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Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte (IBP) fusioniert mit der Alexianer Münster GmbH

Abfahrt in die gemeinsame Zukunft

Kreis Coesfeld/Mü...

Schon der Ort der Bekanntgabe hatte seine eigene Symbolik. Billerbecks alter Bahnhof, dessen Träger nicht nur der Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte (IBP) ist, sondern auch mit der Baumberge-Bahn eine direkte Verbindung nach Münster, dem Hauptsitz der Alexianer, schafft, war zweifelsohne am Freitag die passende Kulisse für diese Nachricht: Zum 1. Juli 2021 übernimmt die Alexianer Münster GmbH die Trägerschaft des IBP aus Coesfeld. Es sei ein „Zusammengehen auf Augenhöhe“, betont Stephan Dransfeld, Regionalgeschäftsführer der Alexianer. Und die noch wichtigere Nachricht: Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten. Mehr noch: „Es werden sogar eher weitere geschaffen“, verspricht Dransfeld.

Von Florian Schütte

Die Symbolik von Billerbecks Bahnhof kommt nicht von ungefähr: (v.l.) Die beiden IBP-Geschäftsführer Martin Althoff und Andrea Schmäing steuern mit den Alexianern aus Münster – hier vertreten durch Regionalgeschäftsführer Stephan Dransfeld – nun in die gleiche Richtung. Foto: Foto: fs

Aus der Not heraus geboren, sei dieser Schritt also gewiss nicht, wie beide Seiten deutlich machen. „Wir haben uns schon seit einiger Zeit Gedanken gemacht, wie es mit der Organisation weitergeht, wenn man eines Tages in den Ruhestand geht“, skizziert IBP-Geschäftsführer Martin Althoff den längeren Entscheidungsprozess. Da sich mit Blick auf die Nachfolge in den eigenen Reihen niemand fand, griff Option Nummer 2. „Also haben wir überlegt, welche andere Organisation von der Konzeption zu uns passt“, führt Althoff weiter aus. So fiel die Wahl auf die Alexianer, die sich ihrerseits auf eine „fruchtbare Zusammenarbeit“ freuen. Stephan Dransfeld geht sogar noch weiter und bezeichnet die Fusion als „Liebesheirat, aber auch aus der Vernunft heraus“. „Wir denken ähnlich und haben durch ähnliche Konzepte eine gute gemeinsame Basis“, sagt auch IBP-Geschäftsführerin Andrea Schmäing. Sowohl IBP als auch Alexianer eint ihr Engagement für Menschen am Rande der Gesellschaft. Besonders in der Eingliederungshilfe gebe es große Schnittmengen.

In anderen Bereichen wiederum können sich beide Organisationen ergänzen. „Total spannend finde ich die Wohnungslosenhilfe des IBP. Die haben wir als Alexianer so nicht“, äußert Dransfeld großen „Respekt vor der Arbeit des IBP“, der darum als seit 30 Jahren etablierte Marke auch bestehen bleiben soll. Die Wohnungslosenhilfe will der IBP als niedrigschwelliges Angebot auch weiter ausbauen, wie Andrea Schmäing bekräftigt.

Martin Althoff sieht wiederum große Synergieeffekte im Bereich der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen oder auch im 1648 Café der Alexianer. Auch künftige Herausforderungen wie die weitere Digitalisierung könne man besser gemeinsam angehen. Grundsätzlich Rückenwind für die Fusion habe der IBP auch von seinen rund 120 Mitarbeitern bekommen.

Als nächstes folge nun die rechtliche Umwandlung des Vereins IBP e.V. in eine gemeinsame Alexianer IBP GmbH. „Dann nehmen wir uns Bereich für Bereich vor und schauen, wie wir uns dort vernetzen können“, blickt Stephan Dransfeld in die nahe Zukunft. „Parallel sollen sich die Mitarbeiter der unterschiedlichen Bereiche kennenlernen.“ Der „Liebesheirat“ steht also mit Blick auf die gemeinsame Zukunft nichts im Wege.

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