Dennis Buss hat ein Duett mit Daniela Alexander aufgenommen

Ein Like ergab das andere

Gronau

Smartphones sind für viele Menschen Fluch und Segen zugleich. Wer nur noch aufs Display schaut und nach Likes giert, an dem zieht das reale Leben wohl vorbei. Dennis Buss und Daniela Alexander haben darüber einen Song aufgenommen, der ab heute im Netz verfügbar ist.

Guido Kratzke

Daniela Alexander und Dennis Buss haben ihren ersten gemeinsamen Song aufgenommen, der heute Premiere feiert. Foto: privat

Das Handy bestimmt bei immer mehr Menschen das Leben – und die Nutzung geht schon lange weit über das reine Telefonieren hinaus. Verbunden ist damit ein gehöriges Konfliktpotenzial. Genau dieses Thema greifen der Eper Rapper Dennis Buss und seine Partnerin Daniela Alexander in ihrem ersten gemeinsamen Song auf, der am heutigen Freitag seine Premiere feiert.

Ob die beiden etwas gegen Social Media haben? Bei der Frage müssen sie lachen. Nein, Moralapostel in Sachen Handynutzung sind sie definitiv nicht – schließlich hätten sich der Westmünsterländer und seine Freundin, die aus der Pfalz stammt und vor einem halben Jahr in Epe ihre neue Heimat gefunden hat, ohne Instagram nicht kennengelernt.

Kennenlernen online

Buss hatte einen Clip hochgeladen, der bei Alexander im Stream der App auftauchte. Und was sie da sah, das gefiel ihr. Ein Like ergab das andere, erste Textnachrichten wurden ausgetauscht – der Rest ist Geschichte. Oder besser gesagt Gegenwart und Zukunft.

„Vielfach wird bei Insta­gram oder Snapchat eine Scheinwelt präsentiert“, kritisieren die beiden, die die Leidenschaft zur Musik vereint. Dabei betonen sie, dass das wirkliche Leben oft nicht mit den Dingen deckungsgleich sei, die digital aufbereitet irgendwelchen Followern präsentiert werde.

Scheinwelt im Netz

Buss hatte sich in seiner Wohnung in einem Zimmer passend zum Einstieg in der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr ein kleines Heimstudio eingerichtet, in dem er mit seinem Fast-Namensvetter Denis Henning an einem gemeinsamen Song gebastelt hatte.

„Auch dieses Lied ist in vielen Teilen bereits im vergangenen Jahr entstanden“, blickt Buss auf die Entstehung zurück. „Aber uns fehlte noch das passende Thema“, ergänzt Alexander. Und gerade das macht den Song ja aus.

Fundament fehlte noch

„Irgendwann hatte ich es beim Autofahren dann plötzlich im Kopf“, erklärt Buss im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Fundament für „Gib mir mehr“ war gelegt.

„Das ist das erste Lied, das ich geschrieben habe und offiziell veröffentlicht wird“, klingt etwas Stolz in ihrer Stimme mit. Die kam in der Vergangenheit aber schon regelmäßig zum Einsatz, wenn sie sich selbst an der Gitarre begleitete und bekannte Songs auf ihre eigene Art interpretierte und im Netz veröffentlichte.

Basteln im Studio

Das Studio wurde in den vergangenen Monaten nicht nur zum Basteln an neuen Liedern genutzt. „Über die Plattform Twitch hat es da auch ein paar Konzertabende gegeben“, erinnert Buss an die eingeschränkten musikalischen Möglichkeiten in der Pandemie. Schon ab dem heutigen Freitag wird das Lied auf allen gängigen Streaming-Plattformen verfügbar sein.

Happy End im Video-Clip

Über die Homepage dennis-buss.de geht es dann auch zum neuen Video-Clip, für den die beiden einen alten VW-Bulli zur Verfügung gestellt bekommen hatten. Gedreht wurde in Münster, in den Baumbergen, am Wichumer See in Nienborg sowie in einem Studio, in dem ganz bewusst zu den hellen Freiluftszenen eine etwas dunkle Atmosphäre herrscht. Verraten werden darf schon, dass es bei dem Road-Trip ein Happy-End gibt. Und da sind wir wieder beim realen Leben. „Und mit dem Bulli würden wir gerne mal in den Urlaub fahren“, blicken sie sehnsuchtsvoll an das Leihfahrzeug zurück.

Nachdem Daniela Alexander in ihrer alten Heimat in der Pfalz ihre Zelt abgebrochen hatte, fand sie zwischenzeitlich eine Stelle als Gruppenleiterin in einer Kita in der Nachbarschaft. Und auch dort passiert das wirkliche Leben nicht im Handy . . .

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