Fehlende Praktika

Handwerk stellt sechs Prozent weniger Lehrlinge ein

Münster

Händeringend haben die Handwerksbetriebe gesucht, doch während der Corona-Pandemie fiel die Kontaktaufnahme schwer: Die Zahl der neuen Auszubildenden ging daher 2020 spürbar zurück.

Jürgen Stilling

Auszubildende werden in fast allen Handwerksberufen gesucht. Foto: dpa

Nur 5099 neue Lehrlinge wurde im Münsterland und in der Emscher-Lippe Region im vergangenen Jahr eingestellt, berichtete die Handwerkskammer (HWK) Münster am Freitag. Das sind 333 weniger als im Vorjahr – ein Rückgang um über sechs Prozent. HWK-Präsident Hans Hund betonte: „Die Betriebe hätten gern mehr ausbildet.“

Als wesentlichen Grund für fehlende Bewerbungen geeigneter Kandidaten sieht Hund den Ausfall der Praktikumsphase im Frühjahr. Dadurch sei die Möglichkeit zur Berufsorientierung in den Schulen extrem eingeschränkt worden. Unter diesen Bedingungen sei der Rückgang der Neueinstellungen junger Nachwuchskräfte „relativ glimpflich“ ausgefallen, zeigte sich der regionale Handwerkspräsident erleichtert.

359 offene Plätze im Kammerbezirk

Die neuen Auszubildenden haben nach Angaben der Handwerkskammer zu 42 Prozent einen Realschulabschluss. 30 Prozent kommen von der Hauptschule. 22 Prozent sind Abiturienten. Keinen Abschluss haben nur vier Prozent. Zwei Prozent besäßen einen ausländischen Schulabschluss, hieß es

Unversorgten Jugendlichen, die sich für eine Ausbildung im Handwerk interessieren, empfiehlt Hund, bis Sommer eine Einstiegsqualifizierung mit Berufsschule und Praxis oder ein längeres Praktikum zu absolvieren, um in eine spätere Ausbildung übernommen zu werden. Und es gibt auch aktuell noch zahlreiche Stellenangebote: Ende des Jahres boten Handwerksunternehmen im Kammerbezirk noch 359 offene Plätze im Online-Lehrstellenportal der HWK an.

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