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Bundestagswahlen: Ende der Abgabefrist für Wahlvorschläge

Acht Kandidaten wollen nach Berlin

Kreis Coesfeld

Acht Kandidaten aus dem Kreis Coesfeld wollen in den Bundestag. Diese acht Vorschläge für die Bundestagswahl im September für den hiesigen Wahlkreis 127 Coesfeld-Steinfurt II sind bis zur Abgabefrist am Montag um 18 Uhr beim Wahlleiter Dr. Linus Tepe eingegangen.

Von Viola ter Horst

Wer schafft es in den Bundestag? Im hiesigen Wahlkreis 127 wollen acht Kandidaten um die Wählerstimmen kämpfen. Foto: Foto: Bundestag/Achim Melde

Antreten wollen als Direktkandidaten: Marc Henrichmann (CDU) aus Havixbeck, Dr. Anne-Monika Spallek (Grüne) aus Billerbeck, Johannes Waldmann (SPD) aus Ascheberg, René Arning (FDP) aus Coesfeld, Klaus Stegemann (Die Linke) aus Dülmen, Dr. Lenhard Martin (AfD) aus Emsdetten, Stephan Heitbaum (Freie Wähler) aus Ascheberg und Heinz Eul (dieBasis) aus Billerbeck.

Derzeit werden die formellen Voraussetzungen der Wahlvorschläge geprüft. Am Freitag (30. Juli) entscheidet der Kreiswahlausschuss um 11 Uhr in der öffentlichen Sitzung über die Zulassung der Vorschläge.

So mussten Kandidaten, deren Partien noch nicht im Bundestag oder einem Landtag vertreten sind, Unterstützerunterschriften vorlegen. Dies ist der Fall bei Heinz Eul. Wegen der Pandemie musste er allerdings nicht mindestens 200, sondern nur 50 Unterschriften abgeben. Die Freien Wähler sind bereits im bayerischen Landtag vertreten, so dass Newcomer Stephan Heitbaum ohne Unterstützerunterschriften antreten kann.

Unklar war bislang, ob die AfD einen Kandidaten für den Wahlkreis aufstellt. Mit Leonhard Martin aus Emsdetten ist dies der Fall. Der einzige aus dem Kreis Steinfurt, aus dem drei Orte zum hiesigen Wahlkreis 127 zählen. Er steht allerdings nicht zusätzlich auf der Liste der AfD – er zieht also nur dann in den Bundestag, wenn er von den acht Kandidaten die meisten Stimmen bei der Bundestagswahl im September bekommt. Auch Stephan Heitbaum und Klaus Stegemann gehen ausschließlich als Direktkandidat ins Rennen. Als einzige Frau hat Dr. Anne-Monika Spallek von den Grünen ihren Hut in den Ring geworfen. Friedrich Ostendorff, der sonst für die Grünen im Wahlkreis 127 dabei war und über die Liste auch in den aktuellen Bundestag eingezogen ist, tritt aus Altersgründen nicht erneut an.

Bei der Wahl hat der Wahlberechtigte zwei Stimmen. Die Kandidaten wählt er mit der Erststimme. Wer die meisten Stimmen erhält, zieht in den Bundestag. Bei einem aussichtsreichen Listenplatz besteht außerdem für den Kandidaten die Chance, über die Liste nach Berlin zu kommen. Bislang hat im hiesigen Wahlkreis Coesfeld-Steinfurt II immer der Direktkandidat der CDU gewonnen.

Marc Henrichmann (CDU): Henrichmann ist aktuell der hiesige direkt gewählte Abgeordnete im Bundestag für die CDU. Der Rechtsanwalt ist Mitglied im Ausschuss für Inneres und Heimat sowie im Petitionsausschuss. Juristische Themen und Digitalisierung zählen zu seinen Schwerpunkten. Der 45-Jährige aus Havixbeck bewirbt sich nun zum zweiten Mal um die Stimmen der Bürger.

Johannes Waldmann (SPD): „Die Zukunftschancen aller Jugendlichen endlich verbessern“, lautet das Motto des Hauptschullehrers aus Ascheberg-Davensberg. Der 32-Jährige ist Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Coesfeld und für die SPD im Kreistag Mitglied. Er ist auch Fraktionsvorsitzender.

Dr. Anne-Monika Spallek (Grüne): Die promovierte Mathematikerin ist derzeit für die Grünen im Kreistag Mitglied. Sie engagiert sich besonders im Bereich ländlicher Raum, bäuerliche Landwirtschaft und regionale Wirtschaft. Die 53-Jährige hat in Billerbeck einen Pensionsbetrieb für 40 alte Pferde.

Klaus Stegemann (Die Linke): Klaus Stegemann ist seit vielen Jahren im Rat in Dülmen, seine Schwerpunkte sind soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz. Der Dülmener ist in der Friedensbewegung tätig und gehört zu den Aktivisten, die regelmäßig in Gronau gegen die Uranaufbereitungsanlage Urenco protestieren.

René Arning (FDP): Der Automobilkaufmann aus Coesfeld ist seit Ende 2019 in der Kommunalpolitik und in der FDP tätig. Schon nach kurzer Zeit wurde er zum stellvertretenden Ortsvorsitzenden der FDP Coesfeld ernannt. Der 28-Jährige engagiert sich besonders in der Bildungspolitik.

Dr. Leonhard Martin (AfD): Der 60-Jährige aus Emsdetten ist Mitglied des Kreistages Steinfurt für die AfD. „Eine starke Opposition im Bundestag bekräftigt die Demokratie und schützt die Grundrechte unserer Bürger“, meint er. Seine technische Kompetenz werde in der Politik gut gebraucht, so der Ingenieur.

Stephan Heitbaum (Freie Wähler): Der 47-jährige kaufmännische Angestellte aus Ascheberg ist Geschäftsführer der Freien Wähler in Ascheberg und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Die Freien Wähler sind im Rat in Ascheberg mit zwei Vertretern aktiv.

Heinz Eul (dieBasis): Der Altenpfleger aus Billerbeck zählt zu den Gründungsmitgliedern der neuen Kleinpartei dieBasis auf Kreisebene. Eul ist Vorsitzender des Kreisverbands. DieBasis wurde im Juli 2020 im Rahmen der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen gegründet.

Wahlen und Wahlkreis 127

Bei der Bundestagswahl hat jeder Wahlberechtigte zwei Stimmen. Mit der Erststimme werden die Kandidaten direkt gewählt. Die für den Wahlkreis 127 zugelassenen Kreiswahlvorschläge stehen namentlich mit den Parteizugehörigkeiten zur Auswahl auf den Stimmzetteln. Damit wird entschieden, wer den Wahlkreis 127 Coesfeld - Steinfurt II in den nächsten vier Jahren im Bundestag vertritt. Mit der Zweitstimme entscheidet sich der Wahlberechtigte für eine Partei oder Wählergemeinschaft. Im Kreis Coesfeld gibt es nur einen Bundestagswahlkreis. Neben allen elf Städten und Gemeinden des Kreises Coesfeld gehören noch die Gemeinden Altenberge, Laer und Nordwalde aus dem Kreis Steinfurt dazu.

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