

Boerne und Thiel präsentieren sich herrlich selbstironisch

Münster

Thiel und Boerne, die populären Ermittler des Sonntagskrimis aus Münster, sind wieder am Start. Und sie bieten Überraschendes

Von Petra Noppeney

Bei ihren Nachforschungen auf dem Erlenhof stoßen Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, Mitte) und Boerne auf verwirrende Beziehungsgeflechte Foto: WDR/Martin Valentin Menke

Zuerst rutscht das Tütchen mit dem dunklen Haar unter ihren Schreibtisch, dann nimmt Silke Haller , Assistentin von Prof. Boerne im Münster-„Tatort“, das DNA-Material mit zur Kaffeemaschine, um danach erschrocken festzustellen, dass sie den Inhalt der Tüte verloren hat. Und unter ihrem Schreibtisch liegt nicht nur ein dunkles Haar ... Bleibt das Drehbuch zum „Tatort“, in dem der Tod eines Verfechters der freien Liebe zu klären war, auch Spannung schuldig, so überrascht doch das Grundthema dieses Krimis.

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Es geht um Inkompetenz und Selbstzweifel. Nicht nur Christine Urspruch als Haller erlebt einen schwarzen Tag: Boerne (Jan Josef Liefers) plagen Plagiatsvorwürfe, Thiel (Axel Prahl) entkommt ein Zeuge, und sein Assistent Schrader (Björn Meyer) übt sich mit Haller in Selbstverzweiflung, weil er keinen schwarzen Dan hat wie vorgegeben. Boerne und Thiel präsentieren sich unterdessen herrlich selbstironisch, als sie betrunken konstatieren, für die Ermittlungen nicht schlau genug zu sein.

Neben diesen Erkenntnissen fällt der Kriminalfall etwas ab, obwohl auch er mit dem Pressesprecher der Polizei als Hauptverdächtigem um Schein und Sein kreist. Im Finale laufen Haller und Schrader dann auf stümperhafte Weise zu großer Form auf. Passend!

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