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Bahnstrecke Münster–Lünen

Bund verspricht 20 Kilometer Ausbau

Düsseldorf/Münster

Dass der Streckenausbau der Bahnstrecke Münster-Lünen nur auf sechs Kilometer zweigleisig werden soll, hat hohe Wellen geschlagen. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst hat deshalb einen besorgten Brief ans Bundesministerium geschrieben. Auf die mahnende Nachfrage hat man etzt reagiert.

Hilmar Riemenschneider

Die Bahnstrecke Münster-Lünen soll in zwei Stufen ausgebaut werden. Foto: Wilfried Gerharz

Die Zahl hat Politiker und Verkehrsexperten elektrisiert: sechs Kilometer. So kurz soll laut Bundesverkehrsministerium der zweigleisige Ausbau an der Bahnstrecke Münster–Lünen ausfallen – und zwar zwischen Capelle und Ascheberg. Von dieser Planung, die das Bundesverkehrsministerium vergangene Woche noch mal bestätigt hat, hatte auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) erfahren und deshalb einen besorgten Brief ans Bundesministerium – namentlich Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) – geschrieben. Denn auch Wüst hatte dessen Zusage für einen längeren Ausbau noch im Kopf.

Auf die mahnende Nachfrage aus Düsseldorf hat Ferlemann jetzt reagiert: In seinem Antwortbrief, der unserer Zeitung vorliegt, bestätigt er, dass der Sechs-Kilometer-Abschnitt tatsächlich so geplant ist – allerdings „in einer ersten vorgezogenen Stufe“ für den Bundesverkehrswegeplan 2030. In der sollen die Kreuzungsbahnhöfe Amelsbüren und Davensberg reaktiviert werden. Züge könnten so auf Tempo 230 beschleunigen. „Vorgezogen“ verbindet der Staatssekretär mit Eile: „Um ein aufwendiges Planverfahren zu vermeiden, wird für diese Maßnahme eine Plangenehmigung geprüft.“ Diese Variante ist erlaubt, wenn das Bauvorhaben konfliktfrei ist und Rechte Dritter nur unwesentlich berührt.

Wüst begrüßt Zusage

Aber Ferlemann verspricht, dass damit noch nicht Schluss ist: „In der zweiten Stufe soll im Rahmen des Deutschland-Takts dann der zweigleisige Ausbau der weiteren Abschnitte Werne – Capelle und Ascheberg – Münster-Amelsbüren mit einer Gesamtlänge von über 20 km erfolgen.“ Damit könne ein weiteres schnelles Zugpaar pro Stunde auf der Strecke fahren. „Hierfür muss zunächst das Baurecht geschaffen werden“, schreibt Ferlemann.

Nach der Debatte der vergangenen Wochen begrüßt Wüst die Zusage: „Über die Klarheit freue ich mich“, sagt er. „Wenn wir über den Deutschland-Takt eine große Lösung bekommen, dann ist das super für das Münsterland.“

Unklar ist noch, inwieweit der Deutschland-Takt innerhalb des Bundesverkehrswegeplan 2030 realisiert werden kann. Mit ihm soll auf den Hauptachsen im Fernverkehr alle 30 Minuten ein Zug rollen.

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