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„Altes Zollhaus“ als Location für WDR-Staffel

Denkmal lockt TV-Produktion an

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Sanierung und Umbau des „Alten Zollhauses“ liefern eine spannende Kulisse für ein Dokutainment-Format des WDR über Ausbildungen im Handwerk.

Dietrich Harhues

Klappe und Action: Regisseurin Bianca Zarandi und Kamerafrau Susanne Feller begleiten Nick Heuermann bei seinen Arbeiten am „Alten Zollhaus“. Foto: di

Nick Heuermann hat einen sicheren Tritt und tritt sicher auf: Ob auf schmalem Dachfirst in luftiger Höhe oder vor laufender Kamera – den angehenden Dachdecker übermannt weder die Höhenangst noch das Lampenfieber. Beide Talente bringt der Azubi im Havixbecker Betrieb Kleinwechter und Bröker zurzeit ein. Denn in den vergangenen Tagen gehörte er wieder zu den Akteuren, die von einem Produktionsteam für die zweite Staffel der WDR-Sendung „Passt, wackelt und hat Luft“ begleitet wurden. Die Dreharbeiten fanden auch am „Alten Zollhaus“ statt, das sich zu Bürgerhaus, Begegnungsstätte und Domizil für Vereine wandelt.

Aufgeschlossenen Charaktere fürs Dokutainment

Nicht von ungefähr haben der WDR und das Team von ume (ume media entertainment GmbH) Firma und Location ausgewählt: Die Bandbreite der betreuten Baustellen, die vom Wasserschloss bis zum Wohnhaus reiche, sei sehr interessant. Außerdem waren die Lage im Münsterland und „die beiden aufgeschlossenen Charaktere, des Azubis Nick und des Meisters Tobias, ausschlaggebend“, antwortet Christine Alvarez, Redaktionsleiterin des Dokutainments-Formats, gegenüber den WN.

Azubi Nick Heuermann

Nick Heuermann, der zum kommenden Sommer seine Lehre abschließt, und sein Ausbilder Tobias Planer waren auch schon in der ersten Staffel, die im April ausgestrahlt wurde, über den Sender gegangen. Der 19-jährige Billerbecker hatte sich bewusst für eine Handwerkslehre nach der 10. Klasse entschieden. Weil er seit Langem Spaß am Basteln, Tüfteln und Umgang mit Werkzeug gehabt habe. Nach ein paar Gesellenjahren will Heuermann auch noch einen Meister bauen. Die Wahl seines Berufs, für den er auf unterschiedlichen Kanälen Überzeugungsarbeit leistet, habe er „noch nie bereut“. Im Gegenteil, das Arbeitsklima sei optimal – „alle ziehen an einem Strang“ – und der Job erfüllend: „Wenn ich nach der Arbeit in den Bulli steige, weiß ich, was ich geschafft habe.“ Gerade der Einsatz an dem Denkmal „Altes Zollhaus“ begeistere ihn, weil das Vorhaben aufwendig ist und viele Gewerke ineinandergreifen. Wenn das älteste Gebäude in Sendens Ortskern als Bürgerzentrum eingeweiht wird, erfülle ihn der dann vollendete Wandel auch mit Stolz. „Ich kann sagen, dass ich daran beteiligt war.“ Ein Quäntchen Handwerker-Ruhm trifft auf Fernseh-Popularität: Als jetzt schon Stamm-Darsteller in der Doku hat er bereits Feedback bekommen, sei öfter erkannt und angesprochen worden – sein „Meister“ sogar mal im Urlaub in Bayern.

Sanierung zieht sich bis 2022 hin

Die Sanierung und Umgestaltung des „Alten Zollhauses“ zieht sich bis 2022 hin, hieß es auf WN-Anfrage am Montag im Rathaus. Auch das Budget weicht ab. Das Projekt, dessen Kosten (ohne den Grunderwerb) 2018 auf knapp 2,5 Millionen Euro beziffert worden waren, beläuft sich auf jetzt drei Millionen Euro, wurde als Zwischenstand im Juni vorm Gemeindeentwicklungsausschuss genannt. Bei der Gebäudesubstanz hätten die Fachleute Überraschungen erlebt, hieß es. Knapp zwei Millionen Euro steuerte – bisher – das Land bei.

Die Suche nach Nachwuchs im Handwerk sei jedoch trotz des Rührens in vielen Medien-Töpfen immer noch schwierig, räumt Bastian Kleinwechter gegenüber den WN ein: „Das bleibt eine Herausforderung.“

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