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Bewilligungsbescheid 

Finanzspritze für den FMO als Ausgleich für coronabedingten Schaden

Greven

Der Chef des Flughafens Münster-Osnabrück, Professor Rainer Schwarz, ist froh und stolz. Froh über die fünf Millionen Euro, die der Bund und das Land NRW dem Airport überweisen werden. Und stolz darüber, dass der FMO zu den zwölf von 30 Flughäfen in Deutschland gehört, die diese Finanzspritze überhaupt bekommen. Das wertete er als Zeichen der Anerkennung für den Airport durch den Bund.

Von Stefan Werding

Rainer Schwarz freut sich über den Bescheid des Landes. Foto: -werd-

Denn: Der Flughafen Münster-Osnabrück bekommt vom Land und vom Bund jeweils 2,5 Millionen Euro, weil er vom 4. März bis 30. Juni 2020 den Betrieb trotz Lockdown aufrechterhalten hat. Das hat Regierungspräsidentin Dorothee Feller am Mittwochmorgen in Greven verkündet. Gerade in Pandemiezeiten habe sich gezeigt, wie wichtig Flughäfen wie der in Greven sind, sagte Feller, die auf den Transport zum Beispiel von Masken und Schutzkleidung verwies. Die Flughäfen seien „wichtiger Teil der Infrastruktur in unserem Land“.

Der Geschäftsführer des Flughafens, Professor Rainer Schwarz, zeigte sich froh und stolz über den Zuschuss. Schließlich hätten die Flughäfen schon vor einem Jahr auf das Missverhältnis aufmerksam gemacht, einerseits den Betrieb am Laufen halten zu müssen, andererseits aber kein Geld einnehmen zu können. Der FMO habe dafür während des ersten Lockdowns sieben Millionen Euro ausgegeben, aber nur zwei Millionen eingenommen. Diese Differenz bekommt er nun erstattet. Der Flughafen kann das Geld gut gebrauchen. Schwarz freut sich über den „Ausgleich für den coronabedingten Schaden“.

Der FMO musste in Betrieb bleiben, damit etwa Organe für schwerkranke Menschen, Masken und Schutzanzüge transportiert werden konnten und dass doch der ein oder andere Unternehmer oder Techniker einen wichtigen Auftrag habe erfüllen können. Schwarz geht davon aus, dass Corona dem Flughafen bisher einen Schaden von 30 Millionen Euro zugefügt hat. Mit der Finanzspritze aus Berlin und Düsseldorf müssten die Gesellschafter jetzt nur noch 25 Millionen beisteuern.

Wichtiges Infrastrukturprojekt

Steinfurts Landrat Martin Sommer und gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender des FMO, wertete den Zuschuss als „starkes Signal“, das zwar die grundsätzlichen Probleme nicht lösen könne, aber ein wichtiger Grund sei, darüber nachzudenken, „welcher Bedeutung unser Flughafen“ eigentlich hat.

Für Sommer ist er ein wichtiges Infrastrukturprojekt, dessen Bedeutung über das Münsterland hinausgeht. Das betonte er vermutlich auch, weil der Rat in Münster beschlossen hatte, ein Gutachten zur Zukunft des FMO einzuholen und ab 2024 keine Zuschüsse mehr zu zahlen. Ob das rechtmäßig ist, will die CDU noch klären.

Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert ist dem Bund und NRW für die Finanzspritze dankbar. Die 850.000 Euro, die den gut 17 Prozent der Anteile am Flughafen entsprechen, würden die Stadt deutlich entlasten.

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