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Leiter des Impfzentrums ziehen Bilanz / „Vierte Welle wird eine Welle der Ungeimpften“

2500 Impfdosen von AstraZeneca übrig

Kreis Coesfeld

2500 Impfdosen von AstraZeneca sind im Impfzentrum des Kreises Coesfeld nach Angaben seines Leiters Kai Wermelt übrig geblieben. Der Impfstoff liegt im Kühlschrank und der Kreis wartet darauf, dass das NRW-Gesundheitsministerium ihn wie angekündigt abholt. Was dann damit passiert, ist nicht klar. „Natürlich bin ich dafür, dass er an Länder verschickt wird, die dringend Impfstoff benötigen“, sagte der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Ciprian Wagner, im Gesundheitsausschuss. Er hielt es für ethisch nicht vertretbar, den Impfstoff einfach zu vernichten. „Woanders müssen Menschen elendig sterben, weil dort noch immer nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht.“

Von Viola ter Horst

AstraZeneca wird nur noch selten gewünscht, seit es genügend Impfstoff gibt. 2500 Impfdosen gehen ans Gesundheitsministerium zurück. Foto:

62 198 Erstimpfungen und 59 274 Zweitimpfungen wurden im Kreis Coesfeld allein im Impfzentrum in Dülmen und am Impfmobil bis Montag verabreicht. Wagners Appell an alle, die noch nicht geimpft sind, war eindringlich. „Die vierte Welle wird eine Welle der Ungeimpften“, prognostizierte er. Die weitaus meisten Patienten, die intensivmedizinisch im Krankenhaus wegen Corona behandelt werden müssen, seien nicht geimpft, bestätigte die neue Kreis-Gesundheitsamts-Chefin Alexandra Winkler.

Viele Aktionen organisierte das Team des Kreis-Impfzentrums, das noch bis Ende des Monats geöffnet ist. Darunter gezielte Impfungen in Flüchtlingsunterkünften, Obdachlosenheimen und Schulen sowie Impfungen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Das Impfmobil, an dem man sich vor Ort impfen lassen kann, kommt gut an. Aktuell läuft eine Impfchallenge. Während anfangs zu wenig Impfstoff vorhanden war, ist es nun auch im Kreis Coesfeld schwierig, den nicht geimpften Rest der Bevölkerung zu erreichen. 65,1 Prozent der Kreis-Coesfeld-Bevölkerung ist bis Montag komplett geimpft. Es könnten mehr sein, aber wie man überzeugte Impfgegner erreicht, dafür hatten auch die Politiker im Ausschuss kein Rezept.

Echte Impfschäden sind im Kreis Coesfeld nur sehr selten bekannt geworden. „Es wäre aber gelogen zu behaupten, dass es sie nicht gibt“, so Wagner. Eine junge Frau bekam nach der Impfung mit AstraZeneca einen Schlaganfall (wir berichteten über den Fall). Dies war ganz zu Anfang der Impfungen mit AstraZeneca. Wenig später sollte der Impfstoff nach Empfehlung der Impfkommission an Jüngere nicht mehr geimpft werden.

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