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Euregio fordert Ausbau der RB 64

Für den großen Grenzverkehr

Gronau

Die Grenzregionen auf deutscher und niederländischer Seite rücken zusammen. Die Euregio will sich nun vermehrt um wirtschaftliche Zusammenarbeit bemühen. Im Zentrum des Engagements steht auch der Bahnverkehr.

Elmar Ries

Blick zurück: 2001 wurde die Bahnlinie Enschede-Gronau wieder aufgenommen. Die Euregio möchte die Angebote ausbauen. Foto: dpa

Den Grenzraum entwickeln. Das ist leichter gesagt als getan. Weil die Grenze eben immer noch da ist. Seit einiger Zeit schon plant die Euregio unter dem Stichwort „Stadt-Land-Region“ den deutsch-niederländischen Grenzraum nach vorne zu bringen. „Wir haben beiderseits der Grenze un­glaublich starke Wirtschaftsräume“, sagt Euregio-Geschäftsführer Christoph Almering. Die aber noch stärker wären, wenn sie zu einem großen zusammengeführt würden.

„Plus acht Prozent beim Wirtschaftswachstum wären drin, wenn es die grenzbedingten Hindernisse für den Arbeitsmarkt nicht gäbe“, sagt der Euregio-Chef. Zentral für deren Überwindung: Der Abbau von störender Bürokratie, die Angleichung des Rechts, die grenzüberschreitende Wirksamkeit der Sozialsysteme. Und eine Verbesserung der Mobilität.

Letzteres, sagt Almering, sei wichtig. Darum hat die Eu­regio ein Projekt aufgelegt, das Euregio-Rail heißt und die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur zum Ziel hat. Konkret geht es dabei um die Elektrifizierung der Regionalbahn (RB) 64 auf der eingleisigen Strecke zwischen Münster und Enschede und deren Durchbindung bis Zwolle. Täglich knapp 4000 Fahrgäste nutzten die Verbindung im Jahr 2000. Knapp 20 Jahre später waren es schon 10 000. Mehr lassen sich mit den Diesel-Triebwagen nicht befördern.

Knapp 40 000 Arbeitskräfte pendeln, so Almering, täglich über die deutsch-niederländische Grenze. Geht es nach der Euregio, sollen es mehr werden. Auf beiden Seiten hätten Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen 180-Grad-Blick, sagt er. Sie beobachten den Markt mit dem Rücken zur Grenze. Aus 180 Grad sollen 360 werden.

Mehr Markt, mehr Mobilität: Die Rechnung ist einfach. Und Druck entsprechend groß. Auf deutscher Seite steht das Land NRW hinter den Ausbau der Bahnstrecke Münster-Enschede- Zwolle. Ausbau meint: Ne­ben der Elek­trifizierung abschnittsweise ein zweites Gleis, damit größere Triebwagen in besserer Taktung fahren können.

Das Problem: Die Niederländer zögern. Rund 850 Millionen Euro, so ein Rechenbeispiel, soll das Gesamtprojekt kosten, der Löwenanteil fällt auf niederländischer Seite an. Solange Den Haag nicht ja sagt, können keine EU-Mitte beantragt werden. Und die Brüsseler Fleischtöpfe sind gut gefüllt.

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