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Illegale Unterbringung von polnischen Mitarbeitern: Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin

Anklage noch ungewiss

Kreis Coesfeld

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen noch: Das erklärte gestern Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt auf Nachfrage zu dem Fall der illegalen Unterbringung von polnischen Mitarbeitern in einem Bürogebäude in Billerbeck.

Von Viola ter Horst

In diesem Bürogebäude in Billerbeck waren die polnischen Mitarbeiter der Heeker Firma widerrechtlich untergebracht. Foto: Foto: Archiv

Der Fall sorgte im Frühjahr für Aufsehen. 21 der 25 Männer, die eine Firma aus Heek im Kreis Borken in dem Gebäude untergebracht hatte, infizierten sich mit dem Coronavirus. Der Kreis Coesfeld zeigte die Firma Anfang April dieses Jahres an. Wann es zu einem Ergebnis bei der Staatsanwaltschaft in Münster kommt, konnte Botzenhardt nicht sagen. Klar ist auch noch nicht, ob die Staatsanwaltschaft überhaupt eine Anklage erhebt. Wenn der Verdacht nicht für eine strafbare Handlung ausreicht, würde das Verfahren eingestellt. „Das ist alles noch offen“, erklärte Botzenhardt.

Der Kreisverband der Gewerkschaft DGB drängt unterdessen auf Aufklärung des Falles. „Die Angelegenheit darf nicht einfach im Sande verlaufen“, sagt DGB-Kreisvorsitzender Ortwin Bickhove-Swiderski. Er fordert ein hartes Vorgehen. Es müsse deutlich werden, dass so ein Verhalten nicht geduldet werde. „Wir wollen, dass so etwas nicht noch einmal vorkommt“, so Bickhove-Swiderski.

Beschäftigt waren die 25 Polen, wie berichtet, bei der Firma FIT Farm Innovation Team GmbH aus Heek im Kreis Borken, die als einen zusätztlichen Geschäftspart FFP2-Masken herstellte. Das Gebäude im Billerbecker Industriegebiet Friethöfer Kamp hatte sie angemietet und dort die Männer untergebracht, obwohl das Gebäude für Wohnzwecke nicht zugelassen war.

Sowohl Bürgermeisterin Marion Dirks als auch Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr zeigten sich entsetzt, als damals in Zusammenhang mit dem Coronaausbruch unter den Bewohnern die illegale Nutzung des Gebäudes deutlich wurde. Zuvor hatte es Hinweise aus der Bevölkerung gegeben. Der Fall zog Kreise und sorgte auch überregional für Schlagzeilen. In Billerbeck gab es eine politische Sondersitzung.

Die Heeker Firma räumte ein, dass sie bei der Nutzung des Bürogebäudes einen „Fehler“ gemacht habe. FIT- Geschäftsführer Jens Rudolph widersprach aber Vorwürfen, die Mitarbeiter in prekären Verhältnissen untergebracht zu haben. Es habe sich um eine menschenwürdige Unterbringung gehandelt. Das Unternehmen fühlte sich zu stark kritisiert. Die Mitarbeiter seien sogar deutlich über dem Mindestlohn bezahlt worden, so Rudolph.

Das Unternehmen ist eigentlich auf Systeme und Teile für Ställe in der Geflügel-Landwirtschadft spezialisiert. In der Corona-Pandemie stieg die Firma dann auch in die Produktion von FFP2-Schutzmasken in einer extra eingerichteten Halle in Heek im Kreis Borken ein.

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