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Initiative nimmt deutlich Fahrt auf

Ascheberg blüht eine artenreichere Zukunft

Ascheberg

Das Ringen um die Artenvielfalt treibt in Ascheberg viele Blüten. Die Gemeinde ist 2018 mit Blühflächen auf ihrem eigenen Grund aktiv geworden. Bauern und Bürger sorgen ganz neu gemeinsam auf landwirtschaftlichem Areal durch Blühpatenschaften für bunte und nahrhafte Bereiche. Beides wurde bei der zweiten Sitzung des Nachhaltigkeits- und Mobilitätsausschusses behandelt.

Theo Heitbaum

Mit der symbolischen Aussaat von Wildblumen im April 2019 machte sich die Gemeinde auf den Weg zu mehr Blühflächen. Im Ausschuss wurde jetzt das Ergebnis vorgestellt. Foto: Theo Heitbaum

Die Gemeinde, so Fachbereichsleiter Klaus van Roje, sei zweigleisig unterwegs. Einerseits hat sie 3564,5 Quadratmeter Blühflächen eingesät. Im Neubaugebiet Hemmen und am Tennisplatz in Herbern würden darüber hinaus zusätzliche Blühflächen geschaffen. Genauso bedeutsam seien aber 37 477,50 Quadratmeter öffentliche Flächen, die extensiv bearbeitet würden. Sie werden nur einmal im Jahr gemäht. Das Schnittgut werde abgefahren und somit auf Mulchen verzichtet. So würden die Areale vermagern, gut 11 000 Quadratmeter am Bült in Herbern und am Biotop Vennkamp dürften komplett verwildern.

Van Roje betonte, dass sich insbesondere Matthias Wenge am Ascheberger Bauhof weitergebildet habe: „Das Team wartet nicht nur auf Aufträge, sondern sucht und sieht selber Flächen, die sich eignen.“ Zudem sei ein fachmännischer Blick auf die Saatmischungen gegeben.

Start der Blühpatenschaften

Dirk Schulze-Pellengahr (CDU) und der fraktionslose Ratsherr Hubertus Beckmann berichteten über den Start der Blühpatenschaften. Daran nehmen 25 Bürger und sechs Landwirte teil. 28 200 Quadratmeter, so Beckmann, seien in den drei Orten eingesät worden. Schulze-Pellengahr hatte den organisatorischen Teil übernommen, um ein für beide Seiten zufriedenstellendes Projekt zu entwickeln. Die Genossenschaften vor Ort würden in das Geschehen eingebunden. Dort könnten Bürger sich in Listen eintragen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt einmal im Jahr würden aus ihnen dann Blühpaten. Aktuell werde überlegt, einen Verein zu gründen, der Spenden steuerlich absetzen könne.

Weitere Flächen für das Projekt

Schulze Pellengahr stellte in Aussicht, weitere Flächen für das Projekt generieren zu können. Der Landwirt aus der Osterbauer sprach von 30 bis 40 Hektar. Die beiden Ortsvereine hätten beim Umsetzen geholfen und blieben weiter an Bord. Der Politikerrunde fand das Ergebnis toll. Ihr war besonders wichtig, dass sich das frische Dialog-Pflänzchen zwischen Bauern und Bürgern in Zukunft gut entwickelt.

Die Grünen zogen nach heftiger Kritik den Antrag, die Gemeinde solle je einen Hektar pro Ort als Pate übernehmen, zurück. Das, so Verwaltung und Landwirte, sei rechtlich nicht möglich.

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