1. www.azonline.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreis-coesfeld
  6. >
  7. Abschied von Stinka – Wahl verschoben

  8. >

Technische Probleme beim SPD-Parteitag Unterbezirk Coesfeld: Noch immer kein neuer Vorstand

Abschied von Stinka – Wahl verschoben

Kreis Coesfeld. So viel steht fest: Corona hat kein sozialdemokratisches Blut in ihren Adern. Schließlich sorgte sie bereits im Oktober dafür, dass der Parteitag der Kreis- SPD nicht stattfinden konnte. Schon seit längerem stehen Neuwahlen an, nicht zuletzt, weil André Stinka (Dülmen) sich nach über 20 Jahren als Vorsitzender aus diesem Amt verabschieden möchte. Um diesen Generationenwechsel auf den Weg zu bringen, bedienten sich die Verantwortlichen am Samstag der Version „digitaler Parteitag“.

UIla Wolanewitz

Beim Parteitag des Unterbezirks Coesfeld der SPD gab es für den langjährigen Vorsitzenden André Stinka aus Dülmen viele Dankesworte (hier ein Screenshot). Nach technischen Schwierigkeiten soll der neue Vorstand nun per Briefwahl gewählt werden. Zur Wahl stehen als Vorsitzender Johannes Waldmann (Ascheberg). Foto: az

„Unsere Partei steht im Kreis für eine ehrliche Politik. Wir bauen keine Luftschlösser, sondern arbeiten pragmatisch, sinnvoll und effektiv“, so betonte es Noch-Vorsitzender und Landtagsabgeordneter Stinka in seiner Rede. Die SPD stehe fest zu den sozialdemokratischen Zielen, setze sich ein für eine gleichberechtigte Teilhabe und gerechte Löhne, für Hilfe, für diejenigen, die sie am meisten brauchen und für schaffe neue Perspektiven für Langzeitarbeitslose. Der Generationenwechsel sei ein demokratischer Vorgang und frischer Wind bringe auch immer neue Ideen mit sich.

Digitale Grußworte schickten Ex-NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Bundesumweltministerin Svenja Schulze sowie der SPD-Landesvorsitzende Thomas Kutschaty in die Runde. Stinka, der von 2012 bis 2017 Generalsekretär der NRW-SPD war, habe zurück gespiegelt, „was die Genossen vor Ort bewegt“, lobte Kraft.

„André hat die SPD im Kreis Coesfeld nach vorne gebracht“, erklärte Kutschaty. Mit Blick auf die Nachfolger im Vorstand zitierte er Willy Brandt mit „Besinnt euch auf eure Kraft und darauf, dass jede Zeit neue Antworten will“ und sicherte ihnen seine Unterstützung zu.

18 902 Wähler schenkten bei der letzten Wahl der SPD ihr Vertrauen. „Das hätte besser laufen können“, erklärte Johannes Waldmann, der die Nachfolge von André Stinka antreten will. Derzeit habe die Fraktion 24 Mitglieder, plus sachkundige Bürger und mit der „Einbindung von DGB und Awo haben wir inhaltlich ein Alleinstellungsmerkmal definiert“, so Waldmann.

Dass mit gutem Fahrtwind in den nächsten Wahlkampf gestartet werden kann, versicherte Carsten Rampe: „Wir sind schonend mit unseren Ressourcen umgegangen. Da der Wahlkampf 2020 nicht in Präsenz stattfand, konnte auch hier gespart werden!“

Dass der komplette Ruhestand noch in weiter Ferne liegt, machte Stinkas Kollege Dietmar Bergmann, Fraktionsvorsitzender der SPD im Regionalrat Münster, humorvoll deutlich: „Vor 2027 brauchen wir da gar nicht dran denken. Im ‚Altenteil’ machen wir gemeinsam praktische Entwicklungshilfe und nehmen vor Ort selber den Hammer in die Hand.“

Da technische Probleme die digitale Wahl nicht ermöglichten, ist eine Briefwahl angedacht. Zur Wahl stehen als Nachfolger von Stinka der Hauptschullehrer und Bundestagskandidat Johannes Waldmann (32, Ascheberg), als Stellvertretende Monika Verspohl (41, Coesfeld) und Niko Fernitz (27, Lüdinghausen), Carsten Rampe (47, Billerbeck) als Schatzmeister, Anna Nettlenbusch (Lüdinghausen) als Schriftführerin und als Beisitzer: Renate Gernitz (Lüdinghausen), Geraldine Henneböhl (Havixbeck), Johanna Holtrup (Lüdinghausen), Heiner Kiekebusch (Dülmen), Volker Ludwig (Nottuln), Merlin Mönnich (Lüdinghausen), Nils Ohk (Ascheberg), Anja Postruschnik (Havixbeck) und Niklas Sticht (Senden).

Am Sonntag dann der Parteitag der Bundes-SPD, an dem von der Kreis-SPD Stinka und Waldmann teilnahmen. „Das beschlossene Zukunftsprogramm der SPD bedeutet für mich vor allem eines: Die Zukunftschancen aller Jugendlichen endlich verbessern“, kommentiert Waldmann den Bundesparteitag. „Die zentralen Herausforderungen sind dabei: den Klimawandel zu bekämpfen, für gute Arbeit und Ausbildung zu sorgen und das Beste Bildungssystem zu schaffen. Dafür trete ich mit Olaf Scholz an der Spitze ein.“

Vier Fragen an Stinka:

Warum hören Sie als Kreis-Vorsitzender auf?

Stinka: 20 Jahre sind schon ein großer Zeitraum und wir haben viele gute Nachwuchspolitiker, so dass ich das Amt beruhigt zur Verfügung stellen kann.

Wie sind Sie eigentlich zur Politik gekommen?

Stinka: Politische Arbeit hat mich immer schon interessiert. Als Kind und Jugendlicher habe ich Briefe an den Stadtdirektor Dr. Lemmen geschrieben, um zu schauen, was passiert, wenn man als Bürger eine Eingabe macht.

Warum wurde es die SPD?

Stinka: 1985 bin ich in die SPD eingetreten, weil ich die Politik von Helmut Kohl unsozial und rückwärtsgewandt fand. Die SPD setzt sich für die Arbeitsnehmerrechte ein und für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen.

Wie werden Sie die Zeit füllen, die mit der Tätigkeit als Kreis-Vorsitzender besetzt war?

Stinka: Ich bleibe ja Landtagsabgeordneter, Schatzmeister im Landesvorstand, stellvertretender Fraktionsvorsitzender nach Thomas Kutschaty und stellvertretender Vorsitzender der Region westliches Westfalen. uw

Startseite