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Offizieller Startschuss für das G-Mobil

Großer Bahnhof vorm Bahnhof

Gronau

Mit mehr Flexibilität und weniger starrem Fahrplan unterwegs: In Gronau wird ab 1. Juni der gesamte bestehende Stadtbusverkehr durchgängig auf einen digitalen On-Demand-Mobilitätsdienst umgestellt. Menschen in Gronau können den Bus genau dann nutzen, wenn sie ihn brauchen – und sind nicht mehr an feste Fahrpläne gebunden.

Martin Borck

Landrat Dr. Kai Zwicker, Elisabeth Schwenzow (Verwaltungsvorstand Kreis Borken), Regierungspräsidentin Dorothee Feller, Minister Hendrik Wüst., Bürgermeister Rainer Doetkotte, Heike Wermer MdL und RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns (v.l.) vor einem der „Gronau-Taxis“. Foto: Martin Borck

Großer Bahnhof vorm Gronauer Bahnhof: Dabei ging es gar nicht um Züge – sondern um das neue G-Mobil. Der neue Fahrdienst auf Bestellung wird den bestehenden Stadtbus ablösen (wir berichteten). Frischer Wind also für den Öffentlichen Personennahverkehr. Die Stadtbusse, die – fast immer nur mager besetzt – zu festen Zeiten feste Routen abfuhren, sollen bald der Vergangenheit angehören. (Ausgenommen ist der Bürgerbus, der weiter fahren wird.) Menschen in Gronau können das Angebot genau dann nutzen, wenn sie es brauchen. Feste Fahrpläne gehören der Vergangenheit an. Bei übereinstimmenden Fahrtwünschen werden weitere Fahrgäste eingesammelt. Von dem deutlich flexibleren „On demand“-System erwartet NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst Vorteile für die Wirtschaftlichkeit und die Umwelt.

Wüst war am Freitagmittag zur Startschuss-Veranstaltung geladen, weil das Land NRW das Projekt mit fast einer Million Euro fördert. Auch die Landtagsabgeordnete Heike Wermer, Regierungspräsidentin Dorothee Feller, Landrat Dr. Kai Zwicker und viele weitere Beteiligte aus Politik, Verwaltung und von der Verkehrsgesellschaft RVM waren anwesend.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst

Der Minister freute sich über die Schnelligkeit der Umsetzung: „Erst im Oktober habe ich den Bewilligungsbescheid überbracht“, erinnerte er sich. „Gute Mobilität ist Standortfaktor und Lebensqualität – besonders außerhalb der großen Metropolen. Das On-Demand-Projekt in Gronau und Epe macht Mobilität besser, sicherer und sauberer. Den Stadtbusverkehr auf ein digitales und komplett bedarfsgesteuertes Mobilitätsangebot umzustellen, ist ein konsequenter und mutiger Schritt.“ Bürgermeister Rainer Doetkotte zeigte sich überzeugt: „Wir schaffen einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige mobile Zukunft in Gronau.“

Ab 1. Juni können die je zwei geräumigen und barrierefrei ausgestatteten Elektro- bzw. Hybridfahrzeuge zu 130 Haltepunkten – zunächst fast ausschließlich im Stadtteil Gronau – bestellt werden. Ein entsprechender Flyer mit dem Verzeichnis aller Punkte wird am 14. Juni an alle Haushalte verteilt. Schon jetzt sind sie am Schild mit dem G-Zeichen zu erkennen. Vom Drilandsee im Norden bis zum Pendler-Parkplatz an der Steinfurter Straße im Süden, von der Euregio im Westen bis zum Ter-Meulen-Weg an der Ortsgrenze zu Ochtrup reicht das Gebiet. Auch das Industriegebiet im Stadtosten ist eingebunden.

Neben App und Internetseite des Regionalverkehrs Münsterland (RVM On-Demand) und via Telefon gibt es künftig feste Terminals, zum Beispiel in Supermärkten, an denen es möglich sein wird, Fahrten zu buchen. In einer App sollen außer den Elektrofahrzeugen auch weitere Angebote des Nahverkehrs in Gronau wie Bahn, Regiobus oder Bürgerbus zu finden sein. So sollen die Angebote besser vernetzt werden.

Im Juni ist der Dienst kostenfrei für alle Fahrgäste. Danach sind die „G-Mobil“-Busse über den Westfalen-Tarif buchbar. Dank dieser Einbindung und in bestehende Abo-Tickets ist der Dienst nutzerfreundlich.

Wüst lobte das Konzept als gute Ergänzung zu bestehenden öffentlichen Verkehrsmitteln. In Kombination mit Regionalbussen und Bahnen sei das G-Mobil eine sinnvolle und schöne Lösung.

Auch für RVM-Geschäftsführer An­dré Pieperjohanns ist das Projekt interessant. Die in Gronau gemachten Erfahrungen könnten nach seiner Einschätzung beim Aufbau weiterer On-Demand-Verkehre in anderen Orten des Münsterlandes gut zupass kommen.

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