Kreis Warendorf

Kein „last minute“ beim Impfstoff - zunächst 1080 Dosen pro Woche

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Endlich geht es los. Das Impfzentrum in Ennigerloh geht an den Start: Der knappe Impfstoff drosselt allerdings das Tempo. 

Beate Kopmann

Ab Montag öffnet das Impfzentrum in Ennigerloh – in den ersten Wochen wegen des knappen Impfstoffs nur am Nachmittag. Foto: Kreis Warendorf

Montag geht das Impfzentrum in Ennigerloh an den Start. Weil es bislang noch wenig Impfstoff gegen Corona gibt, werden dort zunächst nur 1080 Dosen pro Woche verimpft. Für 9500 Menschen, die älter als 80 sind, wurden bereits Termine vergeben. Und bis zum 11. April sind derzeit alle Termine ausgebucht.

Bis zum 11. April alle Termine ausgebucht

„Wir fahren auf Sicht“, machte Dr. Anna Arizzi Rusche, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, im Ausschuss für Soziales und Gesundheit deutlich. Grund dafür ist der knappe Impfstoff. Deswegen wird es bis Ende Februar nur 180 Impftermine pro Tag in einer der drei Impfstraßen geben. Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, könnten die Kapazitäten sofort ausgeweitet werden, machte Arizzi Rusche deutlich.

Die Erstimpfungen werden bis zum 28. Februar an jedem Tag der Woche vorgenommen – von 14 bis 20 Uhr. Auch samstags und sonntags wird geimpft, nur am Donnerstag nicht. Dann gibt es ausschließlich Impftermine für das Personal des Rettungsdienstes und der ambulanten Pflegedienste. Diese Termine werden direkt vom Kreis Warendorf vergeben.

Dr. Anna Arizzi Rusche

Ab März werde mit mehr Impfstoff gerechnet, so Arizzi Rusche. Geplant seien dann 2160 Impfungen pro Woche – je zur Hälfte Erst- und Zweitimpfungen. Ab März öffnet das Impfzentrum auch länger: von 8 bis 20 Uhr an jedem Tag der Woche. Ausgenommen ist wiederum der Donnerstag.

Dr. Anna Arizzi Rusche Foto:

Die Leiterin des Gesundheitsamtes informierte im Ausschuss, dass es eine Reserveliste gebe, falls gebuchte Termine nicht wahrgenommen werden. „Auf dieser Liste stehen vor allem Mitarbeiter des Rettungsdienstes“, sagte Arizzi Rusche. „Es wird jedenfalls kein Tropfen verschwendet“, sicherte sie zu. Beobachte man im Tagesverlauf, dass nicht alle Impfdosen benötigt werden, würden diese nicht aus der Kühlung entnommen.

Öffnungszeiten und Anmeldung:

„Der Impfstoff von Biontech wird als Pulver geliefert. Sobald das Pulver verdünnt ist, muss es innerhalb von sechs Stunden verbraucht werden. Als Pulver ist es aber fünf Tage im Kühlschrank haltbar. So kann der Impfstoff auch am Folgetag noch genutzt werden.“ Bevor eine Impfdosis zu verfallen drohe, würde diese sonst an die Mitarbeiter des Impfzentrums und andere priorisierte Gruppen verimpft werden. „Es gibt jedenfalls keine Happy-Hour-Angebote für Impfwillige, die kurz vor 20 Uhr kommen.“

Es wird kein Tropfen verschwendet

Kurzfristig rechnet Arizzi Rusche damit, dass Menschen mit Behinderung, aber auch Mitarbeiter anerkannter Betreuungsdienste besser priorisiert werden. Bereits am Montag soll die Impfverordnung des Landes geändert werden. Dann könnte es Einzelfallentscheidungen geben, die sich auf ärztliche Beurteilungen stützen. Menschen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung haben – etwa wegen einer Vorerkrankung – sollen dann früher geimpft werden.

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