Prozess vorm Jugendschöffengericht in Rheine

Gronauer wegen Überfällen angeklagt

Gronau/Rheine

Um sich zu bereichern, sollen zwei Männer aus Laer und Gronau am 25. Mai 2020 einen Überfall auf einen Junkie in dessen Wohnung in Laer geplant und durchgeführt haben. Maßgeblich soll ein 18-Jähriger aus Gronau die Tat begangen haben.

Monika Koch

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Laut Anklage am Montag beim Jugendschöffengericht in Rheine soll er nach Anstiftung durch den 23-jährigen Komplizen aus Laer ein Messer mitgenommen haben.

Als der Geschädigte nach heftigem Klingeln die Tür öffnete, soll der 18-Jährige ihn an die Wand gepresst und das Messer vorgehalten haben mit den Worten „Geld her“. Der Bedrohte schrie laut um Hilfe, so dass der Täter die Flucht antrat und den Überfallenen in dessen eigener Wohnung eingeschlossen habe, so warf es der Staatsanwalt den Angeklagten vor. Aber nicht nur das: Am 3. November 2020 nachts um 2 Uhr soll der 18-Jährige in Gronau in das Zimmer eines WG-Mitgliedes eingedrungen sein und dem Bewohner zwei Messerstiche in den Kopf und in die Schulter zugefügt haben. Die Wunde an der Schulter musste genäht werden.

Widerstand gegen Polizisten

In Ochtrup kam es am 14. August 2020 kurz nach 16 Uhr zu einem Polizeieinsatz wegen einer körperlichen Auseinandersetzung. Der Angeklagte aus Gronau soll Widerstand gegen die Polizisten geleistet und sie dabei bedroht und beleidigt haben. Die Beamten verlangten von ihm, sich auszuweisen, weil es aus seiner Tasche stark nach Marihuana gerochen habe.

Vor Gericht machte der 18-Jährige über eine Stunde ausführliche Angaben zu den angeklagten Taten und berief sich bei dem Überfall eines WG-Mitgliedes in Gronau auf Stimmen, die er gehört hätte. Er befindet sich seit drei Wochen in stationärer psychiatrischer Behandlung in der Universitäts-Klinik Münster. Sein Anwalt legte eine entsprechende Bescheinigung vor. Bei ihm wurden als Folge des Drogenkonsums eine Schizophrenie und andere psychische Erkrankungen diagnostiziert.

Folge des Drogenkonsums

Deswegen brach der Vorsitzende des Jugendschöffengerichts nach seiner Anhörung und intensiver Beratung mit den Schöffen die Verhandlung ab, um ein Gutachten zur Schuldfähigkeit und gegebenenfalls Zwangsunterbringung in einer Suchtanstalt einzuholen. „Wir müssen erst einmal Klarheit über den Zustand des Angeklagten bekommen“, begründete der Richter die Aussetzung des Prozesses.

Das Verfahren gegen den Mitangeklagten aus Laer wurde abgetrennt und soll am Amtsgericht Steinfurt verhandelt werden. Der 23-Jährige machte von seinem Schweigerecht Gebrauch.

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