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Lockerungen im Kreis Warendorf

Endlich wieder mehr Freiheit

Kreis Warendorf

Montag fällt nicht nur die Ausgangssperre weg. In vielen Lebensbereichen genießen die Bürger wieder mehr Freiheiten, weil die Inzidenz seit fünf Werktagen unter 100 liegt. Sollten die Infektionszahlen weiter so rapide sinken, dürfte sich allerdings die Modellregion überholt haben.

pd/bk

So einiges ist ab Montag im Kreis Warendorf wieder anders. Ein Beispiel: Schnelltests müssen nicht mehr tagesaktuell sein. Foto: Matthias Ahlke

Aufatmen im Kreis Warendorf: Weil die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag seit fünf Werktagen unter 100 liegen wird, tritt die Corona-Notbremse des Bundes Montag außer Kraft. Und wenn die Infektionszahlen weiter so rasch sinken, wird der Kreis auch keine Modellregion mehr werden. Weitgehende Lockerungen machen diese Modellprojekte dann überflüssig.

Auch die größte Einschränkung der Bundesnotbremse, die Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr, fällt ab Montag weg . „Damit bekommen wir Bürgerinnen und Bürger ein großes Stück unserer Freiheit wieder zurück“, freut sich Landrat Dr. Olaf Gericke. Ab Montag, 0 Uhr, greift daher wieder die neue Corona-Schutz-Verordnung des Landes NRW.

Sie sieht viele Lockerungen vor. Unter anderem müssen Schnelltests nicht mehr tagesaktuell sein, sondern höchstens 48 Stunden alt. Die Tests müssen nicht vorgelegt werden von vollständig Geimpften (14 Tage nach der letzten Impfung), innerhalb der letzten sechs Monate genesenen Personen und Menschen, die vor mehr als sechs Monaten eine Coronainfektion durchgemacht haben und vor 14 Tagen mindestens eine Impfung erhalten haben. Wer bei der zweiten Impfung statt Astrazeneca einen mRNA-Impfstofff erhalten hat, gilt in Deutschland ebenfalls als vollständig geimpft. Dies würden aber nicht alle Länder anerkennen, bestätigte das Kreisgesundheitsamt auf Nachfrage.

„Um ihren Impfstatus zu dokumentieren, sollten Geimpfte ihren Impfausweis bei sich tragen“, rät Gericke. Genesene haben eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes erhalten, die sie ebenfalls mitführen sollten.

  • Kontaktbeschränkungen:

In der Öffentlichkeit erlaubt sind Zusammenkünfte von zwei Hausständen mit bis zu fünf Personen, Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit, ebenso Personen mit nachgewiesener Immunisierung. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 dürfen sich bis zu zehn Personen aus höchstens drei Haushalten treffen, Kinder bis 14 Jahre und die Immunisierten zählen nicht mit.

  • Musikunterricht, Sport und Bildung:

Musikunterricht für Jugendliche bis 18 Jahren ist in Innenräumen für Gruppen bis fünf Personen zulässig, im Freien bis höchstens 20 Personen. Schwimmkurse für Kinder dürfen in Hallenbädern mit bis zu fünf Kindern stattfinden, in Freibädern dürfen höchstens 20 Kinder am Unterricht teilnehmen. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 sind alle berufsbezogenen Bildungsangebote in Präsenz zulässig, jedoch sollte der Wechselunterricht genutzt werden.

Kontaktfreier Sport auf Sportanlagen unter freiem Himmel ist für bis zu 20 Personen erlaubt. Die Sportler müssen einen Abstand von fünf Metern einhalten. Kontaktsport ist nur für maximal 20 Kinder bis einschließlich 14 Jahren zulässig. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 darf Kontakt- und kontaktfreier Sport im Freien ohne Begrenzung ausgeübt werden. Bei Kontaktsport in Innenräumen müssen Sportler einen negativen Schnelltest nachweisen und die Rückverfolgbarkeit sicherstellen.

Freibäder dürfen mit Personenbegrenzung öffnen, wenn die Besucher einen negativen Schnelltest haben und die Liegewiesen geschlossen bleiben. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 dürfen Liegewiesen genutzt werden . Die Besucher müssen aber ein negatives Schnelltestergebnis nachweisen.

  • Kunst und Kultur:

Konzerte sowie Theater- und Kinoaufführungen sind künftig im Freien mit höchstens 500 Zuschauern zulässig. Voraussetzung ist ein negatives Schnelltestergebnis. Zudem muss die Rückverfolgbarkeit sichergestellt und der Abstand eingehalten werden. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 dürfen die Veranstaltungen auch drinnen stattfinden. In Museen, Galerien, Schlössern und Gedenkstätten sind ab einer stabilen Inzidenz von unter 50 Führungen möglich.

  • Einzelhandel:

Der Einzelhandel (außerhalb des täglichen Bedarfs) ist mit Personenbegrenzung geöffnet. Termine müssen nicht mehr vereinbart werden, jedoch brauchen Kunden ein negatives Schnelltestergebnis. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 ist der Zutritt ohne Schnelltest möglich.

  • Friseurbesuche und körpernahe Dienstleistungen:

„Für den Friseurbesuch ist kein negativer Schnelltest nötig“, erläutert Krisenstabsleiterin Petra Schreier. Dies gelte auch für andere körpernahe Dienstleistungen. Nur für den Fall, dass Kunden zulässigerweise keine Maske tragen müssen, bedarf es weiter eines bestätigten negativen Schnelltests.

  • Außengastronomie mit negativem Schnelltest:

Die Außengastronomie darf öffnen. Voraussetzung ist ein negatives Schnelltestergebnis. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 50, dürfen auch die Innenbereiche der Gaststätten öffnen, wenn die Gäste einen negativen Schnelltest vorweisen können und der Mindestabstand zwischen den Tischen zwei Meter beträgt.

  • Tourismus:

Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind mit negativem Schnelltest möglich. Hotels, Pensionen usw. dürfen jedoch höchstens 60 Prozent ihrer Räumlichkeiten belegen und in Innenräumen nur Frühstück anbieten. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 50, entfallen diese Beschränkungen.

  • Ausblick:

Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 sind private Veranstaltungen mit bis zu 100 Gästen unter freiem Himmel oder höchstens 50 Gästen in Innenräumen zulässig. Die Gäste müssen einen negativen Schnelltest nachweisen können. Tagungen und Kongresse sind mit höchstens 500 Teilnehmern im Freien oder maximal 250 Personen in Innenräumen (mit negativem Schnelltest) erlaubt.

„Bei aller Freude über die sinkenden Fallzahlen und die Lockerungen müssen wir vorsichtig bleiben“, rät der Landrat. „Denn sobald die Inzidenz steigt und an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, greift die Notbremse automatisch am übernächsten Tag.“

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